Flomersheim

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Flomersheim
Wappen der ehemaligen Gemeinde Flomersheim
Koordinaten: 49° 30′ 52″ N, 8° 19′ 53″ O
Höhe: 95 m ü. NHN
Fläche: 4,82 km²
Einwohner: 2748 (31. Dez. 2014)
Bevölkerungsdichte: 571 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1919
Postleitzahl: 67227
Vorwahl: 06233
Flomersheim (Rheinland-Pfalz)
Flomersheim

Lage von Flomersheim in Rheinland-Pfalz

Ortsmitte von Flomersheim
Ortsmitte von Flomersheim

Flomersheim ist ein Stadtteil und ein Ortsbezirk der kreisfreien Stadt Frankenthal in der nördlichen Vorderpfalz (Rheinland-Pfalz). Bis 1919 war Flomersheim eine selbständige Gemeinde.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flomersheim liegt auf 95 m ü. NHN in der Oberrheinischen Tiefebene westlich des rund 5 km entfernten Rheins. Es besitzt eine Grundfläche von 481,5 ha. Die Entfernung zur nordöstlich gelegenen Kernstadt beträgt 2 km. Westlich der Bebauung entspringt der Schrakelbach. Entlang des südlichen Siedlungsrandes verläuft in West-Ost-Richtung die Isenach, die zugleich die Grenze zum Stadtteil Eppstein bildet, zu dem es inzwischen keine räumliche Trennung mehr gibt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Flomersheim bedeutete ursprünglich „Heim des Flabo“. Der Ort ist seit der sogenannten fränkischen Landnahme im 5. Jahrhundert besiedelt und wurde zum ersten Mal erwähnt in einer Urkunde des Klosters Gorze bei Metz (Lothringen) vom 24. Mai 765. Die örtliche Pfarrkirche mit dem Patrozinium St. Stephan (zuvor St. Gorgonius) unterstand bis zur Reformation dem Gorzer Filialkloster St. Georgenberg, welches hier das Patronatsrecht innehatte.[1] Im 12. Jahrhundert verfügte die Abtei Gorze über Besitz vor Ort.

Bis Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Flomersheim zur Kurpfalz und unterstand dort dem Oberamt Alzey. Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Flomersheim in den Kanton Frankenthal eingegliedert und Sitz einer eigenen Mairie. 1815 hatte der Ort 420 Einwohner. Im selben Jahr wurde er Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte der Ort wie die gesamte Pfalz in das Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 gehörte er dem Landkommissariat Frankenthal an; aus diesem ging das Bezirksamt Frankenthal hervor.

Die Eingemeindung nach Frankenthal erfolgte im Jahr 1919.[2] 1928 hatte Flomersheim 1530 Einwohner, die in 265 Wohngebäuden lebten.[3] Ende 2014 hatte Flomersheim 2748 Einwohner und war damit nach Mörsch zweitgrößter Stadtteil Frankenthals.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sowohl die Katholiken als auch die Protestanten gehörten 1928 zur jeweiligen Pfarrei von Eppstein.[3] Die in Flomersheim lebenden Juden gehörten zur jüdischen Gemeinde Lambsheim.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbeirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Stadtteil Flomersheim wurde ein Ortsbezirk gebildet. Die Interessen der Einwohner werden durch ein eigenes Gremium vertreten. Dem Ortsbeirat gehören neun Beiratsmitglieder an, den Vorsitz im Ortsbeirat führt die direkt gewählte Ortsvorsteherin.[4]

Zur Zusammensetzung des Ortsbeirats siehe die Ergebnisse der Kommunalwahlen in Frankenthal (Pfalz).

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteherin ist Heike Haselmaier (CDU). Bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 wurde sie mit einem Stimmenanteil von 67,81 % wiedergewählt.[5]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Flomersheim
Blasonierung: „In Gold auf grünem Dreiberg eine grüne Pflanze.“

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor Ort existieren insgesamt zehn Objekte, die unter Denkmalschutz stehen, darunter die evangelische Kirche St. Stephan.[6]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Institutionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundschule Flomersheim

Der Ort war jahrhundertelang bäuerlich geprägt und bekannt für seinen Gemüseanbau. Bald nach dem Zweiten Weltkrieg begann der Wandel hin zu einem großenteils von Pendlern bewohnten Vorort. Der Ort verfügt über eine Grundschule.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1877 erhielt Flomersheim Anschluss an das Eisenbahnnetz, als die Bahnstrecke Freinsheim–Frankenthal eröffnet wurde; Flomersheim bildete einen von insgesamt drei Unterwegshalten. Mittlerweile wurde der örtliche Bahnhof zum Haltepunkt zurückgebaut. Die Buslinie 466 verbindet den Ort mit der Kernstadt sowie mit Eppstein; von Montag bis Samstag verkehren die Busse halbstündlich, an Sonntagen stündlich. Außerdem führt der Salier-Radweg durch Flomersheim.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Konrad Wepler (1785–1835), geboren in Flomersheim, ehemaliger Soldat der Grande Armée, Weinhändler an der Avenue de Clichy, in Paris. Die Taverne wird nach mehreren Umzügen eine berühmte Pariser Brauerei unter dem Namen “Brasserie Wepler”. Sein Grab befindet sich in Friedhof Cimetière des Batignolles (20. Abteilung).
  • Hermann Wilker (1874–1941) war Ruderer und Olympiasieger im Vierer mit Steuermann 1912 in Stockholm.

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christoph Fuhrbach (* 1970), Ausdauersportler, gehörte als Schüler der TuS Flomersheim an.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Flomersheim – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pfälzische Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften: Pfälzer Heimat, Jahrgang 1970, Speyer, S. 50; Ausschnitt aus der Quelle.
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 463.
  3. a b Ortschaftenverzeichnis für den Freistaat Bayern. In: daten.digitale-sammlungen.de. Abgerufen am 23. Juni 2016.
  4. Stadt Frankenthal: Hauptsatzung Stadt Frankenthal. (PDF) § 6 und 7 in der Fassung der 4. Änderungssatzung. 23. Februar 2018, abgerufen am 9. Oktober 2019.
  5. Stadt Frankenthal: Ergebnis Ortsvorsteher Flomersheim 2019. Abgerufen am 10. Oktober 2019.
  6. Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler – Kreisfreie Stadt Frankenthal. Mainz 2021, S. 10 (PDF; 4,2 MB).