Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten

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Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD)
Vorsitzende: Regina T. Riphahn
Stellv. Vorsitzender: Stefan Bender
Organisation: Beirat der Bundesregierung
Gründungsjahr: 2004
Ort: Berlin
Geschäftsstelle: Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten
Rungestraße 9
10179 Berlin
Website: www.ratswd.de

Der Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD) ist ein unabhängiges Gremium von empirisch arbeitenden Wissenschaftlern sowie von Vertretern der wichtigsten öffentlichen Einrichtungen zur Datenerhebung. Seine grundlegenden Ziele sind die Verbesserung der Datennutzung und des Datenzugangs für die empirische Forschung im Einklang mit dem Datenschutz sowie die Weiterentwicklung der Datenerhebungsmethoden, insbesondere durch Einrichtung und kontinuierliche Evaluation von Forschungsdatenzentren.[1] Er wurde 2004 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung eingerichtet.

Aufgaben[2][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den verschiedensten Einrichtungen, wie z. B. in den statistischen Ämtern der Länder und des Bundes und bei den Sozialversicherungsträgern, werden mit hohem Aufwand Daten über das Leben und Arbeiten in Deutschland erhoben und aufbereitet.

Es ist die Aufgabe des RatSWD, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass diese Daten künftig besser ausgewertet und praktisch genutzt werden können. Dabei geht es insbesondere darum, einen geregelten Zugang zu ermöglichen und die Qualität der Mikrodaten nachhaltig zu sichern. Darüber hinaus sollen neue Datenquellen für wissenschaftliche Zwecke erschlossen werden. Die umfassende Nutzung von Datenbeständen aus unterschiedlichen Quellen soll verlässliche Aussagen über Status und Veränderungen der Gesellschaft ermöglichen. Der RatSWD veröffentlicht in der Reihe RatSWD Working Papers regelmäßig Beiträge zur Gestaltung der statistischen Infrastruktur und der Forschungsinfrastruktur in den Sozial-, Verhaltens- und Wirtschaftswissenschaften.[3]

Aktivitäten[4][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im November 2004 wurde der RatSWD auf Empfehlung der „Kommission zur Verbesserung der informationellen Infrastruktur zwischen Wissenschaft und Statistik“ (KVI) vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) berufen. Der RatSWD wird mit Mitteln des BMBF in seiner Arbeit unterstützt mit der Zielsetzung, die Forschungsdateninfrastruktur für die empirische Forschung in Deutschland nachhaltig zu verbessern und somit zu ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit beizutragen.

Der RatSWD initiiert den Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Datenproduktion und bietet Foren für den Austausch von Erwartungen, Problemen und Vorschlägen. Weitere Aufgaben sind insbesondere folgende:

  • Empfehlungen zur Sicherung und weiteren Verbesserung des Datenzugangs, insbesondere durch Einrichtung, Standardsetzung und kontinuierliche Evaluation von Forschungsdatenzentren und Datenservicezentren,
  • Empfehlungen zur Verbesserung der Datennutzung durch geeignete Dokumentation und Bereitstellung wissenschaftlicher Daten (Forschungsdatenportal; Metadaten),
  • Beratung der Wissenschaftsorganisationen zur Infrastruktur datengestützter Forschung und Lehre,
  • Empfehlungen zu Forschungsthemen und -aufgaben, welche die konzeptionelle Weiterentwicklung der Dateninfrastrukturen auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene betreffen,
  • Empfehlungen, wie die Produktion und Bereitstellung von forschungsrelevanten Daten effizienter gestaltet werden kann,
  • Beratung des für Forschung zuständigen Bundesministeriums und der Landesregierungen entsprechend bei der Weiterentwicklung der wissenschaftsgetragenen Dateninfrastruktur,
  • Beratung öffentlicher (und privater) Datenproduzenten,
  • Beratung von Datenproduzenten zur Anerkennung von wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen (Zertifizierung), bei denen die Zugehörigkeit zur unabhängigen Wissenschaft nicht institutionell gegeben ist,
  • Vorbereitung und Durchführung der Konferenz für Sozial- und Wirtschaftsdaten und ggfs. weiterer Fachkolloquien und Workshops zur Forschungsdateninfrastruktur.

Auf Vorschlag des RatSWD vom BMBF geförderte Forschungsdatenzentren (FDZ)[5]

Mitglieder[6][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem RatSWD gehören je acht (bis 2010: sechs) Vertreter der Datenproduktion und der empirischen Sozial- und Wirtschaftsforschung an. Die Repräsentanten der wichtigsten datenproduzierenden Einrichtungen werden unmittelbar bestellt. Die wissenschaftlichen Mitglieder werden auf der alle drei Jahre stattfindenden Konferenz für Sozial- und Wirtschaftsdaten (KSWD) gewählt. Der RatSWD befindet sich seiner 6. Berufungsperiode (2017–2020).

Mitglieder der 6. Berufungsperiode (2017–2020)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vertreter der empirischen Sozial- und Wirtschaftsforschung

Vertreter der Datenproduktion

Mitglieder der 5. Berufungsperiode (2014–2017)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vertreter der empirischen Sozial- und Wirtschaftsforschung

Cordula Artelt, Thomas K. Bauer, Monika Jungbauer-Gans, Kai Maaz, Beatrice Rammstedt, Regina T. Riphahn (Vorsitzende), Frank Michael Spinath, Jörg Strübing

Vertreter der Datenproduktion

Stefan Bender, Manfred Ehling, Hans-Josef Fischer, Cornelia Lange, Sabine Ohsmann, Mark Trappmann, Gert G. Wagner, Heike Wirth

Mitglieder der 4. Berufungsperiode (2011–2014)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vertreter der empirischen Sozial- und Wirtschaftsforschung

Elmar Brähler, Josef Brüderl, Michaela Kreyenfeld, Notburga Ott (Stellvertretende Vorsitzende), Susanne Rässler, Beatrice Rammstedt, Frank Michael Spinath, Joachim Wagner

Vertreter der Datenproduktion

Stefan Bender, Sabine Bechtold, Heinz Herrmann, Bärbel-Maria Kurth, Ulrike Rockmann, York Sure-Vetter, Reinhold Thiede, Gert G. Wagner (Vorsitzender)

Mitglieder der 3. Berufungsperiode (2008–2011)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vertreter der empirischen Sozial- und Wirtschaftsforschung

Frank Kalter, Notburga Ott (Stellvertretende Vorsitzende), Susanne Rässler, Ulrich Rendtel, Petra Stanat, Joachim Wagner

Vertreter der Datenproduktion

Roderich Egeler, Eckart Hohmann, Joachim Möller, Uwe G. Rehfeld, York Sure-Vetter, Gert G. Wagner (Vorsitzender)

Mitglieder der 2. Berufungsperiode (2006–2008)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vertreter der empirischen Sozial- und Wirtschaftsforschung

Eckhard Klieme, Heiner Meulemann, Ulrich Rendtel, Heike Solga (Vorsitzende), Petra Stanat, Bettina Westle

Vertreter der Datenproduktion

Eckart Hohmann (Stellvertretender Vorsitzender), Jutta Allmendinger, Joachim Möller, Walter Radermacher, Sibylle von Oppeln-Bronikowski, Uwe G. Rehfeld, Hilmar Schneider, Gert G. Wagner

Mitglieder der 1. Berufungsperiode (2004–2006)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vertreter der empirischen Sozial- und Wirtschaftsforschung

Steffen Kühnel, Heiner Meulemann, Regina T. Riphahn, Heike Solga (Stellvertretende Vorsitzende), Joachim Wagner, Bettina Westle

Vertreter der Datenproduktion

Jutta Allmendinger, Johann Hahlen, Eckart Hohmann, Peter Ph. Mohler, Uwe G. Rehfeld, Gert G. Wagner (Vorsitzender)

Mitglieder des Gründungsausschusses[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Empfehlungen der KVI (Kommission für die Verbesserung der Statistischen Infrastruktur), Baden-Baden 2001: Nomos Verlag. Kurzfassung: [1] (PDF-Datei; 81 kB) / englische Kurzfassung: [2] (PDF-Datei; 69 kB)
  • German Data Forum (ed.): Building on Progress: Expanding the Research Infrastructure for the Social, Economic and Behavioral Sciences, Opladen & Farmington Hills, MI 2011: Budrich UniPress
  • Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (Hrsg.): Auf Erfolgen aufbauend: Zur Weiterentwicklung der Forschungsinfrastruktur für die Sozial-, Verhaltens- und Wirtschaftswissenschaften, Opladen & Farmington Hills, MI 2011: Budrich UniPress.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Informationsinfrastukturen. Bmbf.de, abgerufen am 31. Juli 2013.
  2. Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD): Aufgaben und Struktur | RatSWD ‒ Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten. Abgerufen am 23. Juni 2017.
  3. RatSWD Working Paper Series. Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD), abgerufen am 23. Juni 2017.
  4. http://ratswd.de/ratswd/aufgaben
  5. http://ratswd.de/forschungsdaten/fdz
  6. http://ratswd.de/ratswd/mitglieder

Koordinaten: 52° 31′ 12″ N, 13° 22′ 54,8″ O