Florence Ballard

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Florence Ballard, (1965)

Florence Glenda Ballard (* 30. Juni 1943 in Detroit, Michigan[1]; † 22. Februar 1976 ebenda) war eine US-amerikanische Musikerin und Gründungsmitglied der Supremes.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Florence Ballard wurde 1943 in Detroit, Michigan (nach anderen Angaben in Rosetta, Mississippi) als achtes von dreizehn Kindern von Jesse und Lurlee Ballard geboren. Dank ihres Vaters, Jesse Ballard, fing Florence schon in jungem Alter mit der Musik an. Sie trat dem Kirchenchor bei, nahm öfters an Talent- und Gesangswettbewerben teil und erhielt dadurch viel Aufmerksamkeit in der Region. Ihre Freundin, Mary Wilson, kannte sie seit ihrem 10. Lebensjahr und musste manchmal gegen sie bei den Wettbewerben antreten.

1959 wurde sie von Milton Jenkins, dem damaligen Manager von "The Primes" (welche später als The Temptations bekannt wurden) gebeten, eine Schwesterngruppe zu den Primes zu gründen, welche nur aus Mädchen bestand. Ballard holte ihre langjährige Freundin Mary Wilson dazu, die wiederum eine Freundin aus der Nachbarschaft, Diana Ross, rekrutierte. Als später Betty McGlown der Gruppe beitrat, waren die Primettes vollständig. McGlown wurde später durch Barbara Martin ersetzt.

Im Sommer 1960 wurde Ballard von einem örtlichen Basketballspieler und Freund ihres Bruders, Reggie Harding, vergewaltigt. Dies führte dazu, dass sie sich eine Zeit lang von der Außenwelt isolierte und mit niemandem sprechen wollte, nicht einmal mit ihren Bandmitgliedern. Die pessimistischen Visionen und die Vertrauensprobleme, die sie dadurch erlitten hatte, begleiteten sie ihr ganzes leben lang. 1961 unterschrieben die Primettes bei der noch jungen Plattenfirma Motown und wurden auf Vorschlag von Ballard in The Supremes umbenannt.

Die Supremes 1965 bei einem Konzert in den Niederlanden, von links Mary Wilson, Florence Ballard & Diana Ross.

Nachdem Motown den Focus allein auf Ross setzte, was Ballard als Initiatorin der Gruppe nicht akzeptieren konnte, verwies Berry Gordy sie im Juli 1967 kurzerhand aus der Gruppe. Ballard wurde durch Cindy Birdsong von Patti LaBelle And The Bluebelles ersetzt und die Gruppe in Diana Ross & The Supremes umbenannt.

Im Jahre 1968 heiratete Florence Ballard den ehemaligen Chauffeur von Berry Gordy, Thomas Chapman. Sie und Thomas bekamen insgesamt drei Kinder.

Im Jahre 1968 unterzeichnete sie einen Vertrag bei ABC Records. Sie nahm sogar ein Album auf, welches leider aber erst 2002 veröffentlicht wurde. Eheprobleme und finanzielle Probleme lösten bei ihr Depressionen aus und sie wurde zur Alkoholikerin.

Nach einer erfolgreichen Therapie versuchte Ballard, sich selbst wieder aufzubauen. Sie schrieb ein Buch über ihr Leben, gab allein ein vollständig ausverkauftes Konzert im Ford Auditorium, bei dem sie mit Standing Ovations bedacht wurde, und wurde zu Auftritten in TV-Shows eingeladen. Mary Wilson und Diana Ross boten ihr ihre Hilfe an.

Ohne vorherige Komplikationen wurde Florence Ballard am 21. Februar 1976 mit Gefühllosigkeit an ihren Extremitäten ins Krankenhaus eingeliefert. Zuvor soll sie einen GTKA (Generalisiert Tonisch Klonischen Anfall) erlitten haben. Acht Stunden später verstarb sie an einer Thrombose am Koronargefäß. Das Buch konnte nicht fertig geschrieben werden.

Auch nach ihrem Tod hielt das Interesse an Ballard an. Zum Beispiel als Jennifer Hudson den Golden Globe Award für die Rolle von Effie White, einer Figur inspiriert von Florence Ballard, erhielt und diesen ihr öffentlich widmete. Im Jahre 2007 veröffentlichte Maxine Ballard das Buch The True Story Of Florence Ballard, welches eine Biographie ist. Maxine sagt, dass sie glaubt, man habe Ballard ermordet. Es soll unter anderem eine braune müsliartige Substanz in ihrem Magen während der Obduktion gefunden worden sein, welche bis heute nicht identifiziert werden konnte. 2008 erschien eine weitere Biographie über die legendäre Sängerin mit dem Titel The Lost Supreme von Peter Benjaminson. Das Buch basiert auf einem insgesamt über achtstündigen Interview, dass Benjaminson mit Ballard führte. [2]

Album[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • It Doesn't Matter How I Say It (It's What I Say That Matters)
  • Love Ain't Love/Forever Faithful
  • Yesterday
  • My Heart/Stay in love
  • The Impossible Dream
  • Yours Until Tomorrow
  • It’s Not Unusual
  • Stay In Love
  • Walk on By
  • Hey Baby
  • Heavenly Father

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mary Wilson, My Life as a Supreme. New York: Cooper Square Publishers. ISBN 0-8154-1000-X.
  • Peter Benjaminson, The Lost Supreme: The Life of Dreamgirl Florence Ballard. Lawrence Hill. ISBN 1-5565-2705-5

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Florence Ballard – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. IMDB gibt Detroit als Geburtsort an, Find-A-Grave und Allmusic Guide nennen Rosetta in Mississippi als Geburtsort.
  2. ’The Lost Supreme‘ and a Classic Hollywood Con, Rolling Stone, 1. Juli 2014