Fleischerei

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Dieser Artikel behandelt den Gewerbebetrieb. Zur Fachzeitschrift siehe Die Fleischerei.
Fleischerei
Metzgerladen

Eine Fleischerei ist ein handwerklicher Gewerbebetrieb, der die Produkte eines Schlachthofes nach der Schlachtung zu Fleisch- und Wurstwaren weiterverarbeitet und verkauft. Andere Bezeichnungen für eine Fleischerei sind u. a. Metzgerei, Schlachterei, in Österreich Fleischhauerei oder Fleischhackerei und in der Schweiz auch Metzg.

In einer Fleischerei arbeiten Fleischer. Deren Aufgabe ist die Herstellung und Verarbeitung von Fleisch- und Wurstwaren. Fleischerfachgeschäfte bzw. Fleischerläden verfügen heute meist über eine Theke, die als Vitrine ausgeführt ist, sowie häufig auch über eine heiße Theke mit Bain-Marie, in der zubereitete Fleischgerichte und Fleischkäse angeboten werden.

Fleischerhandwerk in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weil das Fleischerhandwerk in Deutschland zu den zulassungspflichtigen Handwerken im Sinne der Handwerksordnung zählt, ist der Betrieb einer Fleischerei einem Fleischermeister vorbehalten (Meisterzwang; §1 HwO in Verbindung mit Anlage A, Nr. 32). Es gibt (Stand Ende 2013) ca. 14.000 eigenständige Meisterbetriebe, von denen ungefähr ein Viertel eine oder mehrere Filialen besitzt – in über der Hälfte der Fälle jedoch nur eine – so dass insgesamt ca. 23.300 stationäre Verkaufsstellen des Fleischerhandwerks die Bevölkerung versorgen; hinzu kommen noch ca. 5.000 mobile Verkaufsstellen, zum Beispiel auf Wochenmärkten. Die Zahl der Betriebe ist seit langem rückgängig, hauptsächlich aufgrund von Schwierigkeiten, beim Ausscheiden des Besitzers einen Nachfolger zu finden, sowie aufgrund der Abwanderung der Kunden zu Supermärkten und Discountern.[1] Der Fleischverzehr der deutschen Bevölkerung stagniert seit Jahren bei knapp über 60 kg pro Kopf und Jahr und entwickelt sich zeitweise rückläufig, ist im historischen Vergleich aber hoch (1950 waren es nur 26,2 kg).[2]

Etwa 60 Prozent der Beschäftigten des Fleischerhandwerks arbeiten im Verkauf, vielfach in Teilzeit, um Nachfragespitzen bedienen und lange Öffnungszeiten anbieten zu können. Über 20 % sind geringfügig Beschäftigte. (Stand 2013)[1]

Aushängeschild mit der f-Marke an einem Fleischerfachgeschäft

Der bundesweite Fachverband des deutschen Fleischerhandwerks ist der Deutsche Fleischer-Verband (DFV), ein freiwilliger Zusammenschluss aller 15 Landesinnungsverbände. (Es sind 15, da einerseits Bremen und Niedersachsen sowie Berlin und Brandenburg gemeinsame Innungsverbände haben, andererseits Pfalz und Rheinland-Rheinhessen getrennt sind.) Der DFV vertritt die Interessen des Fleischergewerbes auf nationaler und internationaler Ebene in Gremien und durch Öffentlichkeitsarbeit.[3] Er ist Inhaber der sogenannten „f-Marke“ (ein rot-weißes Markenzeichen, das den Kleinbuchstaben f vor einer Raute zeigt), mit der Fleischerfachgeschäfte gekennzeichnet werden dürfen.[4][5]

Eine internationale Leitmesse der Fleischwirtschaft, die IFFA (Internationale Fleischwirtschaftliche Fachmesse; die Abkürzung wird normalerweise nicht mehr aufgelöst) findet alle drei Jahre auf dem Frankfurter Messegelände statt.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fleischerei – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Fleischerei – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Strukturentwicklung im Fleischerhandwerk. In: Geschäftsbericht 2013/2014 des Deutschen Fleischer-Verbands. Abgerufen am 3. Juni 2015.
  2. Fleischverzehr. In: Geschäftsbericht 2013/2014 des Deutschen Fleischer-Verbands. Abgerufen am 3. Juni 2015.
  3. Die Spitzenorganisation des Fleischerhandwerks. In: Website des Deutschen Fleischer-Verbands. Abgerufen am 3. Juni 2015.
  4. Die f-Marke. In: Website des Deutschen Fleischer-Verbands. Abgerufen am 3. Juni 2015.
  5. f-Marke in der Registerauskunft des Deutschen Patent- und Markenamtes (DPMA)
  6. IFFA 2013 - Messe für Fachbesucher