Powwow

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Grand Entry des Omaha-Powwows 1983

Ein Powwow (auch Pow-Wow oder Pow Wow) im weitesten Sinne ist ein Treffen von nordamerikanischen Indianern[1], mit nordamerikanischen Indianern oder jede vergleichbare Veranstaltung. Im engeren Sinne gibt es dafür unterschiedliche Definitionen. Es kann z. B. eine Veranstaltung sein, um gemeinsam zu tanzen, zu singen, Kontakte zu knüpfen und die indianischen Kulturen zu ehren.[2]

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Begriff „Powwow“ kommt aus der Narragansett-Sprache, bedeutet so viel wie er träumt und bezeichnet den Medizinmann. Seine Handlungen vor Zuschauern machten die Zeremonien zu einem Spektakel. Die anwesenden Weißen bezogen das Wort Powwow missverständlich auf das Geschehen.[3] Es wird in manchen Algonkin-Sprachen als Ratsversammlung übersetzt. Spätestens im 18. Jahrhundert wurde der Begriff von englisch- und deutschsprachigen Kolonisten als Bezeichnung für verschiedene traditionelle indianische Veranstaltungsformen übernommen und hat sich so über ganz Nordamerika verbreitet. Mit dem Wechsel von der Bezeichnung für eine Person zur Bezeichnung für eine Veranstaltungsform wird das Wort Powwow zu einem Kunstwort ohne eindeutige Definition. Bei den nordamerikanischen Völkern, die für diese Veranstaltungen in ihren Sprachen eigene Wörter haben, gilt das Wort Powwow als Anglizismus oder Fremdwort. Nimmt man das alte Wort der Narragansett als Ursprung, ist die einzig richtige Schreibweise "Powwow" in einem Wort (nicht Pow-Wow, Pow Wow, pow-wow oder pow wow).[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

junger Powwow-Tänzer
Pow Wow bei der Ho Chunk Nation, Wisconsin
Spezielle Trachten beim Pow Wow bei der Ho Chunk Nation, Wisconsin

Die Vorläufer der Powwows entstanden hauptsächlich aus zwei Kernen. Diese haben historisch und inhaltlich wahrscheinlich eine Verbindung, sind aber örtlich und zeitlich voneinander unabhängig.

Vorreservationszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Ursprung der Powwows sind die Iruska-Tänze der Pawnee auf den mittleren Great Plains. Diese Tänze wurden seit den 1820er Jahren an deren Nachbarvölker weitergegeben.[5] Auf den Großen Ebenen entwickelten sich Veranstaltungen von Kriegergesellschaften. Der Zweck dieser Veranstaltungen lag u. a. in der Stärkung der Gemeinschaft in psychischer und sozialer Hinsicht. Dies geschah durch die Entwicklung einer eigenen Identität der Gesellschaft in allen Bereichen des traditionellen Lebens und dem bewussten Umgang damit. Nach innen schuf man sich eigene Grundsätze, die man bei bestimmten Anlässen in der Öffentlichkeit demonstrierte. Deshalb wiesen diese Veranstaltungen militärische, religiöse, soziale, wirtschaftliche, rechtliche, didaktische, kulinarische, künstlerische, unterhaltende und andere traditionelle Aspekte auf, die genau auf die betreffende Kriegergesellschaft zugeschnitten waren. Es waren also typische Volksfeste. Verschiedene Kriegergesellschaften anderer Völker übernahmen im Laufe der Zeit diese Bräuche und verbanden sie mit ihren eigenen Bräuchen. Auf diese Weise verbreiteten sich die Powwow-Vorläufer im 19. Jahrhundert bei den Völkern der mittleren, nördlichen und südlichen Großen Ebenen (Great Plains) und deren Randgebiete u. a. zu den (Lakota, Cheyenne, Absarokee (Crow) und Blackfoot).

Reservationsszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als diese Völker gezwungen wurden, in Reservaten zu leben, verloren die Kriegergesellschaften ihre Bedeutung. Die alten Bestandteile des Volksfestes wurden jedoch beibehalten und weiterentwickelt. Dabei wurden sie in einigen Teilen vereinfacht und in anderen komplexer. Der zweite Kern, aus dem sich die heutigen Powwows entwickelt haben ist die "Religion der großen Trommel". Diese verbreitete sich seit den 1880er Jahren von der Region der westlichen Großen Seen aus.[6] Seit der Reservatszeit ist es irrelevant, ob die Powwowleute Mitglieder einer Kriegergesellschaft sind, von welchem Volk sie stammen oder aus welchem Erdteil sie kommen. Die Nachfolger der Mitglieder der Kriegergesellschaften sind seit dem Ersten Weltkrieg die Kriegsveteranen. Dadurch lebten viele alte Traditionen in den 20er Jahren wieder auf. Die Aspekte Sport und Spiel kamen hinzu. Bei den Völkern, welche die Powwowvorläufer bereits in der Vorreservationszeit praktizierten, gehören Powwows zur eigenen Kultur. Leute aus anderen Kulturregionen können zusätzlich zur eigenen Kultur die Powwowtraditionen übernehmen. Einige Nordamerikanische Völker, die ihre Kultur verloren haben, nutzen Powwow oft als Ersatz. Andere Ureinwohner Nordamerikas mit einer lebendigen eigenen Kultur lehnen Powwows als kulturelle Ausdrucksform für sich ab. Im 20. Jahrhundert verbreiteten sich die Powwowtraditionen über ganz Nordamerika und fand auch in Europa ihre Anhänger. Unter anderem in England, Deutschland, Dänemark, Polen und Tschechien finden diese Feste seit mehreren Jahrzehnten statt.[7] Europäische Powwows werden auch von hier lebenden Natives besucht, aber die große Mehrheit der Teilnehmer sind Europäer. In Deutschland finden auch regelmäßig Powwows der hier stationierten amerikanisch-indianischen Soldaten statt. Die Teilnahme von nicht-indianischen Living-History-Darstellern, die in ihrer Freizeit das Leben der früheren Indianer nachspielen („Hobbyisten“ genannt), wird bei diesen Powwows nicht gern gesehen.[8]

Zweck und Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Powwows sind heute der in der Öffentlichkeit deutlichste Ausdruck nordamerikanischer Indianerkulturen. Die Teilnehmer präsentieren hier stolz ihre Stammeszugehörigkeit und erneuern bei jeder dieser Veranstaltungen ihr Selbstverständnis als „Native Americans“. Demnach sind Powwows soziologisch betrachtet weit mehr als nur indianische Volksfeste. Der Zweck eines Powwows besteht darin, den gemeinschaftlichen Geist zu stärken und die Zugehörigkeit zu einer indianischen Kultur aktiv zu leben. Das geschieht durch Stärkung von Körper, Seele und Geist. Für ein gutes Leben ist es den Powwowleuten wichtig, bewusst die Traditionen zu pflegen. Auf den Powwows geschieht das beispielsweise durch Trachten, Abzeichen, Regalia, Symbole, Tänze, Rituale, Rechtsakte, Zeremonien, Ehrungen, Speisen, Sprache, Lieder, Gebete, Geschichten, Anekdoten, Witze, Kunst, Spiele, Sport usw. Powwows sind heute in erster Linie ein komprimiertes Abbild der traditionellen Lebensweise der Ureinwohner der nordamerikanischen Plains und Prärien. Die gemeinsame Teilnahme von Angehörigen sehr unterschiedlicher Stammeskulturen führt trotz der Pflege der jeweiligen Eigenheiten zu einer Vermischung der unterschiedlichen kulturellen Elemente und fördert so das Entstehen einer gemeinsamen indianischen Kultur mit einem Schwerpunkt auf den Plainskulturen. Auch die Tatsache, dass sich bei Powwows häufig „multikulturelle“ Liebespaare finden, bestätigt diesen Trend. Ein anderer Grund für Powwows war das Finden eines Kompromisses für ein Problem, auch für ein Friedensangebot zwischen verschiedenen Parteien. Die Menschen, bei denen Powwows einen großen Teil des Lebensstils einnehmen, nennt man Powwowleute.

Organisationsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Organisationsstruktur auf einem Powwow ist stark hierarchisch. Das ist durch den militärischen Ursprung der Veranstaltung begründet.

Veranstalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gastgeber eines Powwows ist die veranstaltende Körperschaft mit ihren Mitgliedern. Verschiedene Arten von Körperschaften können als Veranstalter fungieren: z. B. Volksstämme, Dorfgemeinschaften, Gesellschaften, Vereine, Kasinos, Bildungseinrichtungen, Familien[9]. Bei Familienpowwows kann alles informell geregelt sein. Der Veranstalter kümmert sich durch seine Vertreter hauptsächlich um die rechtlichen Angelegenheiten, das Budget und den Ausschuss (Komitee).

Ausschuss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Organisieren des Powwows wird aus den Angehörigen der veranstaltende Körperschaft ein Ausschuss bestimmt.[10] Dieser besteht aus dem Vorstand und weiteren Mitgliedern. Der Vorstand besteht aus Vorsitzendem, Kassierer und Schriftführer, weitere Positionen sind möglich. Der Vorsitzende beruft die Versammlungen des Ausschusses ein und leitet diese. Der Kassierer verwaltet die Finanzen bei den Vorbereitungen und auf dem Powwow. Der Schriftführer führt bei den Versammlungen Protokoll und erledigt den Schriftverkehr. Bei einem großen Ausschuss kann jeder Vorstandsposten einen Vertreter haben. Der Ablauf der Versammlungen richtet sich nach den Überlieferungen. Die Berufung in den Ausschuss ist eine große Ehre. Der Ausschuss kümmert sich um die Vermarktung, den Veranstaltungsort, den Zeitplan, die Finanzen, die Werbung, die Mitarbeiter, um die Regelung des traditionellen Ablaufs und um die eingeladenen Gäste. Der Ausschuss nimmt mit seiner Bildung ein Jahr vor der Veranstaltung seine Arbeit auf. Er kann in dieser Zeit andere Veranstaltungen besuchen um auf sein Powwow aufmerksam zu machen. Das kann durch Infostände, Verteilen von Werbematerial und Verkauf von Werbeartikeln geschehen, auch mit Unterstützung der Prinzessin. Die Ausschussmitglieder arbeiten ehrenamtlich. Gegenleistung für die Arbeit sind Anerkennung und Ehre durch die Mitglieder der veranstaltende Körperschaft. Die Ehrungsveranstaltung für den Ausschuss ist ein wesentlicher Bestandteil des Powwows. Aufenthaltsort bzw. Treffpunkt für den Ausschuss auf dem Powwow ist der Ansagerstand.

Hauptmitarbeiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Durchführung der Veranstaltungen innerhalb der Tanzarena in seinem Namen verpflichtet der Ausschuss die Hauptmitarbeiter.[11] Alle werden aus den erfahrenen Tänzern bzw. Sängern ausgesucht: z. B. Sprecher, Arenadirektor[12], gastgebende Trommelgruppe, Haupttänzer. Diese Positionen werden traditionell mit Männern besetzt, da sie auf Ämter innerhalb der alten Kriegergesellschaften zurückzuführen sind. Hauptjuroren, Haupttänzerin und Prinzessin sind später dazugekommen. Hauptmitarbeiter werden aufgrund ihrer Vorkenntnisse ausgewählt. Sie repräsentieren den Veranstalter nach außen und leiten innerhalb der Tanzarena alle Anwesenden durch das Geschehen. Spezifische Informationen zum jeweiligen Powwow und Anweisungen erhalten sie vom Ausschuss. Aufenthaltsort bzw. Treffpunkt für die Hauptmitarbeiter ist der Ansagerstand.

Helfer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Je nach Bedarf werden für viele andere Aufgaben Helfer eingesetzt. [13]

Gäste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jeder andere ist als Gast willkommen und kann an den Feierlichkeiten teilnehmen.

Die persönliche Betreuung, die Bewirtung und die Unterbringung der Gasttrommelgruppen ist traditionell die Aufgabe der gastgebenden Trommelgruppe.

Eingeladene Gäste

Der Ausschuss kann ehrenwerte Einzelpersonen zum Powwow einladen mit der Bitte um eine Gegenleistung. Das kann z. B. bei der Eröffnung das Halten einer Ansprache, das Sprechen eines Gebetes oder das Singen eines speziellen Liedes, z. B. einer Hymne, sein. Veteranenorganisationen können eingeladen werden, um bei der Eröffnung die Fahnen in die Tanzarena zu tragen. Eingeladene Gäste genießen kostenlos die persönliche Betreuung, die Bewirtung und die Unterbringung durch den Ausschuss.

Mit dem Aufkommen der Kasinopowwows werden auch ausgewählte Trommelgruppen eingeladen. Diese erhalten vom Veranstalter mindestens die Kosten für Reise, Übernachtung und Verpflegung.

Bestandteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Powwow-Vorführung im Naturkundemuseum Münster

Ein Powwow kann wenige Stunden bis mehrere Tage dauern. Ein Powwowtag beginnt frühestens mit dem offiziellen Weckruf eines Ausrufers bei Sonnenaufgang und endet spätestens mit privaten Partys am nächsten Morgen. Dazwischen kann eine Vielzahl von Einzelveranstaltungen stattfinden.[14] Es gibt offizielle Veranstaltungen, die vom Veranstalter ausgehen und privat organisierte Veranstaltungen. Jede offizielle Veranstaltung folgt dabei einem bestimmten Ablauf und einer Etikette, die von Powwow zu Powwow unterschiedlich sein können. Dabei unterscheidet man zwischen Veranstaltungen innerhalb der Tanzarena, Veranstaltungen außerhalb der Tanzarena und Veranstaltungen, die inner- und außerhalb der Tanzarena stattfinden.

Veranstaltungen innerhalb der Tanzarena[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der zentrale Ort für traditionelle Tanz-, Musikveranstaltungen und andere ist die Tanzarena. Die Zeremonie des Einzuges, mit der jedes authentische Powwow beginnt, gilt vielen Indianern als heilig, so dass es oft nicht gestattet ist, dabei zu filmen.[2]

Kategorien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt verschiedene Arten von Tänzen mit verschiedenen Trachten und Regalia. Jeder Tanz hat seine eigenen festen Regeln, eigene Schrittfolgen, Tempi, Takte und seine eigene Entstehungsgeschichte. Allen gemeinsam ist ein 5er Rhythmus mit der Betonung auf der Eins, der „Takt des Herzens“.[2] Diese verschiedenen Tanzarten können vom Veranstalter zu Kategorien zusammengefasst werden. Diese Einteilung kann von Tradition zu Tradition unterschiedlich sein. Hier eine einfache Einteilung der Kategorien als Beispiel:

  • Traditioneller Tanz der Männer (Men’s Traditional)
  • Traditioneller Tanz der Frauen (Women’s Traditional)
  • Grastanz der Männer (Men’s Grass Dance)
  • Glöckchenkleidtanz der Frauen (Women’s Jingle Dress Dance)
  • Fancy-Federtanz der Männer (Men’s Fancy Feather Dance)
  • Fancy-Schaltanz der Frauen (Women’s Fancy Shawl Dance)

Gurdentanz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name dieses Tanzes kommt von den Gurden, das sind Flaschenkürbisse. Aus deren getrockneten und ausgehöhlten Fruchtkörpern werden die Rasseln gefertigt, die bei diesem Tanz benutzt werden.[15] Modernere Formen der Rasseln werden aus Blechdosen gemacht. Der Gurdentanz kommt von den Kiowas[16]. Auf Powwows findet diese Tanzveranstaltung vor der Eröffnung statt und besteht aus Tanz, Gesang und Ehrungen.

Eröffnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Eröffnung können folgende Punkte gehören:[17][18] Trommelappell, Aufwärmlieder der Trommelgruppen, Ansprache, Einzug der gastgebenden Trommelgruppe, der Standarten- und Fahnenträger, der Würdenträger und der Tänzer, Begrüßung und Vorstellung der Tanzkategorien, Eröffnungsgebet, Nationalhymne, Fahnenehrung, Veteranenlied oder Siegeslied ggf. mit Siegestanz, Vorstellung der Standarten- und Fahnenträger, Vorstellung der Würdenträger, Veteranentanz, Eröffnungstänze, Programmüberblick,

Stämmeübergreifende (intertribale) Tanzveranstaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ursprüngliche Gedanke dieser Einzelveranstaltungen war, dass Powwowtänzer aus unterschiedlichen Stammeskulturen gleichzeitig auf der Tanzfläche zum gleichen Powwowlied ihren Einzeltanz ausführen können. Alte, typische stämmeübergreifende Powwowlieder haben keinen oder einen einfachen Text, damit Sänger aus unterschiedlichen Kulturen leicht gemeinsam singen können. Heute können an den Tänzen bei gestiegener Anzahl der Tanzstile alle Powwowtänzer gleichzeitig teilnehmen, unabhängig von Abstammung, Kultur, Geschlecht, Alter, Tanzkategorie und Tracht.[19][20] Diese Veranstaltung bietet den Powwowtänzern die Gelegenheit, sich beim Tanz auf der Tanzfläche zu treffen, sich auszutauschen und ein gemeinschaftliches Erlebnis zu haben. Neuere stämmeübergreifende Powwowlieder können auch einen aufwändigen Text haben.

Vorführungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jeder Programmpunkt in der Tanzarena kann mehrere Zwecke erfüllen und ist immer auch gleichzeitig eine Vorführung. Es gibt auch Programmpunkte, die hauptsächlich als Vorführung zu Demonstrationszwecken und zur Unterhaltung dienen. Dazu können alle Arten von traditionellen Musik- und Tanzdarbietungen gehören.[21] Hier gibt es eine klare Trennung von Künstlern und Publikum. Das Publikum kann den Künstlern durch Geldgeschenke Unterstützung zeigen und die Anerkennung erweisen.

Beispiel:

  • Reifentanz (Tanz zu Powwowmusik mit 1 bis ca. 40 Reifen je Akteur)
  • Schautänze und Volkstanz aus dem Powwowbereich, aus anderen Kulturregionen Nordamerikas und der ganzen Welt[22]

Wettbewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Kulturförderung können in verschiedenen traditionellen Disziplinen Wettbewerbe veranstaltet werden. Sie können vom Veranstalter ausgeschrieben werden oder Teil von Sonderveranstaltungen sein. Zu gewinnen gibt es Sach- und Geldpreise. Dadurch werden die Teilnehmer motiviert, gute Leistungen zu bringen und sich gegenseitig zu übertreffen. Die Disziplinen können Powwowtanz, Powwowmusik und andere sein. Bei Wettbewerben des Veranstalters kann eine Registrierung der Teilnehmer erforderlich sein und ein Nenngeld erhoben werden. Für Kinder kann es zusätzliche Wettspiele wie z. B. Sackhüpfen und Eierlaufen geben.

Gesellschaftstanz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gesellschaftstänze und die dazugehörige Musik sind aus dem militärisch begründeten Powwow entstanden. Daraus haben sich außerhalb von Powwows eigene Veranstaltungsformen entwickelt. Der Bestand an Gesellschaftstänzen kann aus Paartänzen und Reigen (Kreistänze und Kettentänze) in verschiedenen Formen und Varianten bestehen. Einige davon kann man auch auf Powwows in der Tanzarena finden.

Sonderveranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zusätzlich zu den Einzelveranstaltungen, die vom Powwowveranstalter kommen, können auch Privatpersonen Sonderveranstaltungen einbringen.[23][24] Diese finden aus Anlass einer Ehrung statt und können aus folgenden Programmpunkten bestehen: Ansprache, Vorstellung der geehrten Person, Zeremonie, Ehrentanz,[25] traditioneller Wettbewerb mit Siegerehrung, Verschenkveranstaltung[26] mit Tanz zur Verschenkveranstaltung, Festessen.

Ehrungsveranstaltung für den Ausschuss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ehrungsveranstaltung für den Ausschuss kann eine eigene Veranstaltung sein oder kann dem Abschluss des Powwows zugeordnet werden. Diese kann aus folgenden Punkten bestehen: Ansprache, Vorstellung der Mitglieder des scheidenden Ausschusses, Ehrentanz, Verschenkveranstaltung, Vorstellung der Mitglieder des neuen Ausschusses, symbolische Übergabe der Geschäfte vom scheidenden an den neuen Ausschuss.

Abschluss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Abschluss können folgende Programmpunkte gehören: Ansprache, Abschlussgebet, Fahnenlied, Veteranenlied oder Siegeslied, Herausbringen der Fahnen, Auszug der Tänzer.

Veranstaltungen außerhalb der Tanzarena (Beispiele)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Außerhalb der Tanzarena kann es auf einem Powwow weitere Veranstaltungsorte geben, z. B. Tanzplätze, Sportplätze, Stadien, Bühnen, Marktplätze, Ausstellungsräume, Vortragssäle.

Veranstaltungen inner- und außerhalb der Tanzarena (Beispiele)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fahnenhissen (die Fahnenstangen stehen außen am Rundbau, das Lied wird innerhalb der Arena gesungen, das Dankesessen findet bei den beteiligten Familien statt)
  • Paradetanz (über den Festplatz mit Abschluss in der Tanzarena)
  • Prinzessinnenwettbewerbe[47] (Tanzwettbewerb, Vorstellung, Krönung[48], Ehrung und Verabschiedung innerhalb der Tanzarena; andere Teile des Wettbewerbs wie Vorstellungsgespräche und Präsentationen außerhalb)
  • Wettläufe (außerhalb der Tanzarena mit Zieleinlauf in die Arena)
  • Gedenkmärsche und -wanderungen (außerhalb der Tanzarena mit Ziel in der Arena)

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Musik wird live von Gruppen vorgetragen. Die Mitglieder einer Gruppe von vier bis zu zehn Personen schlagen gemeinsam auf eine spezielle große Trommel, die flach über der Erde aufgehängt ist und singen dazu traditionelle Lieder. Viele Trommelgruppen bestehen aus Verwandten. Die Trommel selbst hat bei traditionellen Powwows den Status einer geehrten Person und befindet sich im Zentrum der Veranstaltung. Der „Keeper of the drum“ oder auch „Lead Singer“ gibt durch Gesten und Gesang das Tempo und die Lautstärke vor. Während der Zeremonien und Tänze dürfen die Trommler die Trommel nicht verlassen. Es gibt sehr viele verschiedene Powwowlieder mit speziellen Texten und Rhythmen für unterschiedliche Gelegenheiten. Jeden Tag werden neue Lieder komponiert. Innerhalb einer Musik- und Tanzveranstaltung auf einem Powwow kann es Wettbewerbe geben. Sowohl die besten Musiker als auch Tänzer werden prämiert. Etliche Indianer leben ausschließlich von solchen Powwow-Prämien. Manche Trommelgruppen erlangen in der Szene große Berühmtheit, wie z. B. die „Blacklodge Singers“, „Lakota Thunder“ oder „Black Bear Singers“. Sie wurden bereits mit verschiedenen Preisen geehrt (u. a. dem „Native American Music Grammy“) und haben etliche CDs verkauft.[2] Die meisten indianischen Musiker verstehen sich als Hüter der Stammesmusik, die mit ihrer Musik das Andenken an die großen Stammesmitglieder und an die alten Traditionen bewahren möchten (siehe z. B. Jerry Alfred).

Men’s Traditional in Last Chance Community beim Pow Wow 2007, Helena, Montana

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Chris Roberts: Powwow Country. American & World Geographic Publishing; Helena, MT 1992, S. 42
  2. a b c d Artikel "Die Trommeln der Powwows", in Coyote Nr. 84 / Winter 2009. Zeitschrift der AGIM
  3. Volker Krasemann, Arnold Calf Boss Ribs, Nancy Tucker: Powwow, die magischen Trommeln des Lebens. Nymphenburger, München 1996, S. 11
  4. Letters to the Editor TA’C TITO’OQAN NEWS Juli 2003 S. 15.
  5. James R. Murie: Pawnee Indian Societies. In: Anthropological Papers, American Museum of Natural History, Bd. 11, Nr. 7, New York, NY. 1914, S. 608
  6. Carl Waldman: Encyclopedia of Native American Tribes, S. 158
  7. Informationen und Termine über Powwows in Deutschland
  8. Stellungnahme der Native American Association of Germany e.V.
  9. Volker Krasemann, Arnold Calf Boss Ribs, Nancy Tucker: Powwow, die magischen Trommeln des Lebens. Nymphenburger, München 1996, S. 10
  10. Chris Roberts: Powwow Country. American & World Geographic Publishing; Helena, MT 1992, S. 38
  11. Chris Roberts: Powwow Country. American & World Geographic Publishing; Helena, MT 1992, S. 38
  12. Volker Krasemann, Arnold Calf Boss Ribs, Nancy Tucker: Powwow, die magischen Trommeln des Lebens. Nymphenburger, München 1996, S. 94
  13. Chris Roberts: Powwow Country. American & World Geographic Publishing; Helena, MT 1992, S. 38
  14. Chris Roberts: Powwow Country. American & World Geographic Publishing; Helena, MT 1992, S. 42
  15. Chris Roberts: Powwow Country. American & World Geographic Publishing; Helena, MT 1992, S. 83 f
  16. Programmheft: Tulsa Indian Club Powwow 1993, Tulsa, OK; S. 32
  17. Chris Roberts: Powwow Country. American & World Geographic Publishing; Helena, MT 1992, S. 52 ff
  18. Volker Krasemann, Arnold Calf Boss Ribs, Nancy Tucker: Powwow, die magischen Trommeln des Lebens. Nymphenburger, München 1996, S. 52
  19. Chris Roberts: Powwow Country. American & World Geographic Publishing; Helena, MT 1992, S. 52
  20. Volker Krasemann, Arnold Calf Boss Ribs, Nancy Tucker: Powwow, die magischen Trommeln des Lebens. Nymphenburger, München 1996, S. 97
  21. Chris Roberts: Powwow Country. American & World Geographic Publishing; Helena, MT 1992, S. 42
  22. Programmheft: Oglala Lakota Nation Pow-wow 1994, Oglala, SD
  23. Chris Roberts: Powwow Country. American & World Geographic Publishing; Helena, MT 1992, S. 52 ff
  24. Volker Krasemann, Arnold Calf Boss Ribs, Nancy Tucker: Powwow, die magischen Trommeln des Lebens. Nymphenburger, München 1996, S. 68 ff
  25. Chris Roberts: Powwow Country. American & World Geographic Publishing; Helena, MT 1992, S. 125
  26. Chris Roberts: Powwow Country. American & World Geographic Publishing; Helena, MT 1992, S. 125
  27. Chris Roberts: Powwow Country. American & World Geographic Publishing; Helena, MT 1992, S. 42 ff u. 48
  28. Volker Krasemann, Arnold Calf Boss Ribs, Nancy Tucker: Powwow, die magischen Trommeln des Lebens. Nymphenburger, München 1996, S. 63 ff
  29. Programmheft: Denver March Powwow 1991, Denver, CO
  30. Programmheft: Black Hills Powwow 2013, Rapid City, SD; S. 12 f
  31. Chris Roberts: Powwow Country. American & World Geographic Publishing; Helena, MT 1992, S. 45
  32. Volker Krasemann, Arnold Calf Boss Ribs, Nancy Tucker: Powwow, die magischen Trommeln des Lebens. Nymphenburger, München 1996, S. 62
  33. Chris Roberts: Powwow Country. American & World Geographic Publishing; Helena, MT 1992, S. 48
  34. Chris Roberts: Powwow Country. American & World Geographic Publishing; Helena, MT 1992, S. 42
  35. Volker Krasemann, Arnold Calf Boss Ribs, Nancy Tucker: Powwow, die magischen Trommeln des Lebens. Nymphenburger, München 1996, S. 56 ff
  36. Programmheft: Black Hills Powwow 2013, Rapid City, SD; S. 15
  37. Programmheft: Black Hills Powwow 2013, Rapid City, SD; S. 12
  38. Programmheft: Black Hills Powwow 2013, Rapid City, SD; S. 12
  39. Programmheft: Black Hills Powwow 2013, Rapid City, SD; S. 15
  40. Programmheft: Denver March Powwow 1991, Denver, CO
  41. Programmheft: Odawa Homecoming Pow Wow 1993, Harbour Springs, MI; S. 8
  42. Chris Roberts: Powwow Country. American & World Geographic Publishing; Helena, MT 1992, S. 45 ff
  43. Volker Krasemann, Arnold Calf Boss Ribs, Nancy Tucker: Powwow, die magischen Trommeln des Lebens. Nymphenburger, München 1996, S. 60 f
  44. Programmheft: Denver March Powwow 1991, Denver, CO
  45. Programmheft: Denver March Powwow 1991, Denver, CO
  46. Programmheft: Black Hills Powwow 2013, Rapid City, SD; S. 12
  47. Chris Roberts: Powwow Country. American & World Geographic Publishing; Helena, MT 1992, S. 61 f
  48. Programmheft: Black Hills Powwow 2013, Rapid City, SD; S. 13

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pow Wows – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien