EWE (Versorgungsunternehmen)

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EWE AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1943
Sitz Oldenburg, DeutschlandDeutschland Deutschland

Leitung

  • Michael Heidkamp[1]
  • Wolfgang Mücher[1]
Mitarbeiter 8.855 (2015)[2]
Umsatz 7,8 Mrd. Euro (2015)[2]
Branche Energieversorger
Website www.ewe.com
Stand: 31. Dezember 2015 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2015

Die EWE AG (ehemals Energieversorgung Weser-Ems) ist ein Versorgungsunternehmen im Bereich Strom, Erdgas, Telekommunikation, Informationstechnologie und Umwelt. Derzeit gilt die als deutsche Aktiengesellschaft organisierte EWE als fünftgrößtes Energieversorgungsunternehmen in Deutschland.

Unternehmensprofil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

EWE ist in der Ems-Weser-Elbe-Region, in Bremen, Brandenburg, auf der Ostseeinsel Rügen, in Westpolen und der Türkei tätig. Der Unternehmenssitz befindet sich in Oldenburg. In den deutschen Stammgebieten hatte die EWE vor der Liberalisierung der Energie-Märkte das Monopol, und besitzt daher auch heute noch einen sehr hohen Marktanteil. Sie ist zu 26 Prozent an der Oldenburger Busgesellschaft Verkehr und Wasser GmbH (VWG) beteiligt.

EWE Vertrieb ist als 100-prozentiges Tochterunternehmen der Strom- und Erdgasanbieter zwischen Ems und Elbe, in Brandenburg und auf Rügen. EWE Tel, auch 100-prozentiges Tochterunternehmen, bietet seit September 1996 Telekommunikations-Dienstleistungen in weitgehend denselben Regionen an. EWE Netz betreibt Strom-, Erdgas- und Telekommunikationsnetze im Nordwesten Deutschlands und in Teilen Brandenburgs. An der ehemals 100-prozentigen EWE-Tochter sind inzwischen Städte und Gemeinden aus Nordwestdeutschland mit 3,1 Prozent beteiligt. EWE Gasspeicher, ebenfalls eine 100-prozentige Tochter der EWE, ist als Energiedienstleister im Bereich der Erdgasspeicher tätig. Die Gastransport Nord (GTG), eine 100-prozentige Tochter, wurde im März 2012 als unabhängiger Fernleitungsnetzbetreiber des L-Gasfernleitungsnetzes im EWE-Konzern gegründet. In Bremen ist EWE mit der Tochter swb vertreten, an der das Unternehmen alle Aktien bis auf eine hält, die bei der Stadt Bremen verbleibt. Mit der 100-prozentigen Tochter BTC AG bietet EWE IT-Dienstleistungen und Software an.

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1930 bis 1999[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Im Jahr 1930 wurde die neu gegründete Oldenburgische Stromversorgungs AG (Oldag) mit der Weser-Ems-Stromversorgungs AG (Wesag) zur Stromversorgungs AG Oldenburg-Ostfriesland (Strosag) zusammengeschlossen. Damit war der Grundstein für die EWE gelegt, und somit wird das Jahr 1930 als Geburtsjahr der EWE angesehen.

1943 wurden die Strosag und der „Landeselektrizitätsverband Oldenburg (LEV)“ unter dem Namen „Energieversorgung Weser-Ems AG (EWE)“ zusammengeschlossen.

Ein weiterer großer Meilenstein war 1959 die Erdgasversorgung in Oldenburg, das damit die erste mit Erdgas versorgte Großstadt Deutschlands wurde.

Die EWE erreichte 1986 eine Stromkundenzahl von 500.000 und erschloss zwei weitere Jahre später das Geschäftsfeld der Abfallwirtschaft.

Der Aufbau einer Erdgasversorgung im östlichen Teil Brandenburgs erfolgte ab 1990.

1992 erfolgte die Namensänderung in „EWE Aktiengesellschaft“.

Im Jahr 1996 wurde schließlich die Telekommunikationstochter EWE TEL GmbH gegründet.

1998 fusionierte die EWE mit dem Regionalversorger Überlandwerk Nord-Hannover AG.

Die Geschäftsfelder der Gebäudesicherheit „Gebäude Sicherheit Nord GmbH“ und Grundstückserschließung (EWE UDG) wurden 1999 erschlossen, während gleichzeitig mit dem Aufbau eines Versorgungsnetzes in Polen begonnen wurde.

Ab 2000[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Gründung der EASY Plus GmbH und der Business Technology Consulting AG stieg EWE in die IT-Branche ein.[3]

2001 wurde der Telekommunikationsdienstleister nordCom GmbH übernommen und die EWE Stiftung gegründet.

Im Jahr danach folgte, neben dem kompletten Erwerb des Bremer Telekommunikationsunternehmens BREKOM und der Stadtwerke Bremervörde, eine Beteiligung von 74,95 % an dem Telekommunikationsdienstleister osnatel GmbH in Osnabrück und eine Beteiligung von 10 % an den Stadtwerken Frankfurt/Oder.

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2003 erwarb die EWE 47,9 % der Anteile an der VNG – Verbundnetz Gas AG, einem Gashandelsunternehmen mit Sitz in Leipzig, die E.ON im Rahmen der Erfüllung der Auflagen für die Ministererlaubnis zum Kauf der E.ON Ruhrgas verkaufen musste. Rechtsgültig wurde dieser Erwerb zum Januar 2004. Gleichzeitig erwarben die kommunalen Mehrheitseigentümer die nicht in ihrem Besitz befindlichen 27,4 % der EWE-Anteile von E.ON durch Ausübung des vorhandenen Vorerwerbsrechtes, die auch im Rahmen der oben erwähnten Ministererlaubnis von E.ON verkauft werden mussten. Damit gehörte die EWE vorübergehend komplett den Städten und Landkreisen der Ems-Weser-Elbe-Region. Außerdem erfolgten noch die Beteiligung an den Stadtwerken Cuxhaven (74,9 %) und an dem Regionalversorger Stadtwerke Bremen (SWB) (32,36 %). 2004 sah dann die Erhöhung der Beteiligung an der SWB auf 49 % sowie den Erwerb von 50 % der Anteile an der Telefongesellschaft HTP in Hannover

2006 wurden eine Mehrheit von 51 % an dem Telekommunikationsanbieter Teleos GmbH & Co. KG in Herford sowie die noch verbleibenden Anteile an den Stadtwerken Cuxhaven erworben. Außerdem schlossen sich die EWE-Anteilseigner, vier Städte und 17 Landkreise aus der Ems-Weser-Elbe-Region, zum 1. November zu einem gemeinsamen Zweckverband, dem Ems-Weser-Elbe Versorgungs- und Entsorgungsverband, zusammen.

2007 beteiligte sich EWE mit 39,9 % am regionalen türkischen Erdgasversorger Bursagaz A.S. mit Sitz in Bursa und erwarb alle Geschäftsanteile des Telekommunikationsunternehmens BCC Business Communication Company GmbH mit Sitz in Wolfsburg. 2008 erhöhte die EWE AG ihre Anteile an den türkischen Versorgern Bursagaz A.S. und Kayseri Dogalgaz A.S. von jeweils 39,9 % auf 80 %. Die restlichen 20 % der beiden Unternehmen gehören jeweils zu 10 % der türkischen Çalik Holding und zu je 10 % den Kommunen Bursa und Kayseri.[4]

Am 26. August 2008 fusionierten EWE TEL und die „Teleos GmbH & Co. KG“ mit Sitz in Herford zu einem Unternehmen. Rückwirkend zum 1. Januar 2008 wurden die beiden regionalen Telekommunikationsunternehmen zusammengeführt und firmieren seither als „EWE TEL GmbH“. Teleos wurde als Marke der EWE TEL GmbH zunächst fortgeführt.[5] Seit dem 1. Juni 2011 werden die Leistungen im Raum Ostwestfalen-Lippe unter der Marke EWE angeboten.

Ebenfalls 2008 erwarb EWE TEL die Mehrheit an der „Martens Gesellschaft für Antennen und Kabelanlagen mbH“, einem regionalen Kabelnetzbetreiber in Hamburg und Umgebung mit eigenem Glasfasernetz. Martens wurde im Juni 2011 an die ACN Telekabel Holding GmbH verkauft.[6]

Die osnatel GmbH gehört seit Januar 2009 zu 100 % EWE TEL und wurde im Juni 2009 rückwirkend zum Januar 2009 mit der EWE TEL GmbH verschmolzen.

Im Juni 2009 gab EWE bekannt, dass sie die restlichen 51 % an der SWB erwirbt; EWE hält somit fortan 100 % an SWB, eine Aktie verbleibt bei der Freien Hansestadt Bremen.[7] Im Juli 2009 beteiligte sich EnBW mit 26 % am Kapital der EWE; der Einstieg erfolgte in Form eines Aktienkaufes und einer Kapitalerhöhung.[8]

Seit Juni 2011 bietet die EWE TEL GmbH ihre Produkte unter der Marke EWE an.

2015 kündigte EWE an, seine VNG-Anteile, die das Unternehmen zuvor auf 74,2 Prozent aufgestockt hatte, an EnBW zu verkaufen und im Gegenzug die Anteile, die EnBW an EWE hält, zurückzukaufen.[9] Ebenfalls 2015 stieg die EWE AG mit 90 % beim Onlineshop Grünspar GmbH in Münster ein.[10] Im Oktober 2016 hat das Unternehmen eine neue Konzernstrategie vorgestellt, um bis 2026 das führende Energieunternehmen für Deutschlands Norden zu sein und um weiter profitabel am Markt agieren zu können.[11]

Geschäftszahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Umsatz des Konzerns lag im Geschäftsjahr 2014 bei 8,134 Milliarden Euro, das Periodenergebnis bei 146,3 Mio. Euro.[12] 2013[13] und 2012[14] wurden Periodenergebnisse von 57,2 Mio. Euro bzw. 138,8 Mio. Euro erwirtschaftet, während im Jahre 2011 ein Verlust ausgewiesen werden musste.[15]

Gesellschafter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum 20. April 2016 wurden die Anteile an der EWE zu 64 % von der Weser-Ems Energiebeteiligungen GmbH, Oldenburg und zu 20 % von der Energieverband Elbe-Weser Beteiligungsholding GmbH, Oldenburg gehalten; beide Gesellschaften werden letztlich von öffentlich-rechtlichen Körperschaften des Versorgungsgebietes der EWE kontrolliert. 6 % hält die EnBW Energie Baden-Württemberg, wird sich von diesem Anteil aber bis 2019 trennen. EWE selbst hält 10 %. Ab 2017 wird ein neuer strategischer Partner gesucht.[16]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sponsorentätigkeit[17][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritik im Rahmen von Sponsoring / Verdacht auf Korruption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September 2011 geriet EWE in die Kritik wegen des Sponsorings des Präventionsprogramms „Sign“ an niedersächsischen Schulen; Ausgaben in Millionenhöhe seien über mehrere Jahre nicht ausreichend kontrolliert worden.[18]

Wenig später wurde dem damaligen Vorstandschef Werner Brinker vorgeworfen, im Jahr 2002 ein Sponsoring der Landesgartenschau Eberswalde mit der Übernahme von Anteilen an den dortigen Stadtwerken verknüpft zu haben. Die Staatsanwaltschaft Neuruppin hatte wegen Vorteilsgewährung gegen Brinker und ein weiteres Vorstandsmitglied ermittelt, die Ermittlungen aber gegen eine Unternehmensgeldbuße in Höhe von 400.000 Euro eingestellt. Im Oktober 2011 kam heraus, dass über die Geldbuße nicht der gesamte Aufsichtsrat der EWE informiert worden war. Brinker und der damalige Vorsitzende des Aufsichtsrats, Günther Boekhoff, nannten das „aus heutiger Sicht“ einen Fehler.[19] Im November 2016 gab die EWE bekannt, ihr Sponsoring-Engagement deutlich zu reduzieren. Anfang Februar 2017 wurde bekannt, dass der Nachfolger als Vorstandsvorsitzender, Matthias Brückmann, im Oktober 2016 eine Spende in Höhe von 253.000 Euro an die Stiftung von Wladimir und Witali Klitschko veranlasst hat.[20] Es gibt unterschiedliche Informationen, ob eine Gegenleistung in Form von PR-Terminen von Vitali Klitschko vereinbart wurden oder nicht. Fest steht bis jetzt nur, dass es keine schriftlichen Vereinbarung dazu gibt. Der Vorgang wird unternehmensintern von der KPMG untersucht.[21] Am 3. Februar 2017 informierte Brückmann die Öffentlichkeit, dass er den Spendenbetrag nun privat übernehmen werde.[22] Am 7. Februar 2017 hat das EWE-Aufsichtsratspräsidium dem Kontrollgremium einstimmig empfohlen, Herrn Brückmann als Vorstandsvorsitzenden abzuberufen. Bis zur formalen und endgültigen Entscheidung in einer Aufsichtsratssitzung am 22. Februar 2017 werde Brückmann sein Amt ruhen lassen.[23] Am 22. Februar 2017 hat der Aufsichtsrat der EWE AG einstimmig die fristlose Entlassung von Brückmann beschlossen.[24]

Bei der Besetzung von Nachfolgepositionen im Vorstand wurden verantwortlichen Aufsichtsratsvertretern der Politik (u.a. Heiner Schönecke) im Vorfeld umfangreiche Gefälligkeiten erwiesen.[25] Weiter wurde Anfang 2017 bekannt, dass vielfach Aufträge im Netzbereich nur gegen persönliche Vorteilsgewährung von Führungskräften vergeben wurden.[26]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Vorstand
  2. a b Geschäftsbericht 2015
  3. Geschichte der EWE AG
  4. EWE erhöht Beteiligungen an türkischen Energieversorgungsunternehmen – Unternehmen wird Mehrheitsaktionär von Bursagaz und Kayserigaz, Oldenburg, 28. Oktober 2008.
  5. EWE führt Tochterunternehmen EWE TEL und Teleos zusammen
  6. Pressemitteilung der ACN Telekabel
  7. ewe.com - Unternehmensportrait swb AG, aufgerufen am 16. August 2013.
  8. EWE und EnBW begrüßen Entscheidung des Bundeskartellamtes: Beginn einer neuen strageischen Partnerschaft, 6. Juli 2009.
  9. Pressemitteilung: EWE veräußert VNG-Beteiligung an EnBW und erwirbt seine eigene Aktien. 16. Oktober 2015, abgerufen am 17. März 2016.
  10. Oldenburger Versorger erwirbt Mehrheit an Onlineshop Grünspar, abgerufen am 9. August 2015
  11. EWE wird bis 2026 führendes Energieunternehmen für Deutschlands Norden sein, abgerufen am 17. Dezember 2016
  12. EWE beendet durchwachsenes Geschäftsjahr mit positivem Jahresergebnis. 23. April 2015, abgerufen am 17. März 2016.
  13. EWE behauptet sich in schwierigem Marktumfeld. 23. April 2014, abgerufen am 17. März 2016.
  14. EWE erzielt klar positives Ergebnis. 12. März 2013, abgerufen am 17. März 2016.
  15. EWE-Ergebnis durch Sondereffekte belastet. 1. März 2012, abgerufen am 17. März 2016.
  16. http://www.ewe.com/de/presse/pressemitteilungen/2016/04/ewe-und-enbw-schließen-neuordnung-ihrer-beteiligungsverhältnisse-ab-ewe-ag
  17. Für Menschen und die Region - Sponsoring bei EWE. In: www.ewe.de. Abgerufen am 17. März 2016.
  18. http://taz.de/Spendenkrimi-bei-EWE/!t168/
  19. http://taz.de/Oldenburgs-Energiekonzern-EWE-im-Zwielicht/!80462/
  20. Matthias Brückmann: Fiel Brückmann wirklich über die Klitschko-Spende? Handelsblatt, 23. Februar 2017, abgerufen am 24. Februar 2017.
  21. Karsten Krogmann/Jörg Schürmeyer in nwzonline.de: Affäre Um Ewe-Chef Brückmann. Klitschko weist „Deal“ mit Oldenburger Konzern zurück, abgerufen am 3. Februar 2017
  22. Karsten Krogmann/Jörg Schürmeyer/Marco Seng in nwzonline.de: Umstrittene Zahlung Von 253.000 Euro. EWE-Chef zahlt Klitschko-Spende jetzt aus eigener Tasche, abgerufen am 5. Februar 2017
  23. EWE-Aufsichtsratsspitze: Brückmann soll gehen. In: www.ndr.de. Abgerufen am 7. Februar 2017.
  24. EWE feuert Vorstandschef Brückmann. In: www.nwzonline.de. Abgerufen am 22. Februar 2017.
  25. Jürgen Flauger, Sönke Iwersen: Führungschaos bei EWE. In: Handelsblatt. 21. Februar 2017, S. 16.
  26. Jürgen Flauger, Sönke Iwersen: Das Netz wird geprüft. In: Handelsblatt. 17. Februar 2017, S. 16.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: EWE AG – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 53° 8′ 20″ N, 8° 11′ 47″ O