Forschungsdatenmanagement

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„Unter dem Management von Forschungsdaten werden alle Maßnahmen verstanden, die sicherstellen, dass digitale Forschungsdaten nutzbar sind.“[1] Forschungsdaten sind die (digitalen) Daten, die während eines Forschungsprozesses entstehen oder sein Ergebnis sind. Die Maßnahmen, die für das Forschungsdatenmanagement notwendig sind unterscheiden sich stark nach den Zwecken, für denen die Forschungsdaten genutzt werden sollen. Eine andere Unterscheidung kann danach getroffen werden, ob die Aufgaben direkt mit dem Lebenszyklus von Forschungsdaten zusammenhängen oder übergreifende Aufgaben sind.

Verschiedene Zwecke, für die Forschungsdaten genutzt werden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nutzung als Arbeitskopie für das wissenschaftliche Arbeiten
  • Nachnutzung für spätere Forschung
  • Aufbewahrung als Dokumentation des guten wissenschaftlichen Arbeitens
  • Aufbewahrung, um rechtlichen oder anderen forschungsfremden Anforderungen nachzukommen

Unabhängig von der Nutzungsart müssen technische und organisatorische Herausforderungen berücksichtigt werden, z. B. wie die Langzeitarchivierung erfolgt oder wie sie organisiert und finanziert wird.

Aufgaben im Lebenszyklus von Forschungsdaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Lebenszyklus von Forschungsdaten lässt sich in verschiedene Schritte untergliedern, die jeweils unterschiedliche Anforderungen an das Forschungsdatenmanagement stellen. Einige werden hier beispielhaft aufgeführt.

  • Erstellung der Forschungsdaten: Hierbei sorgt eine gute Planung dafür, dass die Daten bereits mit den richtigen Standards erstellt werden
  • Auswahl für die Aufbewahrung: Kriterien für die Selektion der Daten für die Aufbewahrung müssen geklärt werden.
  • Übernahme in ein Datenarchiv: Hierbei sind oft zusätzliche Checks und Datenanreicherungen notwendig.
  • Speicherung und Erhaltung: Hierbei muss das Risiko eines Datenverlustes minimiert werden.
  • Nachnutzung: Spätere Nutzungsmöglichkeiten und Zugriffsrechts müssen geklärt werden.

Übergreifende Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den übergreifenden Aufgaben gehören Querschnittsthemen, die in jedem Abschnitt des Lebenszyklus wichtig sind. Hierzu gehören:

  • Wahl einer Organisation, die Verantwortung für die Aufbewahrung der Forschungsdaten übernimmt und langfristig sicherstellt
  • Einhaltung der Rechtsvorschriften, z. B. muss beim Datenmanagement der Schutz personenbezogener Daten beachtet werden
  • Entwicklung eines Finanzierungskonzepts für die Datenaufbewahrung
  • Bereitstellung von Metadaten. Diese strukturierten Informationen über die Forschungsdaten sind unverzichtbar.
  • Entwicklung eines durchdachten Konzepts zur Identifizierung von Forschungsdaten

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jens Ludwig, Harry Enke (Hrsg.): Leitlinien zum Forschungsdaten-Management, Handreichungen aus dem WissGrid-Projekt. Glückstadt 2013 univerlag.uni-goettingen.de (PDF)