Flaesheim

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Flaesheim
Koordinaten: 51° 43′ 6″ N, 7° 13′ 46″ O
Höhe: 45 m ü. NN
Fläche: 13,33 km²
Einwohner: 1905 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 143 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 45721
Vorwahl: 02364
Flaesheim (Nordrhein-Westfalen)

Lage von Flaesheim in Nordrhein-Westfalen

Blick vom nahen Feuerwachturm Rennberg nach Flaesheim

Flaesheim (flaːshaim), mit Dehnungs-e (niederdeutsch: Flaosem[2]) ist ein Ortsteil der Stadt Haltern am See in Nordrhein-Westfalen mit gut 1900 Einwohnern (Februar 2022).[1]

Flaesheim zeichnet sich durch die Nähe zum Waldgebiet Haard im Süden und den Wesel-Datteln-Kanal mit der parallelen Lippe im Norden aus; verschiedene landwirtschaftlich genutzte Flächen kennzeichnen das Umland.

Durch die geographische Situation auf der Grenze zwischen Ruhrgebiet und Münsterland ist die regionale Zuordnung umstritten. Da Flaesheim ein Teil vom Vest Recklinghausen ist und wegen der historischen Zugehörigkeit zum Erzbistum Köln (heute im Bistum Münster), zudem der Lage südlich der Lippe gehört es historisch zum Ruhrgebiet.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt am nördlichen Rand des Ruhrgebietes im Tal der Lippe und nördlich der Haard.

Ortsbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flaesheim besteht im Wesentlichen aus drei Siedlungsbereichen: Im Westen die Bauerschaft Flaesheim-Dorf, zentral gelegen der Hauptort Flaesheim (bzw. Flaesheim-Stift in Anlehnung an das ehemalige Kloster Flaesheim) und im Osten die Bauerschaft Westleven.

Bedingt durch die gute Anbindung zur A 43 und A 52 sowie ein Unterangebot an lokalen Arbeitsstellen hat sich Flaesheim zu einem Pendlerdorf entwickelt. Andererseits verbringen gerade aus dem Ruhrgebiet viele Leute hier ihre Freizeit, sei es zu Tagesausflügen in die nahe gelegene Haard oder zum längeren Entspannen auf einem der Campingplätze.

Das örtliche Leben ist von den ortsansässigen Vereinen wie dem Sportverein SuS Concordia Flaesheim 1969 e. V. (dessen Frauenfußballabteilung sich 1999 mit der Frauenfußballabteilung des Rot-Weiß Hillen zum eigenständigen Bundesligaverein FFC Flaesheim-Hillen zusammengeschlossen hatte), dem Bürgerschützenverein 1899/1952 e. V., dem Heimatverein, der Freiwilligen Feuerwehr Flaesheim und ihrem Spielmannszug geprägt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stiftskirche St.-Maria-Magdalena

Die ersten germanischen Siedlungs- und Grabfunde stammen aus der Zeit um 9 n. Chr. In der Zeit zwischen 700 und 720 waren die Sachsen auf dem Gebiet des heutigen Flaesheim; dies belegt der Fund heidnischer Gräber nahe der Stiftskirche.

Im Jahre 1166 stiftete Graf Otto I. von Ravensberg das Kloster Flaesheim. Die ersten Stiftsfrauen kamen aus dem rheinischen Knechtsteden und wurden nach der Regel des hl. Augustinus Prämonstratenserinnen genannt.

Nachdem Graf Otto II. von Ravensberg auf das Stift Flaesheim verzichtet hatte, ging es in den Besitz des Erzbischofs von Köln über.

Die Äbtissin Maria von Ketteler stiftete dem Kloster Flaesheim einen neuen Hochaltar, der vom Bildhauer Gerhard Gröninger aus Münster entworfen wurde.

Eine Schule wurde erstmals 1717 erwähnt. Zunächst war sie eine reine Pfarrschule, doch im Jahre 1799 wurde mit dem Bau eines Schulgebäudes begonnen.

Im Jahre 1803 ging das Stift Flaesheim in den Besitz des Herzogs von Arenberg über, der es 1808 auflöste.

Seit dem 17. Oktober 1920 hat Flaesheim eine eigene Freiwillige Feuerwehr. Die Elektrizität kam 1922 nach Flaesheim und am 14. Juni 1939 wurde das Wappen Flaesheims festgelegt.

Durch § 11 Ruhrgebiet-Gesetz wurde die Gemeinde Flaeasheim ein Ortsteil der Stadt Haltern.[3]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stiftskirche St.-Maria-Magdalena[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

360° Panorama vor der Stiftskirche St.Maria Magdalena
Als Kugelpanorama anzeigen

Die Pfarrkirche St.-Maria-Magdalena, erbaut im 14. Jahrhundert, ist romanischen Ursprungs (teils gotisch ergänzt) und enthält einige bedeutende Kunstschätze. Gegenüber steht das St. Norberthaus, welches als Veranstaltungsort und Gemeindezentrum dient.

Unmittelbar westsüdwestlich der Kirche steht am Stiftsplatz eine 500-jährige Sommerlinde (ND 115, im Panorama links).

Veranstaltungen und Feste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein besonderes, volksfestartiges Ereignis ist die alljährliche Errichtung eines Holzkohlenmeilers im Mai am Dachsberg in der Haard. Außerdem findet alle drei Jahre ein Schützenfest statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Buslinie 288, die von den Vestischen Straßenbahnen betrieben wird und von Datteln nach Haltern führt, ist Flaesheim mit dem öffentlichen Personennahverkehr zu erreichen.

Linie Verlauf Takt (Mo–Fr)
288 Haltern am See Bf Regionalverkehr S-Bahn – Haltern am See Kärntner Platz – Hamm-Bossendorf – Örter Pütt – Flaesheim – Ahsen – Bauerschaft Klostern – Datteln Bus Bf 60 min

An das Fernstraßennetz ist Flaesheim durch die Autobahn A 43 Wuppertal–Münster am Autobahnkreuz Marl-Nord angebunden. Dort endet auch die A 52 von Düsseldorf über Essen, deren Zubringer (L 612) nach Flaesheim führt.

Der Wesel-Datteln-Kanal begrenzt Flaesheim im Norden. Nahe der Stiftskirche liegt die Schleuse Flaesheim. Weiter östlich – im Verbindungsarm zu einem Baggersee – befindet sich die Marina Flaesheim.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Geschichte und Geschichten des Halterner Ortsteils Flaesheim. Heimatfreunde Haltern, 1999.
  • Beiträge zur Geschichte Flaesheims Nr. 3. Heimatverein Flaesheim, 2001.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Flaesheim – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Zahlen & Fakten. Bevölkerung nach Ortsteilen. In: haltern-am-see.de. Stadt Haltern am See, abgerufen am 10. März 2022.
  2. Wenkerbogen Flaesheim, Digitaler Wenkeratlas (Memento des Originals vom 23. Januar 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/3.diwa.info
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 316.