European Roma Institute for Arts and Culture

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European Roma Institute for Arts and Culture

(ERIAC)

Rechtsform: gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts
Zweck: Förderung der Kultur der Roma-Bevölkerung und interkultureller Austausch
Vorsitz:
Bestehen: seit 16. Februar 2017
Sitz: Berlin

kein Stifter angegebenkein Vorsitz angegeben

Das European Roma Institute for Arts and Culture (ERIAC), (dt.: Europäisches Roma Institut für Kunst und Kultur) fördert den Austausch und die Kooperation von Künstlern und Intellektuellen aus ganz Europa. Dadurch soll die Kunst, Kultur und Geschichte der Roma in Europa sichtbar werden.[1]

Roma-Gemeinschaften leben seit mehr als 600 Jahren in Europa, doch es ist relativ wenig über ihr kulturelles Erbe und ihren Einfluss bekannt, führte der Generalsekretär des Europarates, Thorbjørn Jagland am 8. April 2016 im Zusammenhang mit dem Plan zur Gründung dieses Institutes aus.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 12. März 2014 forderte Androulla Vassiliou in ihrer Funktion als EU-Kommissarin für Bildung und Kultur, dass ein Roma-Museum unbedingt erforderlich sei.[3]

Eine Motion von 24 Mitgliedern der Parlamentarischen Versammlung des Europarates vom 27. März 2014 forderte, dass durch die Schaffung eines europäischen Roma-Instituts den Roma ein europaweiter Bezugspunkt geboten wird, mit dem die Erforschung und Klärung ihrer Kultur und Geschichte gefördert wird und ein Ansprechpartner für Politik und Entscheidungsträger zukünftig vorhanden ist, um Vorurteile und Unwissenheit gegenüber dieser Minderheit zu verringern.[4]

José Manuel Barroso sprach sich in seiner Funktion als Präsident der Europäischen Kommission am 4. April 2014 für die Initiativen und für die Einrichtung des Europäischen Roma-Instituts durch Herrn Jagland vom Europarat und George Soros von der Open Society Foundations als ergänzende Initiativen für die Maßnahmen der Kommission und der Unionsmitgliedstaaten sowie für die Bekämpfung negativer Stereotypen und die Förderung der Integration der Roma aus.[5]

Anlässlich des 6. Treffens des wissenschaftlichen Komitees des European Academic Network on Romani Studies am 7. April 2014 in Cluj-Napoca wurde die Gründung eines Roma-Instituts begrüßt.[6] Am 30. April 2014 wurde ein Statement für die Gründung an den Europarat abgegeben.[7] Am 12. Mai 2014 folgte ein Non-Paper mit dem Titel “An approach to the establishment of a European Roma Institute”.[8]

Am 22. Mai 2014 begannen die Konsultationen zwischen den Mitgliedstaaten des Europarates unter Einbindung der Zivilgesellschaft sowie am 14. November 2014 eine Konsultation mit Roma-Intellektuellen im Büro des Europarates in Paris.

Vom 27. bis 29. Mai 2015 fand in Straßburg die 9. Sitzung des „Expertenausschusses für Roma“ (CAHROM) statt. Themen waren u. a. die Bildungs- und Wohnsituation der Roma, ihre Sprache, Kultur und Geschichte sowie die Problematik der Frühverheiratung. Daneben befasste sich der Expertenausschuss mit der Frage der Gründung eines „Europäischen Roma Instituts für Kunst und Kultur“ (Arbeitstitel), einer gemeinsamen Initiative von Europarat und der von dem Finanzunternehmer George Soros gegründeten Stiftung „Open Society Foundations“.[9]

Von der Open Society Fundation wurde am 15. Mai 2015 ein Konzeptpapier für ein Europäisches Roma-Institut veröffentlicht.[10] Am 19. Mai 2015 wurde eine online-Konsultation eingeleitet, an welcher zahlreiche Personen und Einrichtungen teilnahmen.[11]

Vor dem Europäischen Parlament fand am 4. Juni 2015 ein Hearing zum geplanten Roma-Institut statt. Am 11. Juni 2015 wurde im Deutschen Bundestag im Paul-Löbe Haus darüber diskutiert.[12]

Anlässlich des Internationalen Tages der Roma gab der Generalsekretär des Europarates, Thorbjørn Jagland am 8. April 2016 eine wegweisende Erklärung ab, wie das ERIAC künftig beschaffen werden sein soll.[13]

Der Europarat veröffentlichte am 25. Mai 2016 einen Entwurf für die Statuten eines Roma-Instituts für Kunst und Kultur (ERIAC).[14]

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ERIAC ist eine gemeinsame Initiative des Europarats, der Stiftung „Open Society Foundations“ (OSF) sowie der „Allianz für das Europäische Roma Institut für Kunst und Kultur“ und ist als eine rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts gegründet.[15]

Die Eröffnung des Instituts fand am 16. Februar 2017 statt. ERIAC hat den Sitz in Berlin, Deutschland.

Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Institut aus sollen kreative Ideen und Impulse für die Arbeit in allen Ländern mit Roma-Bevölkerung ausgehen. Das Institut soll dabei auch helfen, dass die Roma ihre Kultur künftig nicht mehr aus Scham oder Furcht verstecken müssen, sondern darauf stolz sind.[16]

Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stiftung wird durch den Europarat sowie die OSF mit jeweils 200.000 Euro jährlich gefördert. Daneben tragen Drittmittel und Spenden zur Finanzierung bei.

Kuratorium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Bundesregierung ist im ERIAC-Kuratorium durch das Bundesministerium des Innern und durch das Auswärtige Amt beratend vertreten.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meldungen zur Eröffnung
Reden zur Eröffnung

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Roma-Kunst als Widerstand, Der Standard, Tímea Junghaus, 16. Mai 2016
  2. Neues Europäisches Roma-Institut zur Förderung des kulturellen Erbes der Roma und Fahrenden, Pressemitteilung - DC062(2016) des Europarates vom 8. April 2016
  3. Siehe zur Zeittafel auch: A chronology: plans for a European Roma Institute, Romanistudies.eu, 14. August 2016, zuletzt abgerufen am 17. Februar 2017
  4. Creation of a European Institute to counter prejudices about Roma, Sinti and Kales by promoting research about their culture and history, Parlamentarische Versammlung des Europarates, 27. März 2014.
  5. Speech by President Barroso at the European Roma Summit, Europäische Kommission, SPEECH/14/288
  6. 6 th Meeting of the Scientific Committee of the European Academic Network on Romani Studies, S. 4.
  7. Statement of the Scientific Committee of the European Academic Network on Romani Studies (RAN) on the Council of Europe’s proposal for a European Roma Institute.
  8. An approach to the establishment of a European Roma Institute.
  9. Drucksache 18/7983, Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode, S. 8.
  10. European Roma Institute
  11. European Roma Institute launches online consultation
  12. facebook Hinweis
  13. Neues Europäisches Roma-Institut zur Förderung des kulturellen Erbes der Roma und Fahrenden, Pressemitteilung - DC062(2016) des Europarates vom 8. April 2016 und Council of Europe: A Roma Institute for Arts and Culture, Webseite eurodiaconia.org, 14. April 2016
  14. Draft statutes of the European Roma Institute for Arts and Culture (ERIAC), CM(2016)46-final.
  15. Bundesbeauftragter Koschyk begrüßt die Ansiedlung des „Europäischen Roma Institut für Kunst und Kultur“ in Berlin, koschyk.de, 23. Juni 2016
  16. Ein Zentrum für Sinti und Roma, welt.de, 8. April 2016.