Fahnenbarsche

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Fahnenbarsche
Juwelen-Fahnenbarsche (Pseudanthias squamipinnis) ♀

Juwelen-Fahnenbarsche (Pseudanthias squamipinnis) ♀

Systematik
Stachelflosser (Euacanthomorphacea)
Barschverwandte (Percomorphaceae)
Ordnung: Barschartige (Perciformes)
Unterordnung: Serranoidei
Familie: Sägebarsche (Serranidae)
Unterfamilie: Fahnenbarsche
Wissenschaftlicher Name
Anthiadinae
Poey, 1861

Fahnenbarsche (Anthiadinae) zählen zu der Familie der Sägebarsche und leben mit ca. 215 Arten in tropischen und subtropischen Meeren. Die meisten Arten dieser Unterfamilie sind ausgesprochen farbenprächtig.

Verbreitung, Lebensraum und Fressfeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die meisten Arten kommen aus dem Indopazifik, einige leben auch im Atlantik, Anthias anthias kommt auch im Mittelmeer vor. Meist leben die 6–18 cm großen Tiere in großen Schwärmen mit hunderten bis tausenden Exemplaren an der Außenseite der Korallenriffe und ernähren sich von tierischem Plankton. Viele Arten dieser Unterfamilie sind in den Riffen außerordentlich häufig. Sie stellen dort zahlenmäßig einen wesentlichen Anteil der Fischfauna. Zu ihren Fressfeinden zählen Zackenbarsche, Skorpionfische und Muränen. Bei Gefahr suchen Fahnenbarsche Schutz zwischen den Korallen.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die meisten Arten der Fahnenbarsche erreichen Längen von zehn bis zwanzig Zentimetern (40 cm bei Meganthias). Ihr Körper ist meist spindelförmig und seitlich abgeflacht, es gibt jedoch auch sehr hochrückige Arten. Die Rückenflosse ist durchgehend und lang, die Schwanzflosse meist tief gegabelt und/oder am oberen und unteren Rand filamentartig verlängert.

Männchen und Weibchen der sehr bunten, rot, orange oder violetten Arten sind oft sehr unterschiedlich gefärbt und zeigen damit einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus. Einige Arten wechseln während der Paarung die Farbe.

Geschlechtsumwandlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In jedem Schwarm stellen die Weibchen immer die überwältigende Mehrheit der Tiere. Oft kommen auf ein Männchen etwa 50 Weibchen. Fahnenbarsche sind proterogyne Folgezwitter. Geschlechtsreife Tiere sind zuerst weiblich und wandeln sich später zu Männchen um. Durch „soziale Unterdrückung“ hindern die dominierenden Männchen die Weibchen ihres Harems daran, sich zu Männchen umzuwandeln. Stirbt ein Männchen, wandelt sich das stärkste Weibchen in wenigen Tagen zu einem Männchen um und übernimmt die freigewordene Stelle.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Unterfamilie der Fahnenbarsche wurde vorübergehend als eigene Familie eingeordnet. Mittlerweile hat es sich durchgesetzt, diese Gruppe von Fischen als Unterfamilie der Sägebarsche zu betrachten. Innerhalb der Unterfamilie wurden ursprünglich die meisten Arten der Gattung Anthias zugeordnet. Aufgrund neuerer taxonomischer Untersuchungen werden jedoch nur noch neun, im Atlantik lebende Arten in diese Gattung gestellt. Die meisten Arten finden sich nun in der Gattung Pseudanthias, die aus 45 im Indopazifik lebenden Arten besteht.

Als wissenschaftliche Bezeichnung der Fahnenbarsche diente lange Zeit der Name Anthiinae, der 1871 durch den niederländischen Ichthyologen Pieter Bleeker eingeführt wurde. Der Name ist jedoch durch eine Tribus der Laufkäfer (Anthiini Bonelli, 1813) präokkupiert. Als neuer wissenschaftlicher Name für die Fahnenbarsche wird Anthiadinae verwendet, 1861 durch den kubanischen Naturforscher Felipe Poey geprägt.[1]

Gattungen und Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Purpur-Fahnenbarsch (Pseudanthias tuka) ♂
Grüner Fahnenbarsch (Pseudanthias huchtii)
Dickkopf-Fahnenbarsch (Serranocirrhitus latus)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Addenda to Family-group names in Recent Fishes 30 August 2015

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fahnenbarsche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien