Frédérick Tristan

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Frédérick Tristan (* als Jean-Paul Frédéric Tristan Baron 11. Juni 1931 in Sedan) ist ein französischer Schriftsteller. 1983 erhielt er den Prix Goncourt für seinen Roman Les Égarés.

Er benutzte auch die Pseudonyme Danielle Sarréra (eine fiktive relativ jung verstorbene existentialistische Dichterin) und Mary London.

Frédérick Tristan ist der Sohn eines Fabrikanten für Textilmaschinen und war selbst Textilingenieur, der auch zu längeren Reisen und Aufenthalten in Südostasien (Vietnam) und China war (auch als er seinen Roman Les Égares schrieb).

1940 wurde seine Gruppe auf der Flucht von deutschen Fliegern angegriffen, was zu einer Teil-Amnesie führte.

1948 veröffentlichte er seinen ersten Gedichtband (Orphée assassiné). Seine Romane haben teils phantastischen Inhalt, beruhen auf historischen Fiktionen oder handeln in China. Er wird zur Nouvelle Fiction gezählt, ein Begriff der 1992 von Jean-Luc Moreau eingeführt wurde (neben Tristan zählen dazu unter anderem Patrick Carré, Georges-Olivier Châteaureynaud, François Coupry, Hubert Haddad, Jean Levi, Marc Petit)[1]. Die Bewegung steht dem Magischen Realismus nahe und Tristan ist vom Surrealismus beeinflusst.

Außer Romanen veröffentlichte er auch Essays und Lyrik. 2010 veröffentlichte er Memoiren (Réfugié de nulle part). Darin führt er auch aus, dass der Prix Goncourt ihm auch Unglück gebracht hatte. Eigentlich wäre der Verlag Grasset (mit dem Kandidaten Elie Wiesel) für die Auszeichnung an der Reihe gewesen. Stattdessen ging der Preis an einen kleinen Verlag Balland[2], der in Schwierigkeiten kam, da er nach dem Prix Goncourt 300.000 Exemplare drucken musste. Der Roman wurde auch gezielt verrissen, wobei nach Tristan der Literaturdirektor des leer ausgegangenen Verlags Grasset eine bedeutende Rolle spielte. Der Roman Les Égarés handelt von zwei Männern, die sich in der Zeit des Ersten Weltkriegs begegnen, der äußerlich glänzende Engländer Jonathan Absalon Varlet und Cyril Pumpaker, der gerade seinen ersten Roman veröffentlichen will und einwilligt, es unter dem Pseudonym Chesterfield über seinen neuen Freund Varlet zu tun. Dieser treibt in der Öffentlichkeit den Ruhm des Autors Chesterfield voran, dessen Bücher aber von Pumpaker stammen.

Außer dem Prix Goncourt erhielt er 1981 den Grand Prix du roman de la Société des gens de lettres für Les Tribulations héroïques de Balthasar Kober und 2000 für sein Gesamtwerk.

In den 1950er Jahren befasste er sich unter Joël Picton mit Graphik. 1983 bis 2001 war er Professor für frühchristliche und Renaissance-Ikonographie an der Kunsthochschule ICART (École des métiers de la culture et du commerce de l'art Paris) in Paris.

Er ist ein hoher Freimaurer.[3] Teilweise handeln seine Romane auch von Freimaurern (so sein Kriminalroman Un meurtre chez les francs-maçons unter dem Pseudonym Mary London). Seine Ehefrau Marie-France Tristan ist Spezialistin für italienische Literatur (besonders Giambattista Marino).

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Naissance d'un spectre, Bourgois, 1969, Fayard, 2000
  • Le Singe égal du ciel, Bourgois 1972, Fayard 1994
  • La Geste serpentine, La Différence, 1978; Fayard, 2003.
  • Les Tribulations héroïques de Balthasar Kober, Balland, 1980; Fayard, 1999.
  • La Cendre et la Foudre, Balland, 1982
  • Les Égarés, 1983
  • L'Énigme du Vatican, Fayard, 1995.
  • Stéphanie Phanistée, Fayard, 1997.
  • Les Obsèques prodigieuses d'Abraham Radjec, Fayard, 2000
  • Dieu, l'Univers et Madame Berthe, Fayard, 2002
  • L'Amour pèlerin, Fayard, 2004
  • Un infini singulier, Fayard, 2004
  • Le Manège des fous, Fayard, 2005
  • Dernières Nouvelles de l'Au-delà, Fayard, 2007
  • Christos, enquête sur l'impossible, Fayard, 2009

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alain Guyard, Rezension von Jean-Luc Moreau. 1992. La Nouvelle Fiction, Paris, Critérion 1992
  2. Er veröffentlichte (so seine Memoiren) anfangs in kleinen Verlagen wie Bourgeois und Balland, da sein Stil nicht in die Zeit des Nouveau Roman passte
  3. Jacques Chaboud, Frédérick Tristan : un grand auteur maçon, 2015