Forwarder

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Forstlicher Rückezug, Klemmbankschlepper ÖSA 250
Valmet 840.2 Forwarder
Forwarder 1110E von John Deere beim Entladen des Forwarder-Transportgestells

Als Forwarder, Rückezug oder Tragrückeschlepper wird in der Holzernte ein Fahrzeug bezeichnet, das geerntetes Holz aus dem Bestand rücken, aufladen und an den LKW-befahrbaren Waldweg transportieren kann. Im Gegensatz zum Skidder, der als Nachfolger des Rückepferds betrachtet werden kann, vermag ein Forwarder die Baumstämme auch auf seinem Transportgestell oder -anhänger zu sammeln und dann komplett abzutransportieren. Forwarder werden oft zum Transport von Holzabschnitten verwendet. Diese Holzabschnitte lassen sich in fixen Längen maschinell durch Vollernter oder (heutzutage eher selten) motormanuell durch Waldarbeiter herstellen. Ein Forwarder kann bis zu 18 Tonnen Holz zuladen.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Forwarder der Marke Belarus des Minsker Traktorenwerkes

Das teilweise sechs-, meist jedoch achträdrige Fahrzeug ist mit einer Knicklenkung und einer Tandemachse (bei 8-rädrigen Maschinen zwei Tandemachsen) ausgerüstet, um höchste Geländegängigkeit und Wendigkeit zu erzielen. Die sehr leistungsfähige Hydraulikanlage ist in der Regel mit biologisch abbaubarem Öl befüllt. Die Maschinen sind mit Niederquerschnitt-Reifen mit bis zu 100 cm Breite ausgestattet. Die Reifen sind Spezialanfertigungen für den Forsteinsatz und sollen die Bodenverdichtung verringern, der von den schweren Fahrzeugen verursacht wird. Reifen für landwirtschaftliche Maschinen würden den widrigen Bedingungen im Forst nicht lange standhalten (spitze Äste; scharfe Steine; Kanten und Stubben). Zudem lassen sich auf die Reifenpaare Bogiebänder aufziehen, die vom Aussehen her an Kettenfahrzeuge erinnern, vom Funktionsprinzip aber eher dem einer Schneekette entsprechen.[1]

Eine Vielzahl von am oberen Rand der Kabine angebrachten, in alle Richtungen leuchtenden Halogenscheinwerfern ermöglicht das Arbeiten in der dunklen Jahreszeit sowie bei Nacht. Der Forwarder besitzt üblicherweise wie der Harvester eine klimatisierte Kabine mit schwingungsgedämpftem Fahrersitz, von dem aus das Fahrzeug gefahren und der bis zu 10 m lange Kranarm bedient wird. Der hintere Teil des Fahrzeugs ist mit einem Rungenwagen oder einem Transportkorb ausgestattet. Seltener sind Klemmbänke zu finden, mit denen entastete oder Ganzbäume (Langholz) gerückt (an den Waldweg transportiert) werden. Unter Umständen ist der Forwarder mit einem zusätzlichen Polterschild ausgerüstet, damit am Holzlagerplatz Stammabschnitte bewegt werden können. Meistens jedoch werden Polterschilde an Forwardern zum Einebnen/Beseitigen von Hindernissen auf den Fahrgassen und zum Abschrägen von Rückegassenausfahrten auf tieferliegende Waldwege in steileren Hanglagen benutzt. Für den Einsatz bei händisch geschlagenem Holz sind auch häufig Seilwinden zum Vorliefern an die Rückegasse angebaut.

Daneben gibt es auch Hangforwarder, die eine Seilwinde mit drehbaren Arm am Dach haben, um sich selbst den Hang hinaufzuziehen und hinunterzulassen.[2]

Arbeitsverfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Forstlicher Rückezug mit Bogiebändern an den Reifen

Der Forwarder arbeitet vom Rückeweg aus, den z. B. der Holzvollernter (Harvester) bei der Durchforstung angelegt hat. Problematisch ist das wesentlich höhere Gewicht des Forwarders durch seine Zuladung. Die Bodenverdichtung durch einen vollbeladenen Forwarder ist deutlich höher als die Verdichtung bei einem Holzvollernter. Vor allem feinporige Böden können durch unsachgemäße Befahrung geschädigt werden. Als Folge können Vernässung, abnehmende Bodendurchlüftung, mechanische Wurzelschädigung und letztlich die Wüchsigkeit des Standorts beeinträchtigt werden. Daher muss der Fahrzeugführer sehr genau den Gassen folgen. Zum einen befinden sich auf den Rückegassen die Reisigpolster der abgestreiften Äste, die den Boden zusätzlich schützen, zum anderen werden Bodenverdichtungen auf eine kleine Fläche konzentriert. Breite Reifen verringern die Bodenpressung, ebenso das Aufziehen von Bändern auf die Bereifung (sogenannte Bogiebänder). Fahrzeuge mit acht Rädern können mehr Gewicht zuladen, da sich das Gewicht über acht Räder besser verteilt. Bei Hangforwardern wie oben beschrieben übernimmt das Gewicht zum Teil das Windenseil, das oben z. B. an mehreren Bäumen befestigt ist.

Die kapitalintensiven Maschinen werden in Skandinavien im Drei-Schichtbetrieb durchaus an sieben Tagen in der Woche gefahren, in Deutschland ist Zwei-Schichtbetrieb üblich.

Forwarder-Meisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wettbewerbe bestehen aus drei Disziplinen: Endnutzung, Durchforstung, Turmbau.[3] Die Meisterschaften sind offen für Harvester- und Forwarderfahrer aus Deutschland und allen europäischen Ländern. [4]

Hersteller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Peter Richter: Bogiebänder, Zugriff am 28. Juni 2009
  2. Kletterkünstler Hangforwarder
  3. Regeln Forwarder-Meisterschaften
  4. KWF-Forwarder-Meisterschaften 2008

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Forwarders – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien