Eugen Dyckerhoff

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Eugen Julius Richard Dyckerhoff (* 8. Mai 1844 in Mannheim; † 4. August 1924 in Biebrich) war ein deutscher Bauunternehmer und Betonpionier.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dyckerhoff war der Sohn des Zementfabrikanten Wilhelm Gustav Dyckerhoff. Dieser gründete zunächst ein Zementwerk bei Wiesbaden (aus dem die Dyckerhoff AG hervorging) und beteiligte sich dann 1865 in Karlsruhe an der Gründung der Gesellschaft zur Herstellung von Betonprodukten Lang & Cie, der späteren Dyckerhoff & Widmann KG. Ein Jahr später trat der Kaufmann Eugen Dyckerhoff in die Firma ein. Er hatte im väterlichen Zementwerk Erfahrungen gesammelt, wo er im Labor der Firma unter seinem Bruder Rudolf - einem Chemiker - gearbeitet hatte. Angeregt durch Besuche bei Betonherstellern im Ausland (Niederlande, Österreich, Frankreich) entwickelte er in eigenen Versuchen in Zusammenarbeit mit seinem Bruder Rudolf den Stampfbeton.[1]

Da die Firmenteilhaber das für die weitere Entwicklung nötige Kapital nicht bereitstellen wollten, holte Dyckerhoff 1869 den Karlsruher Geschäftsmann Gottlieb Widmann (1817–1894) in die Firma, dessen Tochter Adele Widmann (1848–1915) er im selben Jahr heiratete. Anfangs produzierte die Firma Skulpturen sowie Rohre, Behälter und Pflasterungen. Besonders mit ihren Rohren war sie erfolgreich, da Dyckerhoff hohe Qualitätsstandards setzte. Fabriken in Biebrich, Nürnberg, Chemnitz (später verlegt nach Dresden) entstanden. 1880 unternahm Dyckerhoff ausgedehnte Versuche mit Gewölben aus Beton, um den Werkstoff auch im Tragwerksbau populärer zu machen, und präsentierte auf der Gewerbeausstellung 1880 in Düsseldorf eine Fußgängerbrücke aus Beton, die große Aufmerksamkeit fand. Der erste größere Auftrag war ein großer Hochbehälter für die Wiesbadener Wasserwerke 1882 und auch Brücken folgten, unter anderem eine kleine Brücke von 10 m Spannweite in Seifersdorf 1882, die noch heute steht und 1898/99 ein Eisenbahn-Viadukt im Chemnitztal.[2] Auch im Hochbau konnte Dywidag Beton erfolgreich einsetzen, 1908 bis 1910 entstand die Garnisonskirche in Ulm von Theodor Fischer aus Beton und 1911/12 die Jahrhunderthalle in Breslau. 1907 wurde Dyckerhoff und Widmann in eine Aktiengesellschaft umgewandelt mit Dyckerhoff als Aufsichtsratsvorsitzendem.

Dyckerhoff war 1899–1911 Vorsitzender des 1898 gegründeten Deutschen Betonvereins.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Knut Stegmann: Zu den deutschen Anfängen des Bauens mit Beton. Der Stampfbetonpionier Eugen Dyckerhoff (1844–1924). In: "Beton- und Stahlbetonbau" 106 (2011), Heft 6, S. 415–424. doi:10.1002/best.201100021
  • Knut Stegmann: Early Concrete Constructions in Germany – A Review with Special Regard to the Building Company Dyckerhoff & Widmann. In: Karl-Eugen Kurrer, Werner Lorenz und Volker Wetzk (Hg.): Proceedings of the Third International Congress on Construction History. Band 3. Berlin, 2009, S. 1371–1378. ISBN 978-3-936033-31-1 Artikel als PDF
  • Deutscher Ausschuß für Stahlbeton (Hg.): Fünfzig Jahre Deutscher Ausschuß für Stahlbeton 1907–1957. Berlin, 1957, S. 35f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stegmann, 2011, S. 416–418.
  2. Stegmann, 2009, S. 1375–1376.
  3. Auszeichnungen Dyckerhoffs@1@2Vorlage:Toter Link/www.tu-cottbus.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. bei der Brandenburgischen Technischen Universität.