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European Union Military Assistance Mission Ukraine

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Die European Union Military Assistance Mission Ukraine (EUMAM UA) ist die erste Militärhilfemission der Europäischen Union für die Ukraine. Sie wurde am 17. Oktober 2022 eingerichtet und am 15. November 2022 eingeleitet, um militärische Unterstützung während der andauernden russischen Invasion zu bieten. Das Hauptziel der Mission ist die Ausbildung ukrainischer Streitkräfte auf dem Territorium von EU-Mitgliedstaaten.

Der diplomatische Rahmen für die Einrichtung der Mission wurde durch die Erklärung der EU vom 23./24. Juni 2022 zu ihrer Verpflichtung zur Bereitstellung „militärische[r] Unterstützung […], um der Ukraine zu helfen, ihr naturgegebenes Recht auf Selbstverteidigung gegen den Angriff Russlands auszuüben“ und vom 30. September 2022 geschaffen (Schreiben des Außenministers und Verteidigungsministers der Ukraine an den Hohen Vertreter mit der Bitte um militärische Unterstützung).[1]

Auf europäischer Ebene

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Die Mission sieht individuelle, gemeinsame und spezialisierte Ausbildung für die Streitkräfte der Ukraine, einschließlich ihrer Territorialverteidigungskräfte, sowie die Koordinierung und Synchronisierung der Maßnahmen der EU-Mitgliedstaaten, mit denen die Durchführung von Schulungen unterstützt wird, vor. EUMAM UA ist auf dem Hoheitsgebiet der EU-Mitgliedstaaten tätig, mit operativem Hauptsitz innerhalb des Europäischen Auswärtigen Dienstes (EAD) in Brüssel. Der französische Vizeadmiral Hervé Bléjean, Direktor des Militärischen Planungs- und Durchführungsstabs (MPCC) innerhalb des EAD, wurde zum Befehlshaber der Mission ernannt. Das Mandat der Mission dauert zunächst zwei Jahre, die Förderung beläuft sich auf 106,7 Mio. Euro.[1]

In Deutschland werden die Aktivitäten von Strausberg aus durch das Special Training Command (ST-C) koordiniert.[2]

Die Mission wurde am 31. Mai 2023 durch das Bundesministerium der Verteidigung rückwirkend als Mission anerkannt und damit weiteren anerkannten Missionen wie beispielsweise der enhanced Forward Presence in Litauen rechtlich gleichgestellt. Da der Einsatz keinen Einsatz bewaffneter Streitkräfte im Sinne des Parlamentsbeteiligungsgesetzes darstellt, ist eine Mandatierung durch den Deutschen Bundestag nicht erforderlich.[3]

Am 2. Februar 2023 beschloss der Rat eine Unterstützungsmaßnahme in Höhe von 45 Mio. Euro für Ausbildungsmaßnahmen im Rahmen der militärischen Unterstützungsmission der EUMAM UA.[4] Bis zum Mai 2025 wurden von den 22 teilnehmenden europäischen Ländern 75.000 Soldaten aus- und weitergebildet[3], davon 20.000 in Deutschland mit der Unterstützung von elf Partnerländern.[2] Spanien hat bis dahin 7.000 ukrainische Soldaten ausgebildet.[2]

Der Plan der EU, eine militärische Ausbildungsmission für die Ukraine einzurichten, wurde am 6. Oktober 2022 von der Sprecherin des russischen Außenministeriums, Marija Sacharowa, verurteilt. Sie behauptete, die Mission würde die EU „zu einer Konfliktpartei“ machen.[5]

Einzelnachweise

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  1. a b Ukraine: EU richtet militärische Unterstützungsmission zur Unterstützung der ukrainischen Streitkräfte ein. Abgerufen am 17. Oktober 2022.
  2. a b c Navid Linnemann: EUMAM UA – Über 20.000 ukrainische Soldaten ausgebildet. In: defence-network.com. Cpm communication presse marketing, 21. Mai 2025, abgerufen am 29. November 2025.
  3. a b Deutschland – EUMAM UA. In: bundeswehr.de. 19. Juni 2025, abgerufen am 29. November 2025.
  4. Ukraine: Rat vereinbart weitere militärische Unterstützung im Rahmen der Europäischen Friedensfazilität Rat der EU: Pressemitteilung 2. Februar 2023
  5. Russia says EU military assistance mission to Ukraine will make bloc party to conflict. Abgerufen am 17. Oktober 2022.