Hochdorf (Freiburg im Breisgau)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Freiburg
Wappen
Hochdorf
Freiburg im Breisgau
Stadtkreis Freiburg im Breisgau (FR)
Baden-Württemberg, Deutschland
Lage im Stadtkreis
Basisdaten
Stadtteil mit Ortsverwaltung von Freiburg
Stadtteilnummer: 24 (Bezirk: 240)
Gliederung: 3 Ortsteile
Hochdorf, Benzhausen,
Gewerbegebiet Markwald
eingemeindet seit: 1. September 1973
Geografische Lage: 48° 3′ 0″ N, 7° 48′ 7″ O48.057.8019444444444209Koordinaten: 48° 3′ 0″ N, 7° 48′ 7″ O
Höhe: 209 m ü. NN
Fläche: 10,11 km²
Einwohner: 5.024 (31.12.2010)
Bevölkerungsdichte: 497 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79108
Vorwahl: 07665
Adresse der
Verwaltung:
Ortsverwaltung Hochdorf
Hochdorfer Straße 4
79108 Freiburg
Internetauftritt: www.freiburg.de
Politik
Ortsvorsteher: Christoph Lang-Jakob [1]
(Grüne Liste Hochdorf)
Dialekt: Alemannisch
Hauptvariante: Niederalemannisch
Regionalvariante: Oberrheinalemannisch
Lokalvariante: Breisgau

Hochdorf ist ein Stadtteil von Freiburg im Breisgau.

Hochdorf liegt zusammen mit seinem Ortsteil Benzhausen im Nordwesten Freiburgs. Es grenzt an die drei Marchdörfer Hugstetten, Buchheim, und Holzhausen an. Südöstlich der durch die Gemarkung verlaufenden A5 befindet sich im Markwald das Gewerbe- und Industriegebiet Hochdorf.

Geschichte[Bearbeiten]

Ur- und Frühgeschichte[Bearbeiten]

Die Besiedlung der Hochdorfer Gemarkung lässt sich bis in die Jungsteinzeit zurückverfolgen. 1969 wurde eine Wohngrube entdeckt, welche sich der Michelsberger Kultur zuordnen lässt.

Aus der Hallstattzeit finden sich zwei Hügelgräber, keine zwei Kilometer von Hochdorf entfernt zwischen Hugstetten und Buchheim. Tonscherben, welche der gleichen Epoche anzurechnen sind, wurden zwischen Hochdorf und Benzhausen gefunden. Anschließende Sondierungsgrabungen im Jahre 1988 bestätigten die Existenz einer keltischen Siedlung.

Funde von 1928, 1972 und 1976, die unter anderem Fundamente von Ziegelbrennöfen und Terra Sigillata umfassen, lassen auf ein römisches Gewerbegebiet und weitere Siedlungsaktivitäten dieser Zeit schließen.

Aus der Zeit der Alemannen sind ausgiebige Funde von Gräbern, Waffen und kunstvollem Geschirr erhalten geblieben.

Erste urkundliche Erwähnungen[Bearbeiten]

Die erste schriftliche Erwähnung von Hochdorf datiert auf 773, gefunden in Besitzübertragungsurkunden an das Kloster Lorsch, welche um 1180 im Lorscher Codex zusammengefasst wurden.

Nur wenig später im Jahre 788 erfährt auch Benzhausen seine erste Erwähnung: Es ist Ausstellungsort für eine Schenkungsurkunde an das Kloster St. Gallen. Im Gegensatz zu den Hochdorfer Urkunden ist die Ersterwähnung von Benzhausen noch heute im Original erhalten.

Interessant hierbei, dass Hochdorf und Benzhausen damit schon über 330 Jahre vor Freiburg urkundliche Erwähnung finden.

Jüngere Geschichte[Bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Baden-Württemberg war ab 1969 geplant die fünf Marchdörfer (Hochdorf, Benzhausen, Hugstetten, Buchheim und Holzhausen) zu einer Verwaltungsgemeinschaft zusammenzuschließen. Da dies jedoch wiederholt scheiterte und die Stadt Freiburg mit attraktiven Verträgen lockte, entschied man sich nach zwei Bürgerentscheiden für den Anschluss an Freiburg. Die Eingemeindung wurde am 1. September 1973 vollzogen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die ersten bekannten Einwohnerzahlen sind auf 1526 und damit das Ende des Bauernkrieges datiert: Etwa 300 Einwohner hatten Hochdorf und Benzhausen damals zusammen. Die Zahl sank, wohl vor allem bedingt durch den Dreißigjährigen Krieg bis 1648 auf lediglich 160 Einwohner. Seit dieser Zeit stieg die Einwohnerzahl, trotz kleinerer Rückgänge durch Abwanderungen nach Ungarn (ca. 1750–1800) oder Amerika (ca. 1820–1890), recht stetig bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts an. 1963 war die Marke von 1000 Einwohnern überschritten. Ab etwa dieser Zeit begannen die Einwohnerzahlen sprunghaft anzusteigen. Hochdorf entwickelte sich zum am schnellsten wachsenden Stadtteil Freiburgs und zählt heute über 5000 Einwohner.

Politik[Bearbeiten]

Hochdorf von Norden aus

Ortschaftsrat[Bearbeiten]

Ergebnis der Ortschaftsratswahl am 7. Juni 2009:[2]

  • CDU: 27,2 %, 4 Sitze
  • SPD: 15,0 %, 2 Sitze
  • Grüne Liste Hochdorf: 32,1 %, 4 Sitze
  • FWG (Freie Wählergruppe): 25,7 %, 4 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Das Gemeindewappen von Hochdorf zeigt seit 1900 in der oberen Hälfte den Greif aus dem Wappen der Stürtzel, in der unteren eine grüne Fläche aus dem Wappen der Schnewlin, beide Familien waren Hochdorfer Grundherren.

Partnerschaft[Bearbeiten]

  • Chevilly-Larue in Frankreich: Kommune im Département Val-de-Marne, südwestlich von Paris.

Kultur[Bearbeiten]

Im Gewerbegebiet befindet sich das Zentrale Kunstdepot der Städtischen Museen.

St. Martins-Kirche (Hochdorf)

Kirchen[Bearbeiten]

Die römisch-katholische St. Martins-Gemeinde Hochdorf bildet zusammen mit Freiburg-Landwasser eine Seelsorgeeinheit. Die Pfarrgemeinde St. Martin hat heute 2560 Katholiken.

Seit den 70er Jahren besteht auch eine evangelische Pfarrei mit eigenem Ältestenkreis. 1992 wurde das neu errichtete Katharina-von-Bora-Haus als Gemeindehaus mit Gottesdienstraum eingeweiht. Die evangelische Gemeinde in Hochdorf ist Teil der Kirchengemeinde Freiburg und zählt zurzeit mehr als 1.300 Gemeindeglieder.

Pfarrkirche St. Martin[Bearbeiten]

Die St. Martins-Kirche steht auf einem leicht erhöhten Platz in der Mitte des Dorfes. Es ist daher anzunehmen, dass dem Ort bereits vor der Errichtung eines Kirchengebäudes eine besondere Bedeutung zukam.

Das Bestehen einer Kirche auf dem heutigen Grundstück lässt sich bis 1147 zurückverfolgen. Sie wurde jedoch mehrmals vergrößert, neu errichtet und renoviert. Ihre heutige Gestalt erhielt die Kirche erst im Jahre 1717. Der Turm (heute unter Denkmalschutz) wurde 1760 fertiggestellt.

Von einer Xaver-Bernauer-Orgel (1804) existierte nur noch das spätbarocke Gehäuse. Die Orgel wurde 1975 und 2001 durch die Orgelbaufirma Johannes Rohlf (Ruit-Ostfildern) restauriert.

St. Agatha-Kapelle[Bearbeiten]

St. Agatha-Kapelle (Benzhausen)

1596 das erste Mal erwähnt, kam der St. Agatha-Kapelle in Benzhausen mangels eines eigenen Pfarrers nur eine untergeordnete Bedeutung zuteil.

Im Gegensatz zur St. Martins-Kirche finden regelmäßige Gottesdienste nur von Kreuzauffindung (3. Mai) bis Kreuzerhöhung (14. September) statt.

Kindergärten und Grundschule[Bearbeiten]

Da der Kindergarten Kunterbunt geschlossen wurde, gibt es jetzt noch die Kindergärten Regenbogen und Löwenzahn. Im Gegensatz zum Kindergarten Regenbogen ist Löwenzahn eine Kinder-Tagesstätte. Die Grundschule des Stadtteils Hochdorf ist die Mühlmattenschule, die 1991 erbaut und bezogen wurde. Alle genannten Einrichtungen befinden sich in der Nähe der Mooswaldhalle (Turnhalle) und des Schwimmbads, in der auch der Sport- bzw. Schwimmunterricht stattfindet.

Naherholung[Bearbeiten]

Besondere Bedeutung haben hier die beiden Badeseen Tunisee und Silbersee, die ihre Herkunft dem Straßenbau in der Umgebung (mit der A5 in direkter Nachbarschaft) verdanken. Beide werden als Campingseen betrieben, die aber für Tagesgäste gegen Gebühr frei zugänglich sind (wovon die Freiburger Innenstadt- und Umlandbewohner im Sommer gerne Gebrauch machen).

Zwischen 2002 und 2012 fand einmal jährlich am Tunisee ein großes Tanz- und Musikfestival statt (Sea of Love).

Verkehr[Bearbeiten]

Bus 831 der VAG-Linie 25 an der Haltestelle Hochdorf-Vorstadt

Der Verkehr in Hochdorf wird geprägt von der kurz entfernten Bundesautobahn 5, deren Ausfahrt „Freiburg Nord“ nahe dem Ortsteil Benzhausen mündet und in mehrere Richtungen auf Bundesstraßen Richtung March oder Gundelfingen weiterverläuft. Durch eine Umgehungsstraße zum Industriegebiet Hochdorf sieht man in Hochdorf Lastwagen eher selten, der Verkehr läuft weitgehend ruhig.

Der Stadtteil Hochdorf wird von der Freiburger Verkehrs AG mit der Buslinie 36 von Landwasser im 20-Minuten-Takt bedient. Am Wochenende in einer 30-Min-Wagenfolge. Dieses Angebot wird angenommen und stellt für Hochdorf den Austauschverkehr in die Freiburger Innenstadt dar. Außerdem besteht seit 2004 werktags eine zusätzliche Verbindung durch die Buslinie 25 ins Industriegebiet Nord von Hugstetten kommend. In Hugstetten gibt es Anschluss an Breisgau-S-Bahn, die halbstündlich in die Freiburger Innenstadt bzw. nach Breisach fährt. Dieses Angebot wird ebenfalls angenommen.

1995 kamen Pläne zu einem Stadtbahnbau nach Hochdorf auf, die allerdings aus Kostengründen (etwa Überquerung von Eisenbahngleisen sowie Unterführung der A5) wieder fallen gelassen wurden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinrich Graner: Freiburg-Hochdorf aus Geschichte des Stadtteils, Stadt Freiburg im Breisgau (Hrsg.), Ortsverwaltung Hochdorf, Zweite Auflage von 1994.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Badische Zeitung: Grüner Ortsvorsteher für Hochdorf
  2. http://fritz.freiburg.de/wahl/or09ho.pdf

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hochdorf (Freiburg im Breisgau) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien