Europäische Zollunion

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Europäische Zollunion
  • Europäische Union
  • Andorra, Monaco, San Marino und die Türkei

Der Begriff Europäische Zollunion bezeichnet die seit 1968 innerhalb der Europäischen Union (EU) bestehende Zollunion. Sie hat zur Folge, dass der Handel zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten nicht durch Zölle oder gleichwirkende Abgaben behindert wird.

Die rechtliche Grundlage für die Zollunion bietet Art. 28 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV). Zwischen den Mitgliedstaaten der EU sind Ein- und Ausfuhrzölle (Art. 30 AEUV), sowie mengenmäßige Handelsbeschränkungen (Art. 34 und Art. 35 AEUV) verboten, ausgenommen hiervon sind jedoch Waren wie Kraftstoffe, Tabak, alkoholische Getränke und Kaffeeprodukte. Zudem verfügen sie über einen Gemeinsamen Zolltarif, der für alle Mitgliedstaaten verbindlich vom Rat auf Vorschlag der Kommission festgelegt wird (Art. 31 AEUV).

Monaco und die britischen Gebiete Akrotiri und Dhekelia, Guernsey, Isle of Man und Jersey bilden integrale Bestandteile des Zollgebietes der EU.[1][2]

Andorra, San Marino und die Türkei befinden sich jeweils in einer Zollunion mit dem Zollgebiet der EU.[3][4]

Island, Liechtenstein und Norwegen bilden zusammen mit den Mitgliedstaaten der EU den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), einen gemeinsamen Markt, innerhalb dessen keine Binnenzölle erhoben werden dürfen. Der gemeinsame Außentarif findet auf Island, Liechtenstein und Norwegen jedoch keine Anwendung.[5] Für Liechtenstein bestehen dabei besondere Regelungen auf Grund seiner Zugehörigkeit zum Schweizer Zollgebiet.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Act concerning the conditions of accession of the Czech Republic, the Republic of Estonia, the Republic of Cyprus, the Republic of Latvia, the Republic of Lithuania, the Republic of Hungary, the Republic of Malta, the Republic of Poland, the Republic of Slovenia and the Slovak Republic and the adjustments to the Treaties on which the European Union is founded - Protocol No 3 on the sovereign base areas of the United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland on Cyprus
  2. DOCUMENTS CONCERNING THE ACCESSION TO THE EUROPEAN COMMUNITIES OF THE KINGDOM OF DENMARK, IRELAND, THE KINGDOM OF NORWAY AND THE UNITED KINGDOM OF GREAT BRITAIN AND NORTHERN IRELAND, PROTOCOL NO 3 ON THE CHANNEL ISLANDS AND THE ISLE OF MAN
  3. Agreement on Cooperation and Customs Union between the European Economic Community and the Republic of San Marino
  4. Decision No 1/95 of the EC-Turkey Association Council of 22 December 1995 on implementing the final phase of the Customs Union
  5. AGREEMENT ON THE EUROPEAN ECONOMIC AREA
  6. Delegation der Europäischen Union in Liechtenstein, Das Fürstentum Liechtenstein und die EU; siehe auch Beschluss des EWR-Rates Nr. 1/95 vom 10. März 1995 über das Inkrafttreten des EWR-Abkommens für das Fürstentum Liechtenstein.