Francesco Alberoni

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Francesco Alberoni, 2009

Francesco Alberoni (* 31. Dezember 1929 in Borgonovo Val Tidone) ist ein italienischer Soziologe und Journalist.

Von 2002 bis 2005 war er Verwaltungsratsmitglied und ältestes Ratsmitglied als Präsident von RAI (italienische Rundfunkanstalt). Alberoni ist einer der wenigen Journalisten, die einen Leitartikel auf der ersten Seite von Corriere della Sera haben, der bedeutendsten Tageszeitung in Italien. Jeden Montag seit 1982 wird ein vierspaltiger Leitartikel mit dem Titel Pubblico e Privato (Öffentliches und Privates) aufgenommen. Corriere della Sera veröffentlicht Artikel von Alberoni erst seit 1973.

Leben[Bearbeiten]

Obwohl Alberoni ein ausgezeichneter Schüler und echter Perfektionist in der Schule war, gibt er zu, dass er die strenge militärische Disziplin für die Studenten während des Faschismus schlecht vertrug. In seiner Autobiographie ist zu lesen, dass er ein geborener Führer ist. Er hat immer Spiele und Abenteuer für seine Freunde entdeckt. Da es damals kein Buch in seinem Haus gab, hat er die Lesenslust erst nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges entdeckt. Er verbrachte ganze Nachmittage in der öffentlichen Bibliothek in Piacenza und las meistens Geschichtsbücher.

Nach dem Gymnasium zog er nach Pavia um, um Medizin zu studieren. In Pavia selbst trat er mit Pater Agostino Gemelli in Kontakt, der ihn darin förderte, sein Studium in Sozialverhalten fortzusetzen. Im Jahr 1958 heiratete er Vincenza Pugliese. Sie hatten drei Kinder: Margherita, Francesca und Paolo Giovanni Agostino (zu Ehren von Pater Agostino Gemelli). Später heiratete er Laura und ein vierter Sohn wurde geboren. Er heißt Giulio zu Ehren des Vorfahren Giulio Alberoni.

Seine akademische Karriere war diese: Er war freier Psychologieprofessor an der Katholischen Universität Mailand im Jahr 1960. Im Jahr 1961 war er Hilfsprofessor in Soziologie und dann Professor für Soziologie an der Katholischen Universität Mailand im Jahr 1964. Er war Mitglied der Zwei-Staaten-Kommission bei Olivetti-Ford Foundation Social Science Research Council. Von 1968 bis 1970 war er Rektor der Universität in Trient (Italien), dann Professor an der Universität in Lausanne und an der Universität in Catania. Im Jahr 1978 ging er zur Katholischen Universität Mailand zurück. Er hat die IULM-Universität gegründet und war Rektor von 1998 bis 2001. Mitglied des Verwaltungsrates der Cinecittà-Holding-Filmfabrik in Rom war er von 2002 bis 2005. Seit 2002 ist er Präsident des Centro Sperimentale di Cinematografia (Experimentelles Zentrum für Kinematographie).

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Alberoni hat viele Studien über das Sozialverhalten der Menschen und besonders über die Natur der Liebe und die Beziehungen zwischen Menschen und Gruppen durchgeführt.

Der Eckstein des sozial-philosophisch-psychologischen Gedankens von Alberoni liegt in seinem Werk Movimento e istituzione [Bewegung und Institution], das im Jahr 1977 veröffentlicht worden war. Dieses Werk ist weltweit eine der ersten Soziologieabhandlungen über die soziologische Analyse der Bewegungen, und zeigt ihre Entstehung, Entwicklung und ihr Ende. Diese Veröffentlichung wird von Wissenschaftlern als ein Meilenstein der Analyse der Bewegung betrachtet. Bei dem in diesem Buch entwickelten Begriff geht es um das Konzept von Status Nascendi, die beginnende Bedingung, d. h. der Moment, wenn Leadership, Ideen und Kommunikation sich vereinigen und die Bewegung entsteht.

Dieses erste Werk kommt vor Consumi e società (1964) [Konsum und Gesellschaft], das seinen Beitrag zur Entstehung der Schule des Marketing in Italien geleistet hat.

Im Jahr 1979 hat Alberoni sein weltbekanntes Werk Innamoramento e Amore - Verliebt sein und Lieben - veröffentlicht. Hier entwickelt und verbreitet er die Gedanken und die theoretische Modelle von Movimento e istituzione [Bewegung und Institution]. Alberoni behauptet, dass die Erfahrung des Sichverliebens die entstehende Bedingung einer allgemeinen Bewegung ist, die aber nur ausschließlich auf zwei Partner zielt.

Diesmal erforscht Alberoni die Frage im Detail durch die Benutzung der Sprache der Liebesgeschichte, anstatt der abstrakten Sprache der Psychoanalyse oder der Soziologie. Dieses Werk - streng wissenschaftlich aber innovativ vom sprachlichen Gesichtspunkt – wurde ein internationaler Bestseller und in zwanzig Sprachen übersetzt. Man zählt etwa zehn Ausgaben und noch heute wird es in vielen Ländern nachgedruckt.

Weitere Werke sind L'amicizia (1984) (die Freundschaft) und Erotismo (1986) – Erotik -, wo die Erotik von Mann und Frau dargestellt wird. Es folgt Il volo nuziale [der Hochzeitsflug] (Garzanti, Milano, 1992), mit dem er das Verliebtsein der Teenager in Kino-Stars beobachtet, und zwar die Tendenz der Mädchen, das höchste Liebesziel zu suchen.

Unter seinen Soziologiebüchern finden wir Genesi (1989) (Genesis). Das Werk zeigt seine Theorie über die grundsätzliche Erfahrung von Status Nascendi, die Unterschiede zwischen Status Nascendi und Nirvana, das Konzept Demokratie, und beendet die Analyse der Bewegungen und die der „kulturellen Zivilisierung”, d.h. die großen Institutionen der Christlichkeit, von Islam und Marxismus. La sorgente dei sogni (Rizzoli, Milano, 2000) (Die Quellen der Träume) enthält Zusammenfassungen von kurzen Studien über die allgemeine Bewegungen. Seine Leitartikel in Corriere della Sera werden regelmäßig vom Rizzoli – Verlag zusammengefasst und veröffentlicht.

Die Werke von Alberoni haben großen Erfolg sowie in Italien als auch in der Welt und sind in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt worden: Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch, Portugiesisch, Russisch, Japanisch, Koreanisch, Chinesisch, Hebräisch, Türkisch, usw.

Die Sammlung seiner Zeitungsartikel sind von einigen Kritikern als ein Fehlen der wissenschaftlichen Analyse angeführt und als heimliche Empfehlungen über das Alltagsleben und Liebesdinge herabgesetzt worden.

Die letzten zwei Veröffentlichungen sind aber als wichtig zu bezeichnen, sowohl für den Inhalt, als auch für den Schreibstil. Spezifisch in Il Mistero dell'innamoramento – (Das Geheimnis von Verliebt sein) - und besonders im zweiten Teil – wird eine originelle Kritik über die wichtigsten Theorien des Sichverliebens gezeigt, besonders der französischer Schule. Sesso e Amore [Sex und Liebe] stellt die erste systematische Analyse in diesem Bereich dar und bringt eine stilistische Revolution in Essayistik mit.

Bibliographie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]