Eigenkapital

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Eigenkapital ist die Differenz von Vermögen und Schulden[1]; man bezeichnet es auch als Reinvermögen. Der Begriff Eigenkapital wird sowohl auf Unternehmen[2][3] angewandt als auch auf staatliche Einheiten[4], andere juristische Personen und private Haushalte (siehe Privatbilanz).

Gegenbegriff zu Eigenkapital ist Fremdkapital, das die Schulden bezeichnet. Im Unterschied zu allen übrigen Positionen einer Bilanz ist das Eigenkapital nicht direkt messbar, sondern ergibt sich als rechnerische Restgröße, indem man die Schulden vom Vermögen abzieht.

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei einer Unternehmensgründung wird Eigenkapital von den Gründern zugeführt (Beteiligungsfinanzierung). Einbehaltene Gewinne erhöhen das Eigenkapital (Selbstfinanzierung); durch Verluste kann negatives Eigenkapital entstehen. Eigenkapital darf unter Beachtung der Gläubigerschutzregeln an die Gesellschafter bzw. Anteilseigner zurückgezahlt werden, siehe § 174 Handelsgesetzbuch und Kapitalherabsetzung. Unabhängig von der Rechtsform des Unternehmens haftet das Eigenkapital den Gläubigern des Unternehmens in folgender Weise:

  • Bei Liquidation des Unternehmens dürfen Auszahlungen an die Gesellschafter bzw. Anteilseigner erst erfolgen, nachdem die Forderungen aller Gläubiger vollständig befriedigt wurden.
  • Bei Insolvenz des Unternehmens gilt dasselbe. Reicht die Insolvenzmasse nicht zur Befriedigung aller Gläubiger aus, erhalten die Gesellschafter bzw. Anteilseigner nichts.

Da bei Kapitalgesellschaften die Haftung auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt ist, löst ein negatives Eigenkapital in der Regel Insolvenz durch Überschuldung aus. Bei Personenunternehmen ist das nicht der Fall, sofern an ihnen eine natürliche Person als Vollhafter beteiligt ist.

Bilanz zum 31.12.xxxx
Aktiva Passiva
Anlagevermögen Eigenkapital
Umlaufvermögen Fremdkapital
Bilanzsumme Bilanzsumme

Bestandteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum bilanziellen Eigenkapital gehören nach § 266 Abs. 3 A HGB das Gezeichnete Kapital, die Kapitalrücklage, Gewinnrücklagen, Gewinnvortrag und Verlustvortrag und Bilanzgewinn/Bilanzverlust. Die Gewinnrücklagen werden nach dieser Vorschrift aufgeteilt in gesetzliche Rücklage, Rücklage für Anteile an einem herrschenden oder mehrheitlich beteiligten Unternehmen, satzungsmäßige Rücklagen und andere Gewinnrücklagen. Der Begriff Gezeichnetes Kapital (§ 272 Abs. 1 Satz 1 HGB, § 152 Abs. 1 Satz 1 AktG, § 42 Abs. 1 GmbHG) soll klarstellen, dass es sich um eingezahltes Eigenkapital handelt. Ausstehendes Kapital, erhöht das Eigenkapital erst, wenn es eingefordert wurde. Nicht eingefordertes Kapital ist vom gezeichneten Kapital offen abzusetzen (§ 272 Abs. 1 Satz HGB).

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Unternehmensgründung entsteht das Eigenkapital durch Bareinlage oder Sacheinlage der Gesellschafter. Für Kapitalgesellschaften ist ein gesetzliches Mindest-Eigenkapital vorgesehen (Aktiengesellschaft nach § 7 AktG: 50.000 Euro, GmbH nach § 5 Abs. 1 GmbHG: 25.000 Euro, UG (haftungsbeschränkt): 1 Euro); der Einzahlungsnachweis ist dem Handelsregister bei Eintragung vorzulegen. Bei bestehenden Unternehmen entsteht Eigenkapital durch Kapitalerhöhung, Gewinnthesaurierung, Aktivierung von Vermögensposten sowie durch Höherbewertung von Aktiva oder Niedrigerbewertung von Passiva. Emissionsfähige Unternehmen mit Zugang zur Börse sind in der Rechtsform der AG/KGaA organisiert und können sich Eigenkapital durch Emission von Aktien beschaffen. Nicht emissionsfähige Unternehmen sind kleine AG/KGaA oder andere Rechtsformen, die auf ihre Gesellschafter, Private Equity oder Gewinnthesaurierung angewiesen sind. In einem Konzernabschluss sind Minderheiten-Anteile (Anteile von vollkonsoliderten Tochterunternehmen, die nicht dem Mutterunternehmen gehören) gesondert auszuweisen (§ 307 Abs. 1 HGB).

Funktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Eigenkapital erfüllt im Unternehmen mehrere Funktionen.[5]

  • Gründungsfunktion: Die Unternehmensgründung erfordert zuerst Eigenkapital, da Fremdkapital ohne Eigenkapital nicht aufgenommen werden kann. Mit dem Eigenkapital werden die ersten Gründungsinvestitionen finanziert. Bei Kapitalgesellschaften erfordert das Mindest-Eigenkapital eine konstituierende Finanzierungshandlung durch die Gesellschafter.
  • Haftungsfunktion: Da Eigenkapital „in der Rangstelle der liquidiations- oder insolvenzbedingten Rückzahlbarkeit ganz am Ende“ steht,[6] haftet es den Gläubigern und stellt damit die Grundlage des Gläubigerschutzes sicher.
  • Finanzierungsfunktion: Eigenkapital finanziert einerseits das langfristige Sachanlagevermögen und die Beteiligungen des Unternehmens, andererseits achten Gläubiger (insbesondere Kreditinstitute) bei der Fremdfinanzierung durch Bankkredite auf die Eigenkapitalquote. Daher ist das vorhandene Eigenkapital ein wesentliches Kriterium für die Kreditwürdigkeit und das Rating. Die absolute Höhe des Eigenkapitals hängt entscheidend von der Betriebsgröße eines Unternehmens ab.
  • Verlustabsorptionsfunktion: Entstehende Verluste werden durch das Eigenkapital aufgefangen. Je höher das Eigenkapital ist, umso länger ist ein Unternehmen in der Lage, anhaltende Verluste zu verkraften,[7] ohne in eine Unternehmenskrise zu geraten.
  • Bezugsgröße bei der Gewinnverteilung: Der Eigenkapitalanteil eines einzelnen Gesellschafters bildet die Berechnungsgrundlage bei der Verteilung von Gewinnen und Verlusten. Insbesondere bei Kapitalgesellschaften wird am Eigenkapital (Aktienkapital) die Höhe der Dividenden orientiert.
  • Herrschaftsfunktion: Aufgrund der mit Eigenkapital verbundenen Mitgliedschafts- und Stimmrechte bildet der Eigenkapitalanteil eines einzelnen Gesellschafters die Grundlage für dessen Einfluss auf das Unternehmen. Je höher seine Beteiligungsquote ist, umso eher können Gesellschaftsbeschlüsse herbeigeführt oder verhindert werden.

Abgrenzung zum Fremdkapital und anderen Passivposten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wesentliche Bedeutung hat die – nicht immer leichte – Abgrenzung zwischen Eigen- und Fremdkapital für Gläubiger und Analysten. Besteht auch nur die geringste Rückzahlungsmöglichkeit, dann gehört die entsprechende Bilanzposition zum Fremdkapital. Deshalb bilden alle Arten von Rückstellungen (auch Pensionsrückstellungen) einen Teil des Fremdkapitals, da mindestens eine 50%ige Rückzahlungswahrscheinlichkeit vorhanden ist. Eine erfolgsunabhängige Verzinsung spricht ebenfalls für Fremdkapital. Hybride Eigenkapitalformen bilden eine Mischform zwischen Eigen- und Fremdkapital[8] und werden daher auch Mezzanine-Kapital genannt:

  • Nachrangdarlehen (junior debt): Sind Darlehen nach § 488 Abs. 1 BGB und damit Fremdkapital, dessen Rückzahlung mit der Bedingung verknüpft ist, dass sie erst nach der Befriedigung anderer (vorrangiger) Gläubiger (senior debt) getilgt werden müssen. Die Bedingung ist als Rangrücktritt, Subordination oder Nachrangabrede ausgestaltet und wirkt sowohl in der Insolvenz als auch bei der Liquidation.
  • Genussrechte (participation rights): Sind schuldrechtlich begründete Finanzierungsmittel mit aktionärstypischen Vermögensrechten. Es ist bei der Vielzahl der Ausgestaltungsmöglichkeiten zu prüfen, ob der Emittent eine Verpflichtung zur Rückzahlung übernimmt (puttable instruments) oder ob sie lediglich mit einem Kündigungsrecht des Emittenten ausgestattet sind. Eine bedingte Rückzahlungsverpflichtung erst bei Liquidation führt zur Einordnung als Eigenkapital, eine unbedingte ist als Fremdkapital auszuweisen.[9] Bei Kreditinstituten (§ 10 Abs. 5 KWG) und Versicherungen (§ 214 Abs. 1, 2 und 4 VAG) können indes Genussrechte bei bestimmter Ausgestaltung als regulatorisches Eigenkapital anerkannt werden (siehe Eigenmittel (Kreditinstitut)).
  • Stille Gesellschaften (silent partnership): Diese haben nach der gesetzlichen Konzeption eher den Charakter eines Schuldverhältnisses und sind daher im Zweifel als Fremdkapital anzusehen. In § 231 Abs. 1, § 232 Abs. 2 HGB ist zwar eine Verlustbeteiligung vorgesehen, sie kann jedoch ausgeschlossen werden (§ 231 Abs. 2 erster Halbsatz HGB). In der Insolvenz kann der stille Gesellschafter seine nicht durch Verluste aufgezehrte Einlage als Insolvenzgläubiger geltend machen (§ 236 Abs. 1 HGB).
  • Hybridanleihen (hybrid bond): Es handelt sich um Anleihen und damit um Fremdkapital, die in der Regel nach Ablauf von 7 bis 10 Jahren erstmals fristgebunden seitens des Emittenten kündbar sind (issuer call options). Sie sind meist mit einer Nachrangklausel für Liquidation, Auflösung und Insolvenz ausgestattet.[10] Es gibt Hybridanleihen mit sehr langer Laufzeit (zwischen 30 und 100 Jahren), sogar „ewige Anleihen“ (perpetuals) sind auf dem Markt.
  • Gesellschafterdarlehen (shareholder loans): Sie sind formal zwar Fremdkapital, doch werden sie als wirtschaftliches Eigenkapital behandelt. Durch das Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen (MoMiG) werden seit November 2008 Gesellschafterdarlehen in der Insolvenzordnung (InsO) berücksichtigt. Alle Darlehensrückzahlungsansprüche von Gesellschaftern einer Gesellschaft ohne eine natürliche Person als persönlich haftender Gesellschafter werden kraft Gesetzes als nachrangige Insolvenzforderungen eingestuft, unabhängig von deren Eigenkapitalersatzcharakter (§ 39 Abs. 1 Nr. 5 sowie §§ 44a, 135 und 143 InsO).

Internationale Ratingagenturen erkennen derartige hybride Finanzierungsformen ganz oder teilweise als wirtschaftliches Eigenkapital an. Dabei wird vorausgesetzt, dass eine lange Laufzeit und/oder eine hohe Verlustbeteiligung vorliegen müssen und deshalb zu einer Anerkennung als Eigenkapital führen können.[11] Nachrangdarlehen können mit mindestens 50 % zum wirtschaftlichen Eigenkapital gerechnet werden.

Die Unterschiede zwischen Eigenkapital und Fremdkapital erkennt man am besten in einem Insolvenzverfahren: Rückständiges Eigenkapital, das ein Gesellschafter aufbringen sollte, kann vom Insolvenzverwalter als Leistung in die Masse verlangt werden (§ 171 Abs. 2 HGB). Anders verhält es sich, wenn es sich um den Kredit eines Gesellschafters an die Gesellschaft oder um das Fremdkapital eines Nichtgesellschafters handelt. Hier kann der Kreditgeber das Darlehen außerordentlich kündigen (§ 490 Abs. 1 BGB). Ist der Kredit bereits gewährt, nimmt der Rückforderungsanspruch als Insolvenzforderung am Insolvenzverfahren teil. Eigenkapitalersetzende Darlehen wurden bis zum 31. Oktober 2008 im Insolvenzverfahren wie Eigenkapital behandelt. Mit dem MoMiG ist die Frage, ob das Darlehen eigenkapitalersetzend ist oder nicht, jedoch obsolet geworden (Änderung § 135 Abs. 1 InsO).

Passive latente Steuern und passive Rechnungsabgrenzungsposten mindern ebenfalls das Eigenkapital. Sie sind im engeren Sinne aber kein Fremdkapital sondern Bilanzierungshilfen zur Periodisierung des Gewinns entsprechend der dynamischen Bilanzauffassung.

Kennzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Eigenkapital ist im Rahmen der Bilanzanalyse Gegenstand einer Vielzahl von betriebswirtschaftlichen Kennzahlen. Dazu gehören vertikale Kennzahlen wie die Eigenkapitalquote und horizontale wie die Anlagendeckung. Wichtigste ist die Eigenkapitalquote, die den Anteil des Eigenkapitals an der Gesamtfinanzierung (= Bilanzsumme) wiedergibt:

Je höher die Eigenkapitalquote, umso besser ist die Bonität eines Unternehmens einzustufen und umgekehrt. Eine hohe Eigenkapitalquote führt zu einem günstigen cost leverage, weil für das relativ niedrige Fremdkapital weniger Gewinne für den Zinsaufwand verbraucht werden und damit auch der Break-even-Point schneller erreicht wird.

International[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die International Financial Reporting Standards (IFRS) wird Eigenkapital international weitgehend homogen definiert. Allerdings gibt es keinen Einzelstandard in den IFRS, der die Abgrenzung, Behandlung und Abbildung von Eigenkapital im Jahresabschluss beschreibt.[12] IAS 1.7 kennt Vermögenswerte, Schulden und Eigenkapital. Das Rahmenkonzept definiert Eigenkapital (equity, équité) als den nach Abzug aller Schulden (liabilities) verbleibenden Restbetrag (residual interest) der Vermögenswerte (assets) eines Unternehmens (IAS 1.98, Satz 1). Diese Saldierungs-Definition stellt das Eigenkapital als Residualgröße mit dem Reinvermögen gleich. Durch seinen Charakter als Restgröße findet eine eigenständige Eigenkapital-Bewertung in den IFRS nicht statt, sondern sie hängt von der Bewertung des Vermögens und der Schulden ab. Eigenkapital ist formal ein Eigenkapitalinstrument (equity instrument) und gehört neben den finanziellen Vermögenswerten und den finanziellen Verbindlichkeiten zu den Finanzinstrumenten. Nach IAS 32.11 ist ein Eigenkapitalinstrument ein Vertrag, der einen Residualanspruch an den Vermögenswerten eines Unternehmens nach Abzug aller Schulden begründet. Auch die IAS verbinden mit Eigenkapital als Haupteigenschaft die fehlende Rückzahlungspflicht. Eigenkapitalinstrumente (IAS 32.15 ff.) liegen nur vor, wenn an das Instrument keine vertragliche Verpflichtung zur Abgabe von flüssigen Mitteln oder sonstigen finanziellen Vermögenswerten geknüpft ist, da das Instrument ansonsten die Definition einer Schuld erfüllen würde. Als Ausnahme können aber unter bestimmten Bedingungen solche Finanzinstrumente stattdessen als finanzielle Verbindlichkeiten einzuordnen sein (vgl. IAS 32.16). Das emittierende Unternehmen muss gemäß IAS 32.19 f. bei Eigenkapitalinstrumenten ein uneingeschränktes Recht besitzen, sich einer (potenziellen) (Rück-) Zahlungspflicht zu entziehen.

Entsprechend der Aufstellung innerhalb der Eigenkapitalveränderungsrechnung kann das Eigenkapital nach IAS 1.108 wie folgt unterteilt werden:

  Komponenten des Eigenkapitals (ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter):
     Gezeichnetes Kapital
   + Rücklagen
   + kumulierter Saldo des sonstigen Ergebnisses der reklassifizierbaren
(d. h. in Gewinn/Verlust-Rechnung übertragbare) Posten aus: * Währungsdifferenzen * zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte * Cashflow - Absicherungen + kumulierter Saldo des sonstigen Ergebnissen der nicht reklassifizierbaren
Posten (IAS 1.96) aus: * Neubewertungsrücklagen aus der Fair-Value-Bewertung
für Sachanlagen (IAS 36.31 ff.) * Neubewertungsrücklagen aus der Fair-Value-Bewertung
für immaterielle Vermögenswerte (IAS 38.75 ff.) * Kumulierter Saldo aus erfolgsneutraler Bewertung bei
leistungsorientierten Versorgungsplänen (IAS 19.57 (d)) = Summe Eigenkapitals (ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter) + Anteile nicht beherrschender Gesellschafter (bei einem Konzernabschluss)
(evtl. mit entsprechender Unterteilung wie oben) = Gesamtsumme Eigenkapital

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Begriff ist in der Betriebswirtschaftslehre, am Kapitalmarkt und im Bereich der Immobilienfinanzierung von Bedeutung. Die Deutsche Bundesbank verwendet die Begriffe „Eigenmittel“ und „Fremdmittel“ im Sinne von Eigen- und Fremdkapital.[13]

Kapitalmarkt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eigenkapitaltitel („equity securities“, Aktien, Genussscheine, Wandelanleihen, GmbH-Anteile) sind dadurch gekennzeichnet, dass ihr Besitz durch Beteiligung am Unternehmensergebnis (Dividende) abgegolten wird, während der Fremdkapitalzins erfolgsunabhängig ausgestaltet ist. Eigenkapitaltitel werden auf dem Kapitalmarkt (an der Börse oder außerbörslich) gehandelt. Ihr Inhaber hält sie entweder mit kurzfristiger Veräußerungsabsicht („available for sale“) oder zeitlich unbefristet („held to maturity“). Bei Unternehmen führt dies zur Aktivierung als Umlaufvermögen oder Finanzanlagevermögen.

Das Dividenden- und Mitgliedschaftsrecht ist in einer Aktie verbrieft, die an der Börse als Streubesitz gehandelt wird und/oder sich außerbörslich im dauerhaften Besitz von Aktionären befindet. Im Fall einer Liquidation werden Fremdkapitalgeber vorrangig bedient, danach die Eigenkapitalgeber. Bestehen nach Tilgung aller Schulden keine liquidierbaren Aktiva mehr, so gehen die Eigenkapitalgeber leer aus. Aus diesen Gründen tragen die Eigenkapitalgeber ein wesentlich größeres Risiko als die Fremdkapitalgeber. Ein Aktionär einer AG oder ein Gesellschafter einer GmbH haftet mit seinem Kapitalanteil, der Gesellschafter einer Personengesellschaft (GbR, OHG, KG) oder der Einzelkaufmann zusätzlich mit seinem Privatvermögen. Er wird deshalb seine Renditeerwartung mit einer Risikoprämie versehen, die ihn für diese Risikoübernahme entschädigt. Die durchschnittlichen Renditen am Kapitalmarkt, bestehend aus der Dividendenrendite und der Kursveränderungsrate des Wertpapiers, sind deshalb in aller Regel höher als der durchschnittliche Zins auf risikolose Anleihen. Ohne Risikoprämie wird der Aktionär in der Regel nicht bereit sein, das unternehmerische Risiko zu tragen, welches eine Investition von Eigenkapital darstellt.

Immobilienfinanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Immobilienfinanzierung werden als Eigenkapital jene Mittel bezeichnet, die dem Käufer von Immobilien zur Verfügung stehen (Bargeld, Spareinlagen, Termingelder, Wertpapiere, Bausparguthaben und vorhandener Grundbesitz). Im weiteren Sinne werden zu den Eigenmitteln auch Verwandtendarlehen, Arbeitgeberdarlehen, öffentliche Zuschüsse und Eigenleistungen gerechnet.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Beck’scher Bilanzkommentar. 9. Auflage. Verlag C. H. Beck, München 2014.
  • Adolf G. Coenenberg, Axel Haller, Gerhard Mattner, Wolfgang Schultze: Einführung in das Rechnungswesen. Grundzüge der Buchführung und Bilanzierung. 3. überarbeitete Auflage. Schäffer-Poeschel Verlag, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-7910-2808-8.
  • Michael Griga, Raymund Krauleidis: Bilanzen erstellen und lesen für Dummies. 2. aktualisierte Auflage. Wiley-VCH, Weinheim 2010, ISBN 978-3-527-70598-6.
  • Gerhard Scherrer: Rechnungslegung nach neuem HGB. Eine anwendungsorientierte Darstellung mit zahlreichen Beispielen. 3. Auflage. Vahlen, München 2010, ISBN 978-3-8006-3787-4.
  • Jürgen Weber, Barbara E. Weißenberger: Einführung in das Rechnungswesen. Bilanzierung und Kostenrechnung. 8. überarbeitete und aktualisierte Auflage. Schäffer-Poeschel Verlag, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7910-2923-8.
  • Harald Wedell, Achim A. Dilling: Grundlagen des Rechnungswesens. Buchführung und Jahresabschluss. Kosten- und Leistungsrechnung. 13. überarbeitete Auflage. NWB-Verlag, Herne 2010, ISBN 978-3-482-54783-6 (NWB Studium Betriebswirtschaft = NWB Studium).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Definition der Deutschen Bundesbank
  2. Hartmut Bieg/Heinz Kußmaul, Finanzierung, Vahlen, 2. Auflage, 2009, S. 39.
  3. Wolfgang Ballwieser, IFRS-Rechnungslegung, Vahlen, 2. Auflage 2009, S. 40, unter Verweis auf das IASC-Rahmenkonzept R 49(c).
  4. Lexikon der Haushaltssteuerung
  5. Michael Reuter, Eigenkapitalausweis im IFRS-Abschluss, 2008, S. 15 ff.
  6. Horst S. Werner: Eigenkapitalfinanzierung. 2006, S. 23
  7. Günter Wöhe, a.a.O., S. 542
  8. Andreas Hoerning: Hybrides Kapital im Jahresabschluss. 2011, S. 26 ff.
  9. Ulrike L. Dürr: Mezzanine-Kapital in der HGB- und IFRS-Rechnungslegung. 2007, S. 264 ff.
  10. Andreas Hoerning, a.a.O., S. 57
  11. Peter Seetaler, Markus Steitz: Praxishandbuch Treasury-Management. 2007, S. 267 f.
  12. Michael Reuter, a.a.O., S. 25
  13. Deutsche Bundesbank, Monatsbericht Dezember 2012, „Ertragslage und Finanzierungsverhältnisse deutscher Unternehmen im Jahr 2011“
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