Fischerwerke

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Unternehmensgruppe fischer

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Rechtsform Unternehmensgruppe (Holding)
Gründung 1948
Sitz Waldachtal
Mitarbeiterzahl 5.000 (Ende 2017)
Umsatz 812 Mio. Euro (Ende 2017)
Website www.fischer.de

Unternehmensgruppe fischer

Die Unternehmensgruppe Fischer ist ein deutsches Industrieunternehmen, das in den Bereichen Befestigungstechnik (Fischer-Dübel), Automobilinterieur und Konstruktionsspielzeug (Fischertechnik, FischerTIP) weltweit tätig ist. Die Unternehmensgruppe Fischer ist aus der 1948 im baden-württembergischen Waldachtal gegründeten Artur Fischer GmbH & Co. KG hervorgegangen.

Unternehmensstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Familienunternehmen wird seit 1980 in der zweiten Generation von Klaus Fischer geführt. In den 1990er Jahren übernahm er die Mehrheitsanteile der Unternehmensgruppe von seinem Vater Artur Fischer. Seit 2001 lagen 98 Prozent der Anteile bei Klaus Fischer, jeweils ein Prozent bei seinen beiden Söhnen Jörg Klaus und Frank. Aktuell (2014) liegen 40 % der Anteile bei den beiden Söhnen und 60 % bei Klaus Fischer.[1] Zu Jahresbeginn 2011 übernahm Jörg Klaus Fischer die operative Leitung der Unternehmensgruppe. Er war seit 2008 Mitglied der Geschäftsführung für den Bereich Befestigungssysteme. Auf eigenen Wunsch verließ Jörg Klaus Fischer im März 2012 das Unternehmen wieder.[2] Anfang 2018 hat Klaus Fischer den Vorsitz der Geschäftsführung an Marc-Sven Mengis übergeben.[3][4]

2017 erwirtschaftete die Unternehmensgruppe mit rund 5000 Mitarbeitern weltweit einen konsolidierten Umsatz von 812 Millionen Euro.[4] Rund drei Viertel des Umsatzes werden im Ausland erzielt. Der Fertigungsanteil im Inland liegt bei über 50 Prozent. 2000 Mitarbeiter sind in Deutschland beschäftigt, davon über 1200 am Stammsitz Waldachtal. Weitere deutsche Standorte sind Horb (Automotive), Freiburg-Hochdorf und Denzlingen. Im Ausland produziert Fischer in Italien (Padua), Tschechien, China, Argentinien, Brasilien und in den USA. Fischer ist mit 47 Tochtergesellschaften in 35 Ländern vertreten, die Produkte werden in über 100 Ländern vertrieben[5]. 2011 wurden aus der Belegschaft 13,2 Patente pro 1000 Mitarbeiter angemeldet (Industriedurchschnitt: 0,54). Über 35 Prozent der Patente werden in neue Produkte, Verfahren und Anwendungen umgesetzt (Durchschnitt: 10 Prozent).

Die Unternehmensgruppe ist in fünf Geschäftsbereiche gegliedert: Mit Abstand größter Bereich ist Befestigungssysteme. Fischer entwickelt, produziert und vertreibt chemische Produkte und Metallverankerungen sowie Kunststoffdübel für verschiedene Anwendungen und Baustoffe. Insbesondere die chemischen Befestigungssysteme haben zum Wachstum beigetragen. Zum über 15000 Artikel umfassenden Programm gehören Sortimente für die Sanitär-, Heizungs-, Lüftung- und Klimamontage, die Elektro- und Gebäudetechnik, Fassadensysteme, Befestigungen für Wärmeverbundsysteme, Bauchemie (Dicht- und Klebstoffe, Brandschutz) und Direktbefestigungen.[6] Seit Juli 2009 führt Fischer ein Sortiment von Holzschrauben mit 2700 Artikeln. Die Fischer AKADEMIE ist zuständig für Beratung, Bemessungssoftware und Produktschulungen. Fischer-Produkte wurden im Burj Khalifa, dem Gotthard-Basistunnel sowie zur Befestigung der überhängenden Glasfassade im Porsche-Museum in Stuttgart verwendet.

Der zweitgrößte Unternehmensbereich, Fischer automotive systems GmbH & Co. KG mit Sitz in Horb am Neckar entwickelt und produziert Interieurkomponenten für die Erstausrüstung von Automobilen. Neben Kinematikkomponenten wie Cupholdern und Aschenbechern gehören Ablagesysteme und Lüftungsdüsen zum Produktportfolio. Außer in Deutschland produziert Fischer automotive in Tschechien, China und in den USA. Der Grundstein für den Bereich wurde 1982 mit einem Aufbewahrungssystem für Musikkassetten (Fischer CBOX) gelegt.

Das Konstruktionsspielzeug fischertechnik wurde 1965 auf den Markt gebracht. Seit Anfang der 1980er Jahre lassen sich fischertechnik-Modelle mit dem Computer steuern. Außerdem wird es in der Industrie zur Simulation von Prozessen genutzt. Seit Ende der 90er Jahre ist zudem fischer TiP erhältlich, ein ökologisches Kreativmaterial aus Kartoffelstärke und Lebensmittelfarbe.

2004 wurde die Fischer Consulting gegründet. Sie berät Kunden bei der Optimierung ihrer Prozesse – mit dem Ziel, Verschwendung zu vermeiden. Grundlage ist das seit 2000 entwickelte Fischer ProzessSystem (fPS) zur Verschlankung aller Prozesse.

Das jüngste Geschäftsfeld ist die LNT Automation GmbH, die 2016 übernommen wurde. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Nellmersbach bei Stuttgart und entwickelt und fertig kapazitive Touchscreens und Controllereinheiten.[7]

Die Fischerwerke sind Mitglied im Wirtschaftsverband Industrieller Unternehmen Baden.[8]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1948 in Hörschweiler im Waldachtal von Artur Fischer gegründet. Erste Produkte waren Webstuhlschalter und elektrische Feuerzeuge. Die Erfindung des Synchronblitzes sorgte 1949 für einen Wachstumsschub und den Umzug ins Nachbardorf Tumlingen. Mit dem S-Dübel, einem Spreizdübel aus Nylon im Jahre 1958 wurde Fischer auf dem Befestigungsmarkt erfolgreich. Als weiteres Geschäftsfeld kam 1965 das Fischertechnik-Baukastensystem hinzu. 1980 übernahm Klaus Fischer die Gesamtleitung der Unternehmensgruppe, die damals mit 1480 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 80 Millionen Euro erzielte. Unter seiner Regie wurde die Internationalisierung des Unternehmens vorangetrieben. Auch die Ausweitung der Produkte auf chemische und Metallverankerungen erfolgte ab dieser Zeit. 1982 stieg Fischer mit der CBOX in die Produktion von Automobilkomponenten ein. 1993 übernahm Fischer seinen Konkurrenten Upat aus Emmendingen, 1997 folgte die Firma Rocca. Der Automotive-Bereich wurde 2001 in die eigenständige Fischer automotive systems GmbH & Co. KG ausgegliedert. Auch für Fischertechnik wurde 2004 eine eigene GmbH gegründet. Der Geschäftszweig Prozessberatung nahm 2004 mit der Gründung der Fischer Consulting GmbH seine Tätigkeit auf. Seit 2009 fertigt Fischer neben Befestigungssystemen auch Holzschrauben. 2016 übernahm Fischer mit der LNT Automation GmbH einen Hersteller von elektronischen Baugruppen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 22. Februar 2014, S. 15, Klaus Fischer im Reich der Ideen.
  2. Fischer: Dübel-Patriarch entmachtet den eigenen Sohn, Spiegel Online, 3. März 2012
  3. Süddeutsche Zeitung vom 7. November 2018, S. 16, Die Ungeduld des Dübel-Königs
  4. a b Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 27. Februar 2018, S. 18, Dübel-Fischer stellt die Weichen
  5. Fischer gründet rumänische Landesgesellschaft. In: baumarktmanager.de. 15. November 2018, abgerufen im 29. November 2018.
  6. fischer.group. Abgerufen im 29. November 2018.
  7. Handelsblatt vom 19. Juli 2016, S. 45, Häuslebauer mit Touchscreen
  8. Mitgliedsunternehmen des wvib