Erwin Glonnegger

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Erwin Glonnegger (* 19. Mai 1925 in Aulendorf; † 6. Februar 2016 in Ravensburg[1]) war ein deutscher Spieleautor. Er war jahrzehntelang Programmleiter für Gesellschaftsspiele beim größten deutschen Spieleverlag Ravensburger.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kinder beim Memoryspiel

Glonnegger arbeitete zunächst als gelernter Buchhändler in der „Rieck’schen Buchhandlung“ in Aulendorf, bevor er 1943 zum Kriegsdienst eingezogen wurde. Nach dem Krieg geriet er für zwei Jahre in amerikanische Kriegsgefangenschaft. 1949 kam Glonnegger zum Ravensburger Verlag und blieb dort 36 Jahre bis zu seinem Ausscheiden im Jahre 1985. Zwischen 1959 und 1969 baute er dort ein Archiv auf, in dem erstmals auch auf die Geschichte von Brettspielen eingegangen wurde. Anfang der 1960er Jahre übernahm er die Leitung für das gesamte Programm des Spieleverlags. In dieser Zeit entstanden auch unter seiner Regie die Klassiker Memory (1959), Malefiz (1960), sowie die Ravensburger Hobby- (ab 1961) und Taschenbücher (ab 1962). Auch das Erscheinen der ersten Puzzles dieses Unternehmens fällt 1964 unter sein Initiative.

Glonnegger erkannte den Trend zur frühzeitigen Internationalisierung des Spielemarktes und kam in Kontakt zu zahlreichen Autoren, deren Ideen er mit ihnen zusammen umsetzte, wie beispielsweise Alex Randolph und Max Kobbert. Später brachte er die in großen Auflagen erschienenen Spiele Börsenspiel, Erstes Rechnen, Deutschlandreise, Handel und Wandel und Emil und die Detektive erfolgreich auf den Markt. Auch für die in Sammlerkreisen begehrten Spiele der Casino-Serie fungierte er als Herausgeber.[2] Die erste Auszeichnung des Spielepreises Spiel des Jahres für Hase und Igel ging im Jahr 1979 auch aufgrund seines Engagements an den Verlag nach Ravensburg.[3]

Sein 1988 erstmals beim Hugendubel-Verlag erschienenes kulturgeschichtliches Fachbuch Das Spiele-Buch gilt als ein Standardwerk.[4]

Bücher (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eigene Spiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1956: Handel und Wandel
  • 1959: Such mich – fang mich
  • 1962: Summy
  • 1969: Emil und die Detektive

Bearbeitungen einzelner Spiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spielesammlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verschiedene Spielesammlungen und -serien wurden von Glonnegger bearbeitet und bei Ravensburger herausgegeben.

  • 1955: Ravensburger Spielemagazin
  • 1963: Schöne alte Spiele
  • 1966: 4 erste Spiele
  • 1972: Casino-Serie
  • 1972: Traveller-Serie
  • 1974: Ravensburger Familienspiele

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Glonnegger erhielt am 29. November 1985 das Bundesverdienstkreuz am Bande.[5] In der Laudatio bei der Verleihung der Auszeichnung hieß es: Dem „Nestor“ des Gesellschaftsspiels wird diese Ehrung zuteil aufgrund seines herausragenden Engagements in der Öffentlichkeit für die Welt des Spiels ... Mit seinem umfassenden Fachwissen, seinen zahlreichen Veröffentlichungen, darunter auch selbstentwickelte Spiele, nimmt Erwin Glonnegger heute einen international anerkannten Platz in der aktuellen Spiel-Geschichte ein.[6] Anlässlich seines 80. Geburtstages fand im Rahmen der Süddeutschen Spielemesse in Stuttgart im Oktober 2005 eine vom Deutschen Spiele-Archiv in Marburg ausgerichtete Ausstellung zu seinem Leben und Werk statt.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ravensburger Spieleerfinder gestorben: Trauer um Erwin Glonnegger, SWR (Memento vom 8. Februar 2016 im Internet Archive)
  2. Die Ravensburger Casino-Serie bei alte-spiele.de
  3. Foto und Rede anlässlich seines 80. Geburtstages auf der Homepage Spiel des Jahres (Memento vom 27. September 2007 im Internet Archive)
  4. Trauer um Erwin Glonnegger, Hall9000 vom 9. Februar 2016, abgerufen 19. Februar 2016
  5. Auskunft Bundespräsidialamt
  6. Flyer (PDF; 1,6 MB) zur Ausstellung Erwin Glonnegger – Ein Leben für die Spiele (Memento vom 27. September 2007 im Internet Archive)
  7. Kurzbericht zur Sonderausstellung 2005 auf der Homepage Spiel des Jahres (Memento vom 27. September 2007 im Internet Archive)