Federschmuck

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Nachbildung eines römischen Legionärshelmes (Requisite für die Passionsspiele in Naxxar, Malta 2007)

Als Federschmuck bezeichnet man die dekorative Verwendung von Vogelfedern an Kleidungsstücken, insbesondere an Kopfbedeckungen.

In der Damenbekleidung fanden Federn als Hutschmuck und als Federboa Verwendung. Um 1900 verwendete man dafür den eigentlich für verschiedene Bestandteile der Trauerkleidung genutzten Begriff Pleureuse.

Federschmuck beim Militär[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Europa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musketiere der Garde, Frankreich um 1660

In der Antike wurden Federn oft als Schmuck an Helmen befestigt, jedoch ist die Verwendung ganzer präparierter Flügel (wie sie z. B. bei Asterix und Obelix regelmäßig dargestellt werden) eher unrealistisch. Als Besatz für den Helmkamm römischer Legionäre waren die Federn jedoch durchaus gebräuchlich.

Im Mittelalter entwickelte sich aus dem Federgestell der heraldische Flug.

Ziethenhusar 1775

Die polnische Hussaria nutzte im 16. und 17. Jahrhundert am Rücken angebrachte künstliche Flügel mit Adlerfedern auch als Lärmwaffe. Die Hüte dieser Zeit waren oft mit Federn dekoriert: seitlich angesteckt oder als Besatz rund um den Hutrand. Reicher Hutschmuck unterstrich zunächst die Stellung des Trägers. Im Zuge der fortschreitenden Uniformierung wurde der Federschmuck zunehmend reglementiert und teilweise zum Rangabzeichen.

In manchen Streitkräften war der Federbusch am Hut herausgehobenen Truppengattungen vorbehalten, im friderizianischen Heer z. B. der Kavallerie – sehr zum Ärger der Reitenden Artillerie, denen dieses Uniformmerkmal trotz ihres Status als berittene Truppe verwehrt blieb.

Die im 18. Jahrhundert aufgestellten Hochland-Regimenter der British Army trugen dicht mit Straußenfedern besetzte Mützen, die von den Dudelsackpfeifern schottischer Verbände heute noch zur Paradeuniform getragen werden.

Tschako und Helm verdrängten den Hut als militärische Kopfbedeckung zwar weitgehend, doch der Stutz blieb, auch wenn aus modischen bzw. finanziellen Gründen zunehmend Pelz, Roßhaar oder Wolle dafür verwendet wurde.

Nord,-Mittel und Südamerika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Warbonnet eines Häuptlings

Obwohl nur ein kleiner Teil der indigenen Völker Nordamerikas Federschmuck nutzten, wurde das Warbonnet durch zahlreiche Wild-West-Filme zum angeblich charakteristischen indianischen Kopfschmuck stilisiert.

Im Militärwesen der Azteken hingegen stellten Adlerkrieger tatsächlich eine mit Federn reich geschmückte Truppengattung.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]