Innogy

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innogy SE

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Rechtsform Europäische Gesellschaft
ISIN DE000A2AADD2
Gründung 2016[1]
Sitz Essen, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung
Mitarbeiterzahl 42.393 (FTE 2017)[2]
Umsatz 43,1 Mrd. € (2017)[2]
Branche Energieversorgung
Website www.innogy.com

Die Innogy SE (Eigenschreibweise innogy; Kofferwort aus engl. innovation „Neuerung“ und energy „Energie“) ist eine börsennotierte Tochtergesellschaft des deutschen Energieversorgers RWE, die am 1. April 2016 gegründet wurde. Sie betreibt Verteilnetze, vertreibt Energie und erzeugt elektrischen Strom zum größten Teil aus erneuerbaren Energien.[3] Im März 2018 gaben RWE und E.ON bekannt, vereinbart zu haben, dass RWE im Rahmen eines weitreichenden Tauschs von Vermögenswerten und Geschäftsbereichen den gesamten durch RWE gehaltenen Innogy-Anteil von 76,8 Prozent an E.ON überträgt. Dabei erhält RWE sowohl das Erneuerbare-Energien-Geschäft von Innogy als auch alle wesentlichen erneuerbaren Energieaktivitäten von E.ON.[4][5][6]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innogy ist überwiegend als Netzbetreiber und im Energievertrieb tätig. Außerdem plant, baut und betreibt das Unternehmen Stromerzeugungsanlagen, vor allem Windkraftanlagen (On- und Offshore), Wasserkraftwerke und Photovoltaikanlagen.[7] Mitte 2009 hatte die RWE Innogy, eine der Vorgängergesellschaften, Anlagen mit einer installierten Gesamtleistung von mehr als 1,4 Gigawatt. Im März 2011 waren es bereits 2,4 GW mit weiter steigender Tendenz (1,1 GW in Bau).[8] Im Jahr 2012 produzierte RWE rund 4,2 % ihres Stroms aus erneuerbaren Energiequellen (einschließlich der heute von Innogy verwalteten Wasser- und Biomassekraftwerke)[9]

Unter dem Namen RWE Innogy GmbH wurde ab 2008 die Sparte für erneuerbare Energien im RWE-Konzern gegründet. Sie übernahm den Namen der im Jahr 2002 von RWE übernommenen Innogy plc, eine Wortschöpfung aus Innovation und Energy. 2016 wurde die Innogy SE gegründet (zunächst als RWE International SE), auf die die Sparten Erneuerbare, Netze und Vertrieb der RWE übertragen wurden.

Innogy ist vorrangig in Europa aktiv, mit Schwerpunkten in Deutschland, Großbritannien (Übernahme der Aktivitäten von RWE npower), Frankreich, Spanien, Polen, Portugal und Italien.[7] Im Juli 2017 hat Innogy eine Tochtergesellschaft für Elektromobilität in den USA gegründet.[10]

Am 12. Dezember 2017 veröffentlichte Innogy eine Gewinnwarnung.[11] Daraufhin gab 19. Dezember 2017 Werner Brandt, Aufsichtsratsvorsitzender von Innogy, die Trennung von CEO Peter Terium bekannt.[12][13]

Am 11. März 2018 wurde bekannt, dass Innogy an E.ON verkauft wird: Im Zuge einer Kapitalerhöhung im Volumen von 20 Prozent gewährt E.ON dem bisherigen Konkurrenten eine Beteiligung von 16,7 Prozent.[14]

Den derzeitigen Minderheitsaktionären von Innogy hatte E.ON im Rahmen eines freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots den Kauf ihrer Aktien in bar angeboten. Für 9,4 Prozent der stimmberechtigten Aktien wurde das Übernahmeangebot angenommen, dadurch wird der Gesamtanteil von E.ON an Innogy nach Vollzug der Transaktion auf 86,2 Prozent steigen.[15]

Anlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Windpark Thornton Bank, Bauphase 1, Windenergieanlagen D1 bis D6

Innogy betreibt unter anderem die On- und Offshore-Windparks

Lage von Nordsee Ost innerhalb der Windparks in der Deutschen Bucht und deren Anbindung ans Festland
Luftaufnahme des Windparks Rhyl Flats

sowie das Biomasseheizkraftwerk Wittgenstein (Deutschland, 5 MW) und das Holzheizkraftwerk Berlin-Neukölln/Gropiusstadt (21,5 MW elektrisch, 164 MW thermisch).

Aufteilung der Innogy[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 11. März 2018 gaben RWE und E.ON bekannt, dass die beiden europäischen Energieunternehmen ihre Aktivitäten „fokussieren“ wollen. In der Pressemitteilung von RWE heißt es:

  • „E.ON wird zu einem hochgradig fokussierten Betreiber europäischer Energienetze und Anbieter moderner Kundenlösungen, ideal positioniert, um als Innovationstreiber die Energiewende in Europa voranzutreiben. Damit bereitet sie sich auf die steigenden und berechtigten Ansprüche der Energiekunden in Deutschland und Europa vor, etwa im Bereich der Elektromobilität oder der zunehmenden Vernetzung von Produktion und Angeboten in lokalen Netzstrukturen.
  • RWE wird zu einem führenden europäischen Stromerzeuger bei den erneuerbaren Energien mit einem attraktiven Wachstumspotenzial, optimal kombiniert mit der Versorgungssicherheit aus konventionellen Kraftwerken und dem Energiehandel.
  • E.ON erwirbt von RWE deren 76,8 Prozent-Anteil an innogy. Im Rahmen eines Tauschs von Geschäftsaktivitäten erhält RWE alle wesentlichen erneuerbaren Energieaktivitäten von E.ON und das erneuerbare Energiegeschäft von innogy, eine Minderheitsbeteiligung von 16,67 Prozent an der erweiterten E.ON sowie weitere Assets. RWE wird zudem 1,5 Milliarden Euro an E.ON zahlen.
  • E.ON unterbreitet den Minderheitsaktionären von innogy ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot. Der Gesamtwert dieses Angebots von 40,00 Euro je Aktie setzt sich aus dem Angebotspreis von 36,76 Euro je Aktie sowie den Zahlungen aus unterstellten Dividenden der innogy SE für die Geschäftsjahre 2017 und 2018 von insgesamt 3,24 Euro je Aktie zusammen.
  • E.ON erwartet signifikante Synergien in Höhe von 600 bis 800 Millionen Euro jährlich, die ab 2022 realisiert werden sollen.“

Im Einzelnen wurde vereinbart, dass RWE ihren Innogy-Anteil von 76,8 Prozent an E.ON verkaufen und dafür folgende Gegenleistungen erhalten wird:

  1. „eine durchgerechnete Beteiligung von 16,67 Prozent an E.ON im Rahmen einer Sachkapitalerhöhung von E.ON aus genehmigtem Kapital;
  2. alle wesentlichen erneuerbaren Energieaktivitäten von E.ON;
  3. das erneuerbare Energie-Geschäft von Innogy, sowie
  4. die Minderheitsbeteiligungen, die E.ONs Tochtergesellschaft PreussenElektra an den von RWE betriebenen Kernkraftwerken Emsland und Gundremmingen hält und
  5. Innogys Gasspeichergeschäft sowie den Anteil am österreichischen Energieversorger Kelag. Des Weiteren sieht die Vereinbarung eine Zahlung von RWE an E.ON in Höhe von 1,5 Milliarden Euro vor.“[16]

Kurz gefasst gehen die Strom- und Gasnetze sowie der Vertrieb an E.ON und die gesamte Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien an RWE. Am 14. März 2018 sendete der E.ON Vorstandsvorsitzende Johannes Teyssen eine Youtube-Botschaft an die Innogy Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.[17]

Ende Januar 2019 meldete E.ON die geplante Übernahme von Innogy bei EU-Kommission an.[18]

Tochterunternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Weitere erneuerbare Energien
    • Belectric Solar & Battery Holding (Photovoltaik), mit ka-tek (Systemintegration Mittel- und Hochspannung), Jurchen Technology (Montage- und Kabel-Systeme) und Padcon (Leitstand)
    • Innogy Renewables UK
  • weitere Beteiligungen
    • Innogy Consulting
    • Innogy Gas Storage NWE
    • Lemonbeat GmbH
    • eluminocity GmbH[19]

Aktie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Aktien der Innogy SE sind seit dem 7. Oktober 2016 im Prime-Standard-Segment der Börse Frankfurt notiert. Es war der bis dahin viertgrößte Börsengang in Deutschland (nach Telekom im Jahr 1996 sowie Deutsche Post und Infineon, beide im Jahr 2000) und der größte seit 16 Jahren.[20] Rund 3 Milliarden Euro flossen an die RWE und 2 Milliarden an Innogy. Zum Ausgabepreis von 36 Euro betrug der Börsenwert des Unternehmens damit 20 Milliarden Euro. Die begleitende Investmentbank Goldman Sachs gab fast 80 Prozent der für die Platzierungsreserve bereitgestellten Aktien zurück. Im Besitz der RWE waren 76,8 Prozent der Anteile.[21][22] Seit 19. Dezember 2016 ist die Innogy-Aktie im MDAX gelistet.

Innogy zahlte für 2016 eine Dividende von 1,60 Euro je Aktie. Damit schüttete Innogy fast 80 Prozent des bereinigten Nettogewinns aus, darunter an weniger als 1 Prozent private Aktionäre.[23]

Am 9. November 2017 erreichte die Aktie ein Hoch mit 42,68 Euro im Xetra, fiel jedoch bereits drei Monate später am 6. Februar 2018 auf einen bisherigen Tiefstand von 28,86 Euro.[24]

Stiftung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 1. Dezember 2016 gibt es die Innogy Stiftung für Energie und Gesellschaft[25], die unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Internationale Lichtkunst jährlich den International Light Award an Lichtkünstler vergibt.[26]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wirtschaftsjournalist Bernd Ziesemer kritisierte im Oktober 2016 die Selbstdarstellung des Unternehmens als grüner Energiekonzern, da Innogy noch rund 60 % seiner Barmittel mit „Stromnetzen und Übertragungsstationen“ (Bereich „Grid and Infrastructure“) erwirtschafte.[27]

Im März 2017 wurden kritische Bemerkungen im Innogy-Artikel unter Nutzung von IP-Adressen, die der RWE zuzuordnen sind, entfernt.[28]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. RWE Fact Book Renewable Energy (April 2009) (PDF; 1,1 MB)
  2. a b Geschäftsbericht 2017. Auf einen Blick. (PDF 4,42 MB) www.innogy.com, 9. März 2017, abgerufen am 2. Dezember 2018.
  3. Rechtliche Informationen: Stromkennzeichnung 2017. In: innogy.com. Abgerufen am 5. Februar 2019.
  4. EON und RWE: Zwei europäische Energieunternehmen fokussieren ihre Aktivitäten. In: rwe.com. 12. März 2018, abgerufen am 19. März 2018.
  5. Ad-hoc-Mitteilung: RWE und EON erzielen Grundsatzeinigung über den Verkauf der 76,8 %igen Beteiligung an Innogy im Rahmen eines weitreichenden Tauschs von Geschäftsaktivitäten. In: rwe.com. 11. März 2018, abgerufen am 19. März 2018.
  6. Ad-hoc-Mitteilung: EON schließt Vereinbarung mit RWE über Erwerb von Innogy im Rahmen eines weitreichenden Tauschs von Geschäftsaktivitäten. In: eon.com. 12. März 2018, abgerufen am 19. März 2018.
  7. a b Innogy Unternehmensbroschüre@1@2Vorlage:Toter Link/www.rwe.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  8. Fact Book Renewable Energy (March 2011)@1@2Vorlage:Toter Link/www.rwe.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 3 MB)
  9. RWE Facts and Figures 2012 (PDF; 11 MB), p. 156
  10. Elektromobilität: Innogy gründet Tochtergesellschaft in USA. www.innogy.com, abgerufen am 11. August 2017.
  11. Innogy: Aktie der RWE-Tochter bricht nach Gewinnwarnung ein. Abgerufen am 15. Februar 2019.
  12. Rheinische Post 20. Dezember 2017: Der fliegende Holländer
  13. Ex-Innogy-Chef Peter Terium: Kurzer Höhenflug – abrupter Absturz. Abgerufen am 15. Februar 2019.
  14. Eon, RWE, Innogy: Wie sich die Energiebranche durch den Innogy-Verkauf verändern wird. In: handelsblatt.com. Abgerufen am 5. Februar 2019.
  15. E.ON schließt freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot erfolgreich ab. In: energyfortomorrow.de. Abgerufen am 5. Februar 2019.
  16. EON und RWE: Zwei europäische Energieunternehmen fokussieren ihre Aktivitäten. In: rwe.com. 12. März 2018, abgerufen am 19. März 2018.
  17. Botschaft von Johannes Teyssen an die Innogy Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Deutsch) auf YouTube, abgerufen am 14. März 2018.
  18. E.ON meldet geplante Übernahme von Innogy bei EU-Kommission an. In: energyfortomorrow.de. Abgerufen am 5. Februar 2019.
  19. Innogy beteiligt sich am Smart City Startup eluminocity. (innogy.com [abgerufen am 1. Dezember 2017]).
  20. Innogy: der größte deutsche Börsengang seit 2000, Süddeutsche Zeitung, 7. Oktober 2016.
  21. Innogy-Aktien knapp über Ausgabepreis, Deutsche Welle, 7. Oktober 2016.
  22. IPO: RWE muss nachträglich Abstriche bei Innogy-Börsengang machen Finanzen.net, am 21.Oktober 2016
  23. Antje Höning: Essen: Bei Innogy bricht der Gewinn ein. Rheinische Post, 14. März 2017, abgerufen am 3. Oktober 2018.
  24. Börsenkurse bei consors, abgerufen am 24. Oktober 2018
  25. Über die Stiftung. Neue Energieimpulse für die Gesellschaft. innogy-stiftung.com, abgerufen am 6. Mai 2017.
  26. Der Award. Zentrum für Internationale Lichtkunst (ilaa.eu), abgerufen am 6. Mai 2017.
  27. Bernd Ziesemer: Grüne Mogelpackung Innogy. Der fulminante Börsenstart der RWE-Tochter übertüncht die Probleme des neuen Unternehmens. Capital.de, 10. Oktober 2016, abgerufen am 3. Oktober 2018.
  28. Marvin Oppong: Hambacher Forst und Innogy: Wie RWE Wikipedia-Inhalte abänderte. In: t3n.de. 5. Oktober 2018, abgerufen am 10. Oktober 2018.