Fisher-Separationstheorem

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Das Fisher-Separationstheorem aus dem Jahr 1930, benannt nach dem Ökonomen Irving Fisher, besagt, dass bei vollkommenen und vollständigen Kapitalmärkten die Produktionsentscheidung (Investitionsentscheidung) nur durch die objektiven Marktkriterien (also durch den höchsten Kapitalwert der Investitionsentscheidung) bestimmt wird, während die subjektiven Präferenzen (Risikoneigung, gewünschter Zeitpunkt positiver Zahlungsüberschüsse, etc.), die in die Konsumentscheidung des Individuums eingehen, keine Berücksichtigung finden. Die unterschiedlichen, zeitlichen Konsumpräferenzen der einzelnen Kapitalmarktteilnehmer können durch eine Investition in Realgüter und anschließender zusätzlicher Kapitalaufnahme/-anlage am Kapitalmarkt ausgeglichen werden.

Dieses begründet sich darauf, dass die subjektiven Präferenzen nur im Hinblick auf eine Konsumentscheidung relevant sind, die optimale Investitionsentscheidung jedoch vollkommen unabhängig sowohl von den Konsumpräferenzen als auch von dem Anfangskapital des Investors ist.

Folgerung: Durch den Wegfall der subjektiven Präferenzen folgt automatisch, dass das oberste Unternehmensziel die Maximierung des Unternehmenswertes ist. Dieses Prinzip ist heute unter dem Namen Shareholder Value bekannt. In der Theorie werden gewinnmaximierende Marktteilnehmer durch den homo oeconomicus modelliert, wobei nach aktuellem Stand sowohl das Shareholder-Value-Konzept als auch das theoretische Konstrukt des "homo oeconomicus" äußerst stark attackiert und in Frage gestellt werden.

Aus der Fisher-Separation lässt sich auch folgende Aussage ableiten: Die individuellen Zeitpräferenzen spielen keine Rolle bei der Bestimmung des Zinssatzes.

Literatur[Bearbeiten]

  • Fisher, Irving The Theory of Interest, New York, 1930