Fort Hahneberg

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Teil eines Angriffs- und Verteidigungsverfahrens einer Fortfestung am Beispiel des Forts Hahneberg

Das Fort Hahneberg, am äußersten Westrand Berlins gelegen, gilt als letzter Festungsneubau in Deutschland. Es wurde im Jahr 1888 nach sechsjähriger Bauzeit fertiggestellt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fort Hahneberg Kehlkaserne
Blick in den linken Spitzgraben, September 2013

Zum Schutz des Rüstungszentrums Spandau als Teil der Festung Spandau waren nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871 vier Forts geplant, von denen aber nur eines realisiert wurde, da die Entwicklung der Artillerie, vor allem die Einführung der Brisanzgranate, diese Art von Befestigung inzwischen nutzlos gemacht hatte.

Durch die Ausschachtung des Hahnebergs (66 m ü. NN) und das Versenken des Forts ist das sechseckige „detachierte Werk“ mit einer Fläche von 450 m × 170 m von außen kaum zu erkennen.

Nach seiner Indienststellung wurde das Fort bis 1945 unter anderem als Kaserne und Zentralarchiv für Wehrmedizin vorwiegend militärisch genutzt. Während des Buchrucker-Putsches am 1. Oktober 1923 ist das Fort zusammen mit der Spandauer Zitadelle für kurze Zeit von Putschisten besetzt worden, die sich regulären Reichswehreinheiten ergeben mussten. Von 1924 bis 1934 wurde es teilweise dem „Flugtechnischen Verein Spandau 1924 e. V.“ überlassen, der dort Segelflugzeuge baute. Nach dem Kriegsende dienten Teile des aus Ziegelsteinen errichteten Bauwerks als Baumaterial für den Wiederaufbau Berlins. Bis zum Mauerfall im Jahr 1989 befand sich das Fort im Bereich der Sperranlagen der Grenzübergangsstelle Heerstraße und ist erst seit 1990 der Öffentlichkeit wieder zugänglich. Seit 1993 wird es von der „Arbeits- und Schutzgemeinschaft Fort Hahneberg e. V.“ betreut, die regelmäßig Führungen und Veranstaltungen anbietet.

Für den Film Inglourious Basterds des amerikanischen Regisseurs Quentin Tarantino diente die Anlage für einige Szenen als Kulisse.

Naturschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Fort ist ein wichtiges Fledermaus­quartier. 2009 wurden die Gebäude und die Umgebung des Forts als Naturschutzgebiet und als Fauna-Flora-Habitat ausgewiesen, da hier neben anderen Fledermausarten Große Mausohren ihr Winterquartier und ihren Sommeraufenthalt haben. Außerdem gelten der sich auf den angrenzenden Flächen entwickelte Trocken- und Halbtrockenrasen sowie der im Graben entstehende Schluchtwald als besonders schützenswert.[1]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Manfred P. Schulze: Fort Hahneberg. Das einzige Außenfort der Festung Spandau. Forschungen zur Geschichte von Stadt und Festung Spandau, Band 1, Heimatkundliche Vereinigung Spandau 1954 e. V., 2004. ISBN 3-00-014624-5

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fort Hahneberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erklärung zum Schutzgebiet

Koordinaten: 52° 31′ 18,5″ N, 13° 8′ 17,9″ O