Eta Linnemann

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Eta Linnemann (* 19. Oktober 1926 in Osnabrück; † 9. Mai 2009 in Leer, Ostfriesland) war eine deutsche evangelische Theologin. 1977/78 brach sie komplett mit der Theologie ihres Lehrers Rudolf Bultmann und widerrief die theologischen Positionen, die sie bis dahin vertreten hatte.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eta Linnemann studierte von Oktober 1948 bis Juli 1953 Evangelische Theologie in Marburg, Tübingen und Göttingen. Im August 1953 legte sie an der Georg-August-Universität Göttingen das Erste Staatsexamen, im August 1957 das Zweite Staatsexamen ab. Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers beauftragte Linnemann, Auslegungen biblischer Texte für den Religionsunterricht zu verfassen. Aus dieser Arbeit heraus entstand ihre Dissertation Gleichnisse Jesu – Einführung und Auslegung, mit der sie im Juli 1961 an der Kirchlichen Hochschule Berlin-Zehlendorf summa cum laude zur Dr. theol. promoviert wurde. Zwischen 1961 und 1966 lehrte Linnemann am Seminar für kirchlichen Dienst in Berlin-Zehlendorf, 1967 erhielt sie eine Gastprofessur an der Pädagogischen Hochschule Braunschweig.

Im Februar 1970 habilitierte sich Eta Linnemann in Marburg bei Rudolf Bultmann und Ernst Fuchs mit Studien zur Passionsgeschichte. Am 10. August 1971 wurde ihr eine Honorarprofessur für Neues Testament an der Theologischen Fakultät der Philipps-Universität Marburg verliehen. Im folgenden Jahr berief die Pädagogische Hochschule Braunschweig Eta Linnemann auf den Lehrstuhl für Evangelische Theologie und Methodik des Religionsunterrichtes. Linnemann war Mitglied der internationalen Studiorum Novi Testamenti Societas.

Aufsehen erregte Linnemann 1978, als sie sich, nach eigenen Angaben infolge eines Bekehrungserlebnisses im November 1977, von der historisch-kritischen Methode lossagte und darum bat, ihre bisherigen Veröffentlichungen zu vernichten. Ab 1983 war sie Lehrerin an der Theologischen Hochschule der Indonesischen Missionsgemeinschaft in Batu.[1] In ihrem Buch „Was ist glaubwürdig – die Bibel oder die Bibelkritik?“ behauptete Linnemann 2007 unter Berufung auf einen ungenannten Ohrenzeugen, dass Rudolf Bultmann auf dem Sterbebett seine Lehren widerrufen habe.[2] Ein belastbarer Beleg dieser Behauptung steht jedoch bislang (Stand: 2009) ebenso aus wie ein Echo in der Bultmann-Forschung.

Eta Linnemann lebte zuletzt im Leeraner Stadtteil Loga.

Veröffentlichungen in Auswahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gleichnisse Jesu. Einführung und Auslegung. Vandenhoeck u. Ruprecht, Göttingen 1964, 3. ergänzte Auflage.
  • Die Funktion der Kirchengeschichte im Religionsunterricht – Didaktische Überlegungen und methodische Konsequenzen. In: Klaus Wegenast, Heinz Grosch (Hrsg.): Religionsunterricht unterwegs. Hamburg 1970, S. 65ff.
  • Studien zur Passionsgeschichte. Vandenhoeck u. Ruprecht, Göttingen 1970, (Habilitationsschrift, Universität Marburg).
  • Bibelkritik auf dem Prüfstand. Verl. für Theologie und Religionswiss., Nürnberg 1998, 1. Auflage, ISBN 3-933372-19-4.
  • Gibt es ein synoptisches Problem?. Verl. für Theologie und Religionswiss., Nürnberg 1999, 4. veränderte Auflage, ISBN 3-933372-15-1.
  • Wissenschaft oder Meinung?. Verl. für Theologie und Religionswiss., Nürnberg 1999, 2. erweiterte Auflage, ISBN 3-933372-22-4.
  • Bibel oder Bibelkritik?. Verl. für Theologie und Religionswiss., Nürnberg 2007, ISBN 978-3-937965-86-4.

Vortragsarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis ins hohe Alter hinein erarbeitete die Theologin Vorträge, um Ergebnisse ihrer Arbeit in Bereich der Biblischen Exegese vorzustellen. So bot die Theologin Seminare sowohl für Geistliche und als auch Laien an.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Theologieprofessorin Eta Linnemann gestorben, wegdeslebens.info, vom 15. Mai 2009
  2. Eta Linnemann: Was ist glaubwürdig – die Bibel oder die Bibelkritik?. Nürnberg 2007, ISBN 978-3-937965-86-4, S. 13.