Flumm

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Flumm
Daten
Gewässerkennzahl DE: 39211 (Alte Flumm) als Oberlauf des Sauteler Kanals (392); 39413 u. 39415 ((untere) Flumm) als Teil des Oldersumer Sieltiefs (394)
Lage Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland
Flusssystem Ems
Abfluss über Ems → Nordsee
Mehrere Ursprünge als Teile zweier Flusssysteme GKZ 292(1111) im Kreismoor, westlich von Marcardsmoor,
GKZ 394(111) bei Wrisse
53° 25′ 32″ N, 7° 35′ 38″ O
Quellhöhe m ü. NN[1]
Mündung in Oldersum als Oldersumer Sieltief in die EmsKoordinaten: 53° 19′ 18″ N, 7° 20′ 26″ O
53° 19′ 18″ N, 7° 20′ 26″ O
Mündungshöhe m ü. NN
Höhenunterschied 4 m
Länge 26,6 km[2] (untere) Flumm (Grenzgraben – Flumm – Fehntjer Tief – Oldersumer Tief)
Linke Nebenflüsse Flumm (linker Oberlauf, GKZ = DE: 39212), vereinigt sich südlich von Holtrop mit der Alten Flumm zum Sauteler Kanal

Die Flumm ist ein alter Geest- und Niederungsbach, der auf dem Auricher Geestrücken entspringt und zu den wenigen ehemals natürlichen Fließgewässern Ostfrieslands gehört. Die Teile des ursprünglichen Verlaufs gehören heute zwei verschiedenen Flusssystemen an.

Heutige Wasserführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute besteht sein Lauf allerdings überwiegend von Menschenhand gestalteten, geradlinigen Abschnitten und hydrologisch bildet er keine Einheit mehr: Die beiden Oberläufe, genannt Flumm und Alte Flumm, wird an deren Vereinigung in den Sauteler Kanal, der bei Mittegroßefehn nach Süden abknickt und mit dem Sauteler Siel südwestlich von Neermoor in die Ems mündet. Der Unterlauf wird an der Vereinigungsstelle der Oberläufe vom Grenzgraben gespeist, der seinen Ursprung zwischen beiden hat und mit einem Düker unter der Alten Flumm hindurch geleitet wird. Diese (untere) Flumm bildet den Oberlauf des Nordarms des Fehntjer Tiefs und sein Wasser erreicht durch das Oldersumer Sieltief die Ems in Oldersum. Diese Wasserführung lässt das Prinzip erkennen, Wasser aus höher gelegenem geestnahem Gebiet auf einem Dammfluss an den tief gelegenen Flächen des Moormerlandes vorbei zu leiten.

Unterlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Fehntjer Tief bis zum Oldersumer Sieltief und das Oldersumer Sieltif selber sind mit ihren zahlreichen Flussschleifen noch als alter Flusslauf zu erkennen. Das Bett wurde jedoch als Transportweg für die Fehnschiffahrt von Moorkolonisten erweitert. Außerdem wurde das Fehntjer Tief um einen aus geradlinigen Strecken bestehenden westlichen Arm bis nach Emden verlängert, sodass die Fehntjer mit ihren nicht seetüchtigen Fahrzeugen den Markt in Emden erreichen konnten.

Naturschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die feuchten Niederungsgebiete am Ufer der Flumm wurden lange Zeit extensiv als Wiese und Weideland genutzt. Bis in die 1960er Jahre hat die Flumm umfangreiche Begradigungen erfahren, indem die zahlreichen Gewässerschleifen (Mäander) vom Gewässerlauf getrennt und anschließend verfüllt worden sind.

Erst in jüngster Zeit, zwischen 1996 und 1999, konnten mehrere Teilabschnitte der Flumm mit Naturschutzmitteln aus dem Bundesförderprojekt renaturiert werden. Ehemalige Altarme wurden wieder geöffnet und an das Gewässer angeschlossen. Es wurden Uferabflachungen, Flachwasserzonen und Gewässerrandstreifen angelegt.

Insgesamt wurden 360 Hektar der Flumm-Niederung nordöstlich von Westgroßefehn unter Naturschutz gestellt. Die Niederung wird überwiegend von wassergesättigten Niedermoorböden mit über einem Meter Mächtigkeit bedeckt, die sich hier auf Sanden glazialen Ursprungs gebildet haben. Niedermoore sind durch hoch anstehendes, verhältnismäßig nährstoffreiches Grund-, Quell- oder Stauwasser beeinflusste Lebensräume und unterscheiden sich damit grundlegend von den ausschließlich durch Niederschlagswasser gespeisten Hochmooren.

Die Flumm-Niederung wird von der Naturschutzstation Flumm/Fehntjer Tief betreut. Die Station hat ihren Sitz in einem denkmalgeschützten Gulfhof in Lübbertsfehn.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Niedersächsische Umweltkarten: DTK 25, Hydrographische Karte und Gewässernetz
  2. nachgemessen mittels gezeichnetem GPS-TRack