Essent

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Essent NV
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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1999
Sitz ’s-Hertogenbosch, Niederlande

Leitung

Umsatz 7,3 Mrd. EUR (2013)
Branche Strom und Gas
Website www.essent.nl
Essent-Gebäude in 's Hertogenbosch

Die Essent NV ist der führende niederländische Energieversorger. Das Unternehmen ist auch in Belgien tätig. Es unterhält Kraftwerke, in denen es einen großen Teil der an die Abnehmer gelieferten elektrischen Energie selbst herstellt. Seit 2009 ist Essent Teil der RWE-Gruppe. Der Bereich Fernwärme Essent Local Energy Solutions (ELES) wurde am 24. Dezember 2013 an den genossenschaftlichen niederländischen Pensionsfonds PGGM und den Energiedienstleister Dalkia verkauft.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Essent entstand im Jahr 1999 aus einer Fusion zwischen der PNEM/Mega-Gruppe und der EDON-Gruppe, deren Wurzeln in die ersten beiden Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts zurückreichen.

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Essent NV beliefert in den Niederlanden rund 2,5 Millionen Kunden mit Elektrizität und/oder Gas. Etwa 30 % der niederländischen Haushalte sind Kunden von Essent. Das Unternehmen lieferte 2007 30.298 GWh an seine Abnehmer. Davon stammten 7 % aus Kernenergie; Essent ist hälftiger Miteigentümer des einzigen niederländischen Kernkraftwerks in Borssele. Zu 17 % sind Wind- und Wasserkraft an der Stromerzeugung beteiligt.

Konzernstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben ihrer eigenen operativen Tätigkeit war die Essent NV als Holding an folgenden Tochterunternehmen beteiligt:

  • (bis 1. Juli 2009) Essent Netwerk BV (100 %) – Anlage, Wartung und Verwaltung der Transport- und Verteilnetze für Elektrizität und Gas
  • (bis Oktober 2009) swb AG, Bremen (51 %) – Energieversorger in Bremen mit Unterbeteiligungen an anderen Stadtwerken

Die Essent NV war bis 1. Oktober 2009 vollständig im Besitz der öffentlichen Hand. Rund 74 % der Aktien des Unternehmens wurden von sechs niederländischen Provinzen (Nordbrabant 30 %, Overijssel 18 %, Limburg 16 %, sonstige 10 %) und die übrigen 26 % von fast 140 niederländischen Gemeinden im Norden, Osten und Süden der Niederlande gehalten.

Am 12. Januar 2009 gab der deutsche Energiekonzern RWE in einer Pflichtmitteilung an der Börse bekannt, sich mit Essent "über die Konditionen für ein verbindliches Barangebot von RWE an die Anteilseigner von Essent zum Erwerb sämtlicher Anteile" geeinigt zu haben. RWE strebte eine Übernahme von mindestens 80 % des Grundkapitals von Essent an. Das Unternehmen war jedoch nicht an einer Übernahme von Essents Gas- und Stromnetzen sowie dem Entsorgungsgeschäft interessiert.

Am 30. September 2009 gab RWE bekannt, die Transaktion an diesem Tag abgeschlossen zu haben:[2]

„Essents 50-%-Anteil an EPZ – dem Joint Venture, das das Kernkraftwerk Borssele betreibt – ist derzeit nicht Teil der Transaktion und verbleibt vorerst bei den früheren Anteilseignern von Essent. Zur Übernahme dieses Anteils steht noch eine endgültige gerichtliche Klärung aus. Auch die Umweltsparte „Essent Milieu“ wird RWE nicht übernehmen (Diese wurde ausgegliedert und firmiert mittlerweile als Attero B.V.).[3] Bereits am 30. Juni 2009 hatte Essent das Verteilnetzgeschäft in den Niederlanden auf die früheren Anteilseigner übertragen.

Die Europäische Kommission hatte die Akquisition am 23. Juni 2009 genehmigt und dabei eine Auflage erlassen, die den deutschen Markt betrifft: Essent darf seinen 51-%-Anteil an den Stadtwerken Bremen (swb) nicht in die Transaktion einbringen. Dieser Anteil wurde an die EWE AG in Oldenburg verkauft, die an dem Unternehmen nun 100 Prozent hält.[4] Unter Berücksichtigung des Verkaufs des swb-Anteils und der Ausgliederung des EPZ-Anteils sowie weiterer Wertanpassungen beläuft sich das Transaktionsvolumen auf rund 7,3 Milliarden Euro.“

Zu der Borssele-Beteiligung teilte die Delta NV am 17. Mai 2011 mit:

„DELTA, a utility company with public shareholders, will become the majority shareholder of the nuclear power plant in Borssele. This will safeguard that the safety of the nuclear power plant will remain in public hands.

This has been the result of a large number of discussions between the former Essent shareholders, DELTA and the German energy company RWE, which is written down in a letter of intent.

DELTA and the former Essent shareholders will now be burying the legal hatchet concerning the shares. This will prevent the impasse related to the distribution of shares within EPZ from continuing for many years to come.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. RWE verkauft niederländische Tochter Essent (Memento vom 30. Dezember 2013 im Internet Archive)
  2. Essent und RWE schließen Transaktion ab
  3. Essent Milieu mit neuem Namen Attero. Abgerufen am 4. August 2011.
  4. EWE AG kauft swb ganz. Abgerufen am 4. August 2011.
  5. Public say in the Borssele nuclear power plant safeguarded