Ferdinand Marek

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Ferdinand Marek (* 25. Januar 1881; † 4. Mai 1947 in Moskau, Sowjetunion) war ein österreichischer Diplomat.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marek wurde 1918 erster österreichischer diplomatischer Vertreter in der neu gegründeten Tschechoslowakei, zunächst als Geschäftsträger, seit 1922 als Gesandter. Er erwarb ein Gebäude im Stadtteil Smíchov und baute die Österreichische Botschaft in Prag auf. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich wurde die Botschaft geschlossen und Marek in den Ruhestand versetzt. Er blieb aber in Prag und erlebte dort die Besetzung der Tschechoslowakei durch die deutschen Truppen im März 1939.[1]

Sofort nach Kriegsende nahmen Marek und der frühere österreichische Generalkonsul in Prag, Herbert Schallenberg mit Billigung der tschechoslowakischen Übergangsregierung und offensichtlich ohne Legitimation oder Auftrag der erst in Bildung begriffenen österreichischen Regierung die Tätigkeit als österreichische Gesandtschaft im selben Gebäude wieder auf. Nicht zuletzt durch Bekanntmachung im Tschechischen Rundfunk fanden viele Tausend Flüchtlinge, die sich als österreichische Bürger verstanden oder als solche ausgaben, dort Aufnahme bis zu einer einigermaßen geordneten Ausreise aus der Tschechoslowakei.

Marek wurde am 26. Mai 1945 von der sowjetischen Spionageabwehr unter dem Vorwand, er sei Geheimagent der Gestapo gewesen, verhaftet und verstarb am 5. Mai 1947 in einem Moskauer Gefängnis.[2] Er wurde erst 1993 offiziell von allen Vorwürfen rehabilitiert.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Herbert Steiner: Der erste österreichische Gesandte in Prag FERDINAND MAREK – Sein Schicksal in den Jahren 1938 – 1947. Archiv der Akademie der tschechischen Republik Prag 1995, ISSN 1211-1813
  • Maria Wirth: Christian Broda: Eine politische Biographie. V&R unipress 2011, ISBN 3-899-71829-1

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b BMEIA Die Anfänge der Österreichischen Botschaft in Prag
  2. Maria Wirth: Christian Broda: Eine politische Biographie. S. 42