Flaesheim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

51.7183333333337.229444444444445Koordinaten: 51° 43′ 6″ N, 7° 13′ 46″ O

Flaesheim
Höhe: 45 m
Fläche: 13,33 km²
Einwohner: 1813 (31. Dez. 2011)
Bevölkerungsdichte: 136 Einwohner je km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 45721
Vorwahl: 02364

Flaesheim (flaːshaim) (niederdeutsch: Flaosem[1]) ist ein Ortsteil der Stadt Haltern am See in Nordrhein-Westfalen mit 1813 Einwohnern (Dezember 2011).

Die nähere Umgebung zeichnet sich durch das Waldgebiet Haard im Süden, den Wesel-Datteln-Kanal und die Lippe im Norden aus; verschiedene landwirtschaftlich genutzte Flächen sind in der Umgebung.

Auf Grund der geographischen Lage auf der Grenze zwischen Ruhrgebiet und Münsterland ist die regionale Zuordnung umstritten. Dadurch, dass Flaesheim ein Teil vom Vest Recklinghausen ist, wegen der historischen Zugehörigkeit zum Erzbistum Köln (heute im Bistum Münster) und der Lage südlich der Lippe gehört es aber historisch zum Ruhrgebiet.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Blick vom nahen Feuerwachturm Rennberg nach Flaesheim

Der Ort liegt am nördlichen Rand des Ruhrgebietes im Tal der Lippe und nördlich der Haard.

Ortsbild[Bearbeiten]

Flaesheim besteht im Wesentlichen aus drei Siedlungsbereichen: Im Westen die Bauerschaft Flaesheim-Dorf, zentral gelegen der Hauptort Flaesheim (bzw. Flaesheim-Stift in Anlehnung an das ehemalige Kloster Flaesheim) und im Osten die Bauerschaft Westleven.

Bedingt durch die gute Anbindung zur A 43 und A 52 sowie ein Unterangebot an lokalen Arbeitsstellen hat sich Flaesheim zu einem Pendlerdorf entwickelt. Andererseits verbringen gerade aus dem Ruhrgebiet viele Leute hier ihre Freizeit, sei es zu Tagesausflügen in die nahe gelegene Haard oder zum längeren Entspannen auf einem der Campingplätze.

Das örtliche Leben ist von den ortsansässigen Vereinen wie dem Sportverein SuS Concordia Flaesheim 1969 e. V. (dessen Frauenfussballabteilung sich 1999 mit der Frauenfussballabteilung des Rot-Weiß Hillen zum eigenständigen Bundesligaverein FFC Flaesheim-Hillen zusammengeschlossen hatte), dem Bürgerschützenverein 1899/1952 e. V., dem Heimatverein, der Freiwilligen Feuerwehr Flaesheim und ihrem Spielmannszug geprägt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die ersten germanischen Siedlungs- und Grabfunde stammen aus der Zeit um 9 n. Chr. In der Zeit zwischen 700 und 720 waren die Sachsen auf dem Gebiet des heutigen Flaesheim; dies belegt der Fund heidnischer Gräber nahe der Stiftskirche.

Im Jahre 1166 stiftete Graf Otto I. von Ravensberg das Kloster Flaesheim. Die ersten Stiftsfrauen kamen aus dem rheinischen Knechtsteden und wurden nach der Regel des hl. Augustinus Prämonstratenserinnen genannt.

Nachdem Graf Otto II. von Ravensberg auf das Stift Flaesheim verzichtet hatte, ging es in den Besitz des Erzbischofs von Köln über.

Die Äbtissin Maria von Ketteler stiftete dem Kloster Flaesheim einen neuen Hochaltar, der vom Bildhauer Gerhard Gröninger aus Münster entworfen wurde.

Eine Schule wurde erstmals 1717 erwähnt. Zunächst war sie eine reine Pfarrschule, doch im Jahre 1799 wurde mit dem Bau eines Schulgebäudes begonnen.

Im Jahre 1803 ging das Stift Flaesheim in den Besitz des Herzogs von Arenberg über, der es 1808 auflöste.

Seit dem 17. Oktober 1920 hat Flaesheim eine eigene Freiwillige Feuerwehr. Die Elektrizität kam 1922 nach Flaesheim und am 14. Juni 1939 wurde das Wappen Flaesheims festgelegt.

Seit dem 1. Januar 1975 ist die Gemeinde Flaesheim ein Ortsteil der Stadt Haltern.[2]

Stiftskirche St.-Maria-Magdalena

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Stiftskirche St.-Maria-Magdalena[Bearbeiten]

Die Pfarrkirche St.-Maria-Magdalena, erbaut im 14. Jahrhundert, ist romanischen Ursprungs (teils gotisch ergänzt) und enthält einige bedeutende Kunstschätze. Gegenüber steht das St. Norberthaus, welches als Veranstaltungsort und Gemeindezentrum dient.

Veranstaltungen und Feste[Bearbeiten]

Ein besonderes, volksfestartiges Ereignis ist die alljährliche Errichtung eines Holzkohlenmeilers im Mai am Dachsberg in der Haard. Außerdem findet alle drei Jahre ein Schützenfest statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Durch die Buslinie 288, die von den Vestischen Straßenbahnen betrieben wird und von Datteln nach Haltern am See fährt, ist Flaesheim mit dem öffentlichen Personennahverkehr zu erreichen.

An das Fernstraßennetz ist Flaesheim durch die Autobahn A 43 Wuppertal–Münster am Autobahnkreuz Marl-Nord angebunden. Hier endet auch die A 52 von Düsseldorf über Essen, deren Zubringer (L 612) nach Flaesheim führt.

Der Wesel-Datteln-Kanal begrenzt Flaesheim im Norden. Nahe der Stiftskirche liegt die Schleuse Flaesheim. Weiter östlich – im Verbindungsarm zu einem Baggersee – befindet sich die Marina Flaesheim.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wenkerbogen Flaesheim, Digitaler Wenkeratlas
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 316.

Quellen[Bearbeiten]

  • Geschichte und Geschichten des Halterner Ortsteils Flaesheim, Heimatfreunde Haltern, 1999
  • Beiträge zur Geschichte Flaesheims Nr. 3, Heimatverein Flaesheim, 2001