Familienkasse

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Dieser Artikel befasst sich mit einer deutschen Bundesfinanzbehörde. Zur bis 1964 das bundesdeutsche Kindergeld auszahlenden Institution siehe Familienausgleichskasse; zur französischen Familienkasse siehe caisse d´allocations familiales.
Logo der Familienkassen der Bundesagentur für Arbeit

Die Familienkasse ist eine deutsche Bundesfinanzbehörde.

Organisation[Bearbeiten]

Neben den besonderen Dienststellen der Bundesagentur für Arbeit[1] wurden im Bereich des öffentlichen Dienstes der Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts Familienkassen[2] eingerichtet. Insgesamt gibt es 14 Familienkassen der Bundesagentur für Arbeit und etwa 8.000 dezentrale Familienkassen bei öffentlich-rechtlichen Arbeitgebern.[3] Die Familienkassen der Bundesagentur für Arbeit sind für das Kindergeld von etwa 87 % der Kinder in Deutschland verantwortlichen, für 13 % der Kinder sind die Familienkassen der öffentlich-rechtlichem Arbeitgeber zuständig.[4]

Nach der Landesfamilienkassenverordnung NRW[5] können die Kommunen der Landesfamilienkasse bei den Versorgungskassen die Aufgaben als Familienkasse übertragen. Entsprechende Regelungen bestehen in anderen Bundesländern, z. B. die Hessische Landesfamilienkassenverordnung.[6]

Die Familienkassen werden auf dem Wege der Organleihe im Auftrag der Bundesfinanzverwaltung tätig; die Fachaufsicht übt das Fachaufsichtsreferat des Bundeszentralamtes für Steuern (BZSt) aus (vgl. § 5 Abs. 1 Nr. 11 FVG).

Zuständigkeit[Bearbeiten]

Kindergeld[Bearbeiten]

Die Familienkassen sind für die Durchführung des Familienleistungsausgleichs sowohl nach dem Einkommensteuergesetz wie auch nach dem Bundeskindergeldgesetz zuständig und sind dabei an die fachlichen Weisungen des Bundeszentralamtes für Steuern (EStG) oder des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BKGG) gebunden. Sofern sich eine Familienkasse eines öffentlich-rechtlichen Arbeitgebers dafür entscheidet, den Familienleistungsausgleich nicht selbst wahrzunehmen, kann sie die Aufgabe an eine Bundes- oder Landesfamilienkasse übertragen.

Anspruch[Bearbeiten]

Einen Kindergeldanspruch haben Eltern oder Erziehungsberechtigte für Kinder, die in ihrem Haushalt aufgenommen wurden. Des Weiteren muss der Wohnsitz oder gewöhnliche Aufenthalt der Antragssteller in Deutschland liegen. Diejenigen, die keinen gewöhnlichen Aufenthalt bzw. Wohnsitz haben, müssen jedoch in der Bundesrepublik unbeschränkt steuerpflichtig sein. Für Ausländer, die weder unbeschränkt steuerpflichtig sind noch einen Wohnsitz/gewöhnlichen Aufenthaltsort in Deutschland haben, gelten besondere Regelungen nach dem Bundeskindergeldgesetz.

Kindergeldzuschlag[Bearbeiten]

Darüber hinaus sind die Familienkassen der Bundesagentur für Arbeit auch für die Berechnung und die Auszahlung des Kinderzuschlags nach § 6a Bundeskindergeldgesetz zuständig.

Anspruch[Bearbeiten]

Zusammengefasst können Kindergeldzuschlag Eltern bzw. Alleinerziehende beantragen, deren Kinder

  • weniger als 25 Jahre alt
  • nicht verheiratet sind
  • im selben Haushalt leben.

Des Weiteren dürfen die monatlichen Einnahmen die gesetzlich festgelegte Mindesteinkommensgrenze für den Kindergeldzuschlag nicht übersteigen. Außerdem dürfen Vermögen und Einkommen der Eltern die Höchsteinkommensgrenze nicht überschreiten.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 102 Agenturen für Arbeit als Familienkassen, siehe Ortsverzeichnis der Familienkassen (PDF; 129 kB) der Bundesagentur für Arbeit
  2. Kontaktdaten der Landesfamilienkassen; Bundesfamilienkasse beim Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen
  3. Information des Bundeszentralamt für Steuern
  4. [http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/Gesetze/2015-04-22-FamKaKonzGBund.pdf?__blob=publicationFile&v=3 Entwurf eines Gesetzes zur Beendigung der Sonderzuständigkeit der Familienkassen des öffentlichen Dienstes im Bereich des Bundes] (PDF) Bundesministerium der Finanzen. 22. April 2015. Abgerufen am 24. Juli 2015.
  5. Landesfamilienkassenverordnung NRW
  6. Hessische Landesfamilienkassenverordnung