Focke-Wulf Triebflügel

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FW Triebflügel
Fw Trieflugel
Typ: VTOL Abfangjäger
Entwurfsland: Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich
Hersteller:

Focke-Wulf

Erstflug: Wurde nicht gebaut
Stückzahl: 0

Die Focke-Wulf Triebflügel, oder Triebflügeljäger, war ein deutsches Konzeptflugzeug aus dem Jahr 1944, der Endphase des Zweiten Weltkriegs, geplant zum Schutz gegen die steigende Bedrohung durch die Bomberkommandos der Alliierten. Es ist als Heckstarter für Senkrechtstart und -landung entworfen worden, um als Abfangjäger für die lokale Verteidigung von wichtigen Bereichen eingesetzt zu werden, die kleine oder gar keine Flugplätze hatten.

Die Entwicklung des Triebflügel erreichte nur den Stand von Windkanal-Tests, als die Alliierten die Produktionsanlagen einnahmen. Es wurde kein Prototyp vollendet.[1]

Konstruktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Focke-Wulf Triebflügel

Die Focke-Wulf Triebflügel war eine vollkommen neue Entwicklung. Sie hatte keine Flügel und der ganze Auftrieb und Schub wurden von einem Rotor / einer Propelleranordnung, die ein Drittel der gesamten Flugzeuglänge ausmachte, erzeugt. Der Triebflügel befand sich etwa in der Mitte der Längsachse des Flugzeuges, zwischen dem Cockpit und dem Höhenleitwerk. Wenn das Flugzeug auf dem Heck vertikal steht, funktionieren die Rotoren ähnlich einem Helikopter. Beim horizontalen Fliegen würden sie mehr wie ein riesiger Propeller funktionieren. Die drei Rotorblätter wurden in einer Ringanordnung auf einem frei um den Flugzeugrumpf drehbaren Segment montiert. Am Ende von jedem Rotorblatt war ein Staustrahltriebwerk vorgesehen. Um die Rotoren in Bewegung zu versetzen, wurden einfache Starthilferaketen an den Rotorspitzen / Staustrahltriebwerken verwendet. Wenn dann die Geschwindigkeit genug hoch ist reicht der Luftstrom aus, um Staustrahltriebwerke zu starten und die leeren Starthilferaketen werden abgeworfen. Der Anstellwinkel der Rotorblätter konnte mit der Veränderung der Geschwindigkeit und des erzeugten Auftriebs variiert werden. Es gab kein Reaktionsdrehmoment, um eine Gegendrehung des Rumpfes zu verhindern, da die Rotorblätter durch die Staustrahltriebwerke an ihren Enden angetrieben wurden. Kraftstoff wurde im Rumpf Tanks mitgeführt und durch die Mitte des Drehrings und entlang der Rotoren zu den Staustrahltriebwerken geleitet.[2]

Ein kreuzförmiges Leitwerk am hinteren Teil des Rumpfes aus vier Leitwerken, mit beweglichem Querruder, die auch als kombinierte Seitenleitwerke und Höhenruder funktioniert hätten, bildeten das Heck der Focke-Wulf Triebflügel. Das Höhenleitwerk wäre ein Mittel für den Piloten gewesen zur Steuerung der Neigung des Rumpfes in die gleiche Richtung wie die Drehrichtung des Rotors, der durch die Fliehkraft des Rotorrings verursacht würde. Das Beeinflussen im Flug der Nick-, Roll- und Giermomente war ebenso durch diese Heckleitwerkkonstruktion vorgesehen. Ein einzelnes großes gefedertes Rad am äußersten Ende des Rumpfes bildete das Hauptfahrwerk. Vier kleine nachlaufende Räder auf ausfahrbaren Streben wurden am Ende jedes Leitwerks platziert, um das Flugzeug auf dem Boden zu stabilisieren und damit es am Boden bewegt werden kann. Das Hauptfahrwerk und die Stützräder wurden im Flug durch aerodynamische Fahrwerksverkleidungen abgedeckt.

Beim Abheben würden die Rotoren abgewinkelt, so dass sie mehr Auftrieb erzeugen, gleich wie bei einem Hubschrauber oder, genauer gesagt, einem Flugschrauber. Sobald das Flugzeug eine ausreichende Höhe erreicht hätte, würde es in den Horizontalflug abgewinkelt werden. Für den Horizontalflug ist ein leichter Anstellwinkel nötig, damit die Rotoren für den erforderten Abwärtsschub als auch für den Vorwärtsschub sorgen. Folglich sind die vier Maschinenkanonen im vorderen Rumpf, im Bezug auf die Mittellinie des Rumpfes, leicht nach unten abgewinkelt. Die Rotoren sind die einzigen Komponenten, die im Horizontalflug Auftrieb erzeugen.

Zum Landen wird das Flugzeug hochgezogen bis es senkrecht in der Luft steht, dann wird der Schub soweit gedrosselt bis das Flugzeug rückwärts nach unten zu sinken beginnt bis es mit dem Fahrwerk den Boden berührt. Dies wäre ein heikles und wahrscheinlich gefährliches Manöver gewesen, da der Pilot mit nach oben schauender Blickrichtung im Cockpit sitzt und der Boden hinter sich in dieser Position nicht direkt sehen kann (höchstens eingeschränkt durch Rückspiegel). Im Gegensatz zu einigen anderen Heckstarterflugzeugen, wurde der Pilotensitz in der Richtung für Vorwärtsflug fixiert. Der drehende Rotor würde auch die Sicht nach hinten verschlechtern.

Dieser Entwurf des Focke-Wulf Triebflügel war einzigartig unter den VTOL-Entwürfen aus dem 20. Jahrhundert, und auch einzigartig im Vergleich zu anderen deutschen Projekten. Einige frühe Design-Studien für die Roton (Rakete) in den 1990er Jahren zeigten Roton mit einem Rotorsystem, ähnlich dem eines Hubschraubers, womit Roton wieder landen sollte.

In den 1950er-Jahren bauten die USA einen Heckstarter-Prototyp, (die Lockheed XFV-1 und Convair XFY-1), aber diese wurden durch konventionelle Turboprops angetrieben, mit in der Nase angebrachten gegenläufigen Propellern, um dem Drehmoment entgegenzuwirken. Sie verwendeten auch herkömmliche Flügel für den Auftrieb, ihre kreuzförmige Schwänze mit integriertem Fahrwerk waren weitgehend vergleichbar mit dem der Focke-Wulf Triebflügel .

Technische Daten (Focke-Wulf Triebflügel)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schema Focke-Wulf Triebflügel
  • Besatzung: 1
  • Länge: 9,15 m
  • Spannweite: 11,5 m
  • Bruttogewicht: 2.500 kg
  • Powerplant: 3 × Pabst Staustrahltriebwerke, jedes 8,9 kN
  • Powerplant: 3 × Walter Flüssigbrennstoff-Raketen
  • Powerplant: 2 × Standarddeutsch Walter 109-501 RATO Einheiten jede 14,71 kN
  • Maximaldrehzahl: 1.000 km/h
  • Nie erreichte Höchstgeschwindigkeit: 2.700 km/h
  • Mindeststeuergeschwindigkeit: 230 km/h
  • Dienstgipfelhöhe: 15.300 m
  • Steiggeschwindigkeit: 50 m/s
  • Bewaffnung 2 × 30 mm MK-103-Kanonen mit je 100 Schuss + 2 × 20 mm MG-151 mit je 250 Schuss

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. David Myhra: Dragonfly: the Luftwaffe’s experimental Triebflü̈geljäger Project. Schiffer Publishing, 2003, ISBN 0-7643-1877-2, S. 47.
  2. David Myhra: Dragonfly: the Luftwaffe’s experimental Triebflü̈geljäger Project. Schiffer Publishing, 2003, ISBN 0-7643-1877-2, S. 36.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Focke-Wulf Fw Triebflügel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien