Fahrenheit 11/9

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Filmdaten
Deutscher TitelFahrenheit 11/9
OriginaltitelFahrenheit 11/9
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2018
Länge128 Minuten
Stab
RegieMichael Moore
DrehbuchMichael Moore
ProduktionMichael Moore,
Jeff Gibbs,
Carl Deal,
Meghan O’Hara
KameraLuke Geissbühler,
Jayme Roy
SchnittDoug Abel,
Pablo Proenza

Fahrenheit 11/9 ist ein politischer Dokumentarfilm des US-amerikanischen Filmemachers Michael Moore über die Präsidentschaftswahlen der USA 2016 und die anschließende Präsidentschaft Donald Trumps. Der Film wurde am 6. September 2018 auf dem Toronto International Film Festival uraufgeführt. Fahrenheit 11/9 spielte weltweit 6,7 Millionen US-Dollar ein, was eines der niedrigsten Einspielergebnisse in Moores Karriere darstellt.

Titel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Filmtitel bezieht sich auf die amerikanische Datumsnotation, bei der erst der Monat und anschließend der Tag genannt wird. Dementsprechend benennt der Titel den 9. November. An diesem Tag wurde im Jahr 2016 Donald Trumps Sieg bei den Präsidentschaftswahlen verkündet. Der Titel stellt zugleich einen Rückgriff auf Moores 2004 erschienene Dokumentation Fahrenheit 9/11 dar, der sich auf die Terroranschläge am 11. September 2001 bezog.[1] Beide Filmtitel wiederum nehmen Anklang am Titel des dystopischen Romans Fahrenheit 451 von Ray Bradbury.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Wahl, deren Ausgang Michael Moore so prognostizierte, werden Erklärungen präsentiert, wie das möglich war. Seine Thesen: Trump habe eigentlich gar nicht kandidieren wollen, sei in das Rennen um die Nominierung als republikanischer Kandidat eher hineingeschlittert und habe dann mit Forderungen nach dem Abzug amerikanischer Soldaten aus Afghanistan und Irak die Demokraten links überholt. Das Establishment der demokratischen Partei habe ihn völlig unterschätzt und zugleich die existentiellen Nöte vieler Amerikaner ignoriert, diese Menschen missachtet. Die demokratischen Präsidenten Clinton und Obama hätten keine deutlich sozialere Politik als Reagan und die Bushs gemacht. Die Anzahl der Drohnenmorde sowie der Verurteilungen von Whistleblowern seien nie höher als unter Obama gewesen.

Dass für Republikaner wie Demokraten die Interessen von Investoren wichtiger als die Gesundheit der Bevölkerung seien, erläutert Moore am Skandal um die Wasserversorgung seiner Heimatstadt Flint. Der republikanische Gouverneur Rick Snyder hatte statt des bisher sauberen Wassers aus dem Huron-See kontaminiertes Flusswasser ins Leitungsnetz einspeisen lassen. Extrem erhöhte Bleiwerte bei Bluttests wurden nach unten manipuliert. Aber auch Barack Obama habe die Menschen enttäuscht, indem er zwar Gelder zusicherte,[2] sich aber auf die Seite der Verharmloser geschlagen habe. Der Film zeigt zwei Szenen aus Flint, bei denen Obama ein Glas Leitungswasser fordert und vorgibt, daraus zu trinken. Moores Kommentar merkt jedoch an, dass Obama lediglich die Lippen ans Glas setzte und nichts trank.

Am Beispiel des gegen den Willen der Gewerkschaftsführung fortgesetzten und schließlich erfolgreichen Lehrerstreiks, der im März 2018 in West Virginia begann und auf Kentucky und Oklahoma übergriff, zeigt Moore die Macht solidarisch handelnder Lohnabhängiger. Die Lehrer hatten ihren Streik erst beendet, nachdem auch dem übrigen Schulpersonal und den Schulbusfahrern Lohnerhöhungen sowie mehr Geld für das Bildungswesen zugesagt worden waren.

Die massenhaften und landesweiten, von Schülern über Social Media selbst organisierten Demonstrationen, der March for Our Lives und Auftritte der jungen Aktivisten in den Medien nach dem Schulmassaker von Parkland, sollen Hoffnung machen, dass die junge Generation einen Politikwechsel hin zu den Interessen der Mehrheit durchsetzen wird.

Auch in der demokratischen Partei gebe es erfolgreichen Widerstand gegen die Bemühungen der Parteiführung, Kandidaten ihrer Wahl durchzusetzen. Konkurrenzkandidatinnen haben ihre Kandidatur gegen als unanfechtbar geltende langjährige Kongressmitglieder durchgesetzt. Ein verhinderter Kandidat hat sich im (mitgeschnittenen) Gespräch von einem führenden Demokraten bestätigen lassen, dass die Parteiführung linksliberale Kandidaten verhindern will.

Moore hinterfragt das amerikanische System der Mehrheitswahl (der Gewinner der Mehrheit der Stimmen in einem Bundesstaat erhält alle Wahlmännerstimmen dieses Bundesstaats), bei dem jemand Präsident werden kann, ohne die Stimmen der Mehrheit der Bürger (Popular Vote) gewonnen zu haben.

Timothy Snyder wird zu Parallelen zu despotischen Regimes befragt. Dazu werden Szenen von Adolf Hitler mit Reden von Trump unterlegt.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Donald und Melania Trump sowie Kellyanne Conway wurden für den Negativ-Filmpreis Goldene Himbeere 2019 nominiert. Donald Trump erhielt den Preis in der Kategorie Schlechtester Schauspieler, Kellyanne Conway in der Kategorie Schlechteste Nebendarstellerin und Donald Trump zusammen mit seiner immer währenden Belanglosigkeit in der Kategorie Schlechtestes Leinwandpaar.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gregg Kilday: Michael Moore's ‘Fahrenheit 11/9’ Poster Takes Aim at ‘Tyrant’ Trump. In: The Hollywood Reporter. 15. August 2018, abgerufen am 2. Januar 2019 (englisch).
  2. Fact Check: Obama, Trump had role in Flint water relief. 17. März 2017, abgerufen am 20. Januar 2019 (englisch).