Europäische Zahlungsunion

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Die Europäische Zahlungsunion (EZU) war ein Zusammenschluss von 14 europäischen Ländern sowie dem Pfund Sterling-Gebiet, um den multilateralen Handels- und Zahlungsverkehr in Westeuropa zu fördern. Die 14 Länder waren Westdeutschland, Österreich, Schweiz, die Benelux-Staaten, Norwegen, Schweden, Dänemark, Frankreich, Portugal, Italien, Griechenland, die Türkei und Island.

Diese Länder schlossen im September 1950 rückwirkend zum 1. Juli 1950 das Abkommen über die Gründung einer Europäischen Zahlungsunion (englisch Agreement for the establishment of a European Payments Union). Ziel war die freie Konvertibilität aller beteiligten Währungen, ohne auf die damals knappen US-Dollar zurückgreifen zu müssen. Erreicht wurde dieses Ziel durch einen Kreditmechanismus und multilaterales Clearing. Die Verantwortung für Clearing-Zahlungen wurde der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich übertragen.[1] Vierzehn westeuropäische Staaten erklärten im Dezember 1958 die Konvertibilität ihrer Währungen;[2][3] danach wurde die EZU aufgelöst und abgewickelt. Nachfolger wurde das Europäische Währungsabkommen.

Die Europäische Zahlungsunion war - ebenso wie später das europäische Währungssystem auf der Basis der Verrechnungswährung ECU - auch wesentlich mitinspiriert von John Maynard Keynes' Plan einer internationalen Clearing Union, den er 1944 auf der Konferenz von Bretton Woods vorgestellt hatte. Keynes wiederum hatte sich bei seinem Plan auch von Walther Funks Rede zur wirtschaftlichen Neuordnung Europas vom 25. Juli 1940 anregen lassen[4].

Gemeinsamer Erfahrungshintergrund der Überlegungen waren die schlechten Erfahrungen mit dem Goldstandard während der Weltwirtschaftskrise.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1.  Barry Eichengreen: Globalizing Capital: A History of International Monetary System. 1998, ISBN 0-691-00245-2, S. 106–109.
  2. Monatsberichte der Deutschen Bundesbank. Dezember 1958, Seite 3ff.: DM wird frei konvertierbar
  3. Geschäftsbericht der Deutschen Bundesbank für das Jahr 1958, Seite 47f.
  4. "In my opinion about three quarters of the passages quoted from the German broadcasts would be quite excellent if the name of Great Britain were substituted for Germany or the Axis, as the case may be. If Funk's Plan is taken at its face value, it is excellent and just what we ourselves ought to be thinking of doing. If it is to be attacked, the way to do it would be to cast doubt and suspicion on its bona fides." (John Maynard Keynes, 20. November 1949: Letter to H. Nicolson, T247/85, Public Record Office. Zitiert nach D. Moggridge (Hrsg.), The Collected Writings of John Maynard Keynes, Volume XXV: Activities, 1940-1944 - Shaping the Post War World: The Clearing Union. Basingstoke: The Macmillan Press Ltd. 1980, S. 2)