Foodcoop

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Eine Foodcoop (Kofferwort aus engl. food, "Nahrung", "Essen", sowie coop als Abkürzung für "Kooperative"; auch Food-Coop oder Food-Co-Op), ist ein Zusammenschluss von Personen und Privathaushalten als Einkaufsgemeinschaft zum gemeinsamen Bezug von Lebensmitteln. Historischer Vorläufer sind die Konsumgenossenschaften des 19. Jahrhunderts.

Grundlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ziel ist, in und mittels einer Gemeinschaft größere Mengen Lebensmittel direkt von den Erzeugenden zu beziehen und dadurch z. B. Mindestbestellmengen im Großhandel, Rabatte oder Lieferungen an bestimmte Orte zu erreichen: Mitglieder können also z. B. ohne die Gewinnmarge des Einzelhandels preiswerter einkaufen. Foodcoops funktionieren in der Regel mittels Arbeitsteilung und kollektiver (Selbst)Verwaltung, die Vereinzelung der Verbrauchenden wird aufgehoben und Konsumierende mit ähnlichen Lebensstilen finden sich zusammen.

Es wird unterschieden zwischen Bestellfoodcoops, bei denen nur gemeinsam bestellt wird, Lagerfoodcoops, die ein gemeinsames Warenlager unterhalten, und Mitgliederläden, bei denen eingestelltes Personal für den Unterhalt eines gemeinsamen Ladens sorgt.

Oft haben Foodcoops neben der Möglichkeit, Lebensmittel aus Öko-Anbau zu günstigeren Preisen beziehen zu können, auch noch weitergehendere Ziele wie

Food-Coops in Oberösterreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 2016 drohte die Wirtschaftskammer OÖ als Vertretung der Einzelhändler einzelnen Food-Coops, die ohne Gewerbeschein agieren, mit Anzeigen wegen Übertretung der Gewerbeordnung. Am 12. Dezember 2016 präsentierte Umweltlandesrat Rudi Anschober als Ergebnis von Verhandlungen 7 Regeln. "Lokale Lebensmittel verteilen, ohne dabei Gewinn zu machen. – Verteillokale dürfen an maximal zwei Halbtagen in der Woche geöffnet haben. – Produzenten dürfen nicht Mitglied im Coop-Verein sein." Diese Einigung könnte Modell für andere Bundesländer sein.[1]

Wissenschaftliche Untersuchungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlreiche Forschungsvorhaben thematisieren die Verbindung von Lebensmittelkooperativen mit dezentralen Software-Lösungen, wie sie auch im Carsharing oder Mobilitätsanwendungen anderer Verkehrsmittel Verwendung finden.[2] Zwar seien Food-Coops global ein wichtiger Bestandteil in lokalen Lieferketten[3], durch den nachhaltige Entwicklung gefördert werden könnte, doch habe das Konzept bisher eine geringe Vorbildfunktion außerhalb der involvierten Personenkreise und sei stark davon abhängig, ob bereits im Vorfeld ausreichend gemeinsame Infrastruktur zur Verfügung stehe.[4][5]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschland:

Österreich:

Schweiz:

Open Source Software für Foodcoops:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einigung für „Food-Coops“ erreicht orf.at, 12. Dezember 2016, abgerufen 12. Dezember 2016.
  2. Stefan Naumann: Von der Food-Coop zur Mobilitäts-Coop: Computergestützte Kooperation als Beitrag zur Ressourcenschonung. In: Martin Engelien, Jens Homann (Hrsg.): Virtuelle Organisation und Neue Medien 2002. Workshop GeNeMe2002 Gemeinschaften in Neuen Medien (= Norbert Szyperski et al. [Hrsg.]: Telekommunikation @ Mediendienste. Nr. 14). Josef EUL Verlag GmbH, Lohmar, urn:nbn:de:bsz:14-qucosa-205595.
  3. Ani L. Katchova, Timothy A. Woods: Food Cooperatives' Innovations and System Dynamics in Local Food Networks. Hrsg.: Gerhard Schiefer (= Proceedings in Food System Dynamics). 2012, ISSN 2194-511X, doi:10.18461/pfsd.2012.1213.
  4. Jutta Deffner et al.: Wohnbegleitende Dienstleistungen in gemeinschaftlichen Wohnformen. Systematisierung, Fallbeispiele und erste Überlegungen zur Verallgemeinerung. Werkstattbericht. In: WohnMobil. 2017, abgerufen am 26. November 2018.
  5. Felix Zoll et al.: Individual choice or collective action? Exploring consumer motives for participating in alternative food networks. In: International Journal of Consumer Studies. John Wiley & Sons Ltd., 1. November 2017, doi:10.1111/ijcs.12405.