Filialkirche Irrsdorf

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Irrsdorf.jpg

Die Filialkirche Irrsdorf ist eine römisch-katholische Kirche in Irrsdorf im Flachgau, Land Salzburg. Sie gehört zur Pfarre Straßwalchen im Dekanat Köstendorf der Erzdiözese Salzburg. Das Patroziniumsfest wird am 15. August, Mariæ Himmelfahrt, begangen.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Irrsdorf, die Ortschaft

Irrsdorf wird unter dem Abt des Klosters Mondsees Oportinus bereits im 8. Jahrhundert als Ursisdorf urkundlich genannt, schon damals soll hier eine Kirche bestanden haben. Der jetzige Bau wurde unter Pfarrer Perchtold von Straßwalchen erbaut und am 18. April 1408 geweiht.

Zum Inventar gehörte ursprünglich auch ein Marienaltar (um 1520), von dem insbesondere vier Relieftafeln der Sonntagsseite[2] erhalten sind, die namensgebend für den Meister von Irrsdorf sind.

Zwischen 1684 und 1714 ist die Kirche neu ausgestattet worden. Die Kirche wurde 1928 sowie zwischen 1955 und 1957 renoviert.

Bis in die vorige Jahrhundertwende stand die Kirche weitgehend frei außerhalb des kleinen Bauernortes,[3] noch in den 1950ern war hier der Ortsrand.[4]

Bau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche ist eine hohe einschiffige, gotische Kirche mit einspringendem Chor. Der Turm stammt von 1749.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochaltar

Kunsthistorisch beachtlich sind die auf 1408 datierten geschnitzten Türflügel mit Darstellungen der Hl. Maria und der Hl. Elisabeth.

Für den Hochaltar (1682–1684) lieferte Meinrad Guggenbichler das figürliche und ornamentale Schnitzwerk, die Tischlerarbeiten sind von Martin Mayr aus Mondsee, die Fassung besorgte Matthias Wichelhamer, und die beiden Altargemälde stammen von Johann Friedrich Pereth. Guggenbichler schuf für diese Kirche auch einen Großteil der weiteren Ausstattung, so 1689 die Nebenaltäre.

1714 wurde der Altar der Leonhardskapelle geschaffen.

Die Orgel wurde im Jahr 1988 durch Firma Johann Pirchner, Steinach am Brenner, errichtet. Gleich einem Flügelaltar kann der Prospekt mit zwei Flügeltüren verschlossen werden.

In der Kirche befindet sich auch das Grabrelief eines römischen Reiters.

Friedhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche ist von einem Friedhof umgeben, der mit einer Mauer eingefasst wird, in ihm befinden sich zwei denkmalgeschützte Bildstöcke. In einem ist eine Pietà zu sehen, er steht gleich beim Friedhofseingang, der andere ist wie eine Kapellennische in die Friedhofsmauer eingelassen und dient als Grabstätte Herzog.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Kirche führt der Arnoweg (Etappe 59 Irrsdorf – Mattsee),[5] Er verbindet wichtige frühe Geschichtsorte des Salzburger Erzbistums.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Elfriede Kapeller: Die spätgotische Kirchentür in Irrsdorf: porta ecclesiae – porta paradisi; Kirchenportal und Paradiesespforte. Carolino Augusteum, Salzburger Museum für Kunst und Kulturgeschichte, Salzburg 1999, ISBN 3-901014-62-4 (Jahresschrift / Salzburger Museum Carolino Augusteum 45. 1999).
  • Jutta Reisinger-Weber: Der Monogrammist IP und sein Umkreis. Klinger, Passau 2007, ISBN 978-3-932949-66-1 (Neue Veröffentlichungen des Instituts für ostbairische Heimatforschung der Universität Passau; Bd. 58).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Filialkirche Mariae Himmelfahrt in Irrsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erzbischöfliches Ordinariat Salzburg (Hrsg.): Personalstand der Welt- und Ordens-Geistlichkeit der Erzdiözese Salzburg für das Jahr 1957. Salzburg 1957, S. 219 f. (Schematismus 1957).
  2. heute im Salzburg Museum, Inv.-Nr. 191/28-194/28
  3. vergl. 3. Landesaufnahme um 1890, Layer online bei DORIS, Erste Landesaufnahmen
  4. SAGIS, Layer Historische Orthofotos, Befliegung 1952–1954
  5. Voralpen: 59 Irrsdorf – Mattsee, arnoweg.com.

Koordinaten: 47° 58′ 2,1″ N, 13° 16′ 53,7″ O