Franck Evin

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Franck Evin (geboren 5. Mai 1960 in Nantes) ist ein französischer Lichtdesigner.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Franck Evin ging mit 19 Jahren nach Paris um Klavier zu studieren. Seine Website berichtet über die frühen Jahre: „Nachts begleitete er Sänger im Café Theatre Le Connetable und begann sich auch für Beleuchtung zu interessieren. Nach einem enttäuschenden Vorspiel bei Eliane Richepin entschied er sich für die Kombination aus Musik und Technik.“ 1983 erhielt er ein Stipendium des französischen Kultusministeriums und wurde mit Hilfe dessen Assistent des Beleuchtungschefs an der Opéra National de Lyon. Dort arbeitete er unter anderem mit namhaften Regisseuren, wie Ken Russel und Robert Wilson, zusammen. 1986 begann er am Schauspielhaus Düsseldorf als selbstständiger Lichtdesigner zu arbeiten – unter anderem für den Regisseur Werner Schroeter und den Dirigenten Eberhard Kloke, der damals ungewöhnliche Musikprojekte in Industriearchitektur konzipierte. Es folgten Produktionen in Nantes, Straßburg, Montpellier, Paris und Lyon, in Bochum, Bonn, Brüssel, Wien und Los Angeles. 1993 legte Evin die Meisterprüfung für Veranstaltungstechnik in der Fachrichtung Beleuchtung ab.

Berlin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Beginn der der Spielzeit 1995/96 trat er die Funktion des Künstlerischen Leiters der Beleuchtungsabteilung an der Komischen Oper in Berlin an und leuchtete dort Neuproduktionen von Harry Kupfer, Calixto Bieito, Andreas Homoki, Peter Konwitschny, Barrie Kosky, Hans Neuenfels und anderen aus. In Berlin war er für ein breites Repertoire tätig, das von Händels Alcina und Mozarts Entführung aus dem Serail bis zu Richard Strauss und Emmerich Kálmán, Sergei Prokofjew und Dmitri Schostakowitsch reichte. In Berlin entwickelte sich auch eine enge Zusammenarbeit mit Andreas Homoki, der 2004 zum Chefregisseur der Komischen Oper ernannt wurde und 2007 zum Intendanten. Gemeinsam mit Homoki entstanden unter anderem die Richard-Strauss-Produktionen Capriccio und Frau ohne Schatten an De Nederlandse Opera in Amsterdam, Tschaikowskis Eugen Onegin in Berlin und Mozarts Le nozze di Figaro in Tokio. Parallel dazu arbeitete Evin als Gast zahlreicher Opernhäuser, darunter Oslo, Kopenhagen und Stockholm, München, Graz und die Opéra Bastille in Paris, die Scala in Mailand und das La Fenice in Venedig sowie die Vlaamse Opera in Gent und Antwerpen.

Opus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2006 erhielt er den OPUS, den bedeutenden Deutschen Bühnenpreis in der Kategorie Lichtdesign. In der Begründung der Jury wird ausführlich die künstlerische Leistung Evins bei der ausgezeichneten Produktion – Mozarts Così fan tutte – gelobt: „Tiefes und geheimnisvolles Blau kontrastiert mit dem sündenvollen Rot, die Paradiesgärten werden ihrer Heimlichkeit durch klares Tageslicht beraubt. Das Licht setzt damit starke Akzente in der Stimmung, schafft den roten Faden für die Dramaturgie der verworrenen Handlung.“ Es wurde jedoch auf seine Leistungen als Beleuchtungschef des Hauses verwiesen: „Er hat alle Energien darauf verwendet, an der Komischen Oper kontinuierlich eine flexible und moderne Beleuchtungsanlage einzurichten und das Personal entsprechend auszubilden, so dass das Haus sich jetzt als eines der modernsten präsentieren kann.“[1]

Zürich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2010 und 2011 wurde er von den Bayreuther Festspiele eingeladen, zuerst für Hans Neuenfels' Neuinterpretation des Lohengrin, dirigiert von Andris Nelsons und aufgezeichnet für das Fernsehen, dann für einen neuen Tannhäuser, inszeniert von Sebastian Baumgarten und dirigiert von Thomas Hengelbrock. Als Homoki ab 2012 als Nachfolger von Alexander Pereira zum Intendanten der Oper Zürich bestellt wurde, wechselte auch Evin und übernahm die künstlerische Leitung der dortigen Beleuchtungsabteilung. 2014 gastierte er erstmals an der Wiener Staatsoper – mit Andreas Homokis Neuinszenierung von Wagners Lohengrin, 2015 erstmals am Theater an der Wien – für Bellinis La straniera in der Regie von Christof Loy.

Evin ist Lehrbeauftragter für Lichtgestaltung der Bühnenbildklasse an der Universität Mozarteum Salzburg. 2016 debütiert er bei den Salzburger Festspiele mit einer Faust-Neuproduktion im Großen Festspielhaus. Inszenierung, Bühnenbild und Kostüme werden von Reinhard von der Thannen übernommen, es dirigiert Alejo Pérez.

Auszeichnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

TV-Portrait[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. OPUS: Begründung der Jury, abgerufen am 15. Februar 2016
  2. Die Theatermacher, Folge 12, abgerufen am 15. Februar 2016