Karl Bender (Oberbürgermeister)

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Franz Karl Andreas Bender (* 21. Dezember 1880 in Lahr; † 20. Februar 1970 in Karlsruhe) war ein deutscher Politiker (Zentrum). Er war von 1922 bis zum 9. April 1933 Oberbürgermeister von Freiburg im Breisgau.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Gymnasium studierte Bender in Freiburg, Berlin und Heidelberg Jura. Bereits mit 28 Jahren wurde er Bürgermeister von Bühl (Offenburg). Während des Ersten Weltkrieges erlangte er den Rang des Hauptmanns der Reserve. 1919 wurde er Ministerialrat im Stuttgarter Innenministerium. Drei Jahre später wurde er zum Oberbürgermeister Freiburgs gewählt. Der Verwaltungsfachmann Bender reorganisierte die städtische Verwaltung, die Kommunalfinanzen und gab zum Ausbau der Kultur und Infrastruktur der Stadt wesentliche Impulse. 1931 wurde er erneut zum Oberbürgermeister gewählt.

Nach einer systematischen Hetze des NSDAP-Kreisleiters Franz Kerber und des Kampfblattes Der Alemanne gab Bender am 9. April 1933 sein Amt auf. Auch die Unterstützung des gesamten Stadtrates, der Universitätsrektoren Joseph Sauer, Wilhelm von Möllendorff sowie des Erzbischofs Conrad Gröber konnten ihn nicht von diesem Schritt abbringen.[1][2] Anschließend tauchte Bender im Kloster Beuron ab. Fortgesetzte Angriffe führten dazu, dass auch seine Familie die Stadt verlassen musste.[3] Bereits am 10. April 1933 wurden durch den Innenminister auf Grundlage der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze des Deutschen Volkes die Amtsgeschäfte bis auf weiteres auf Franz Kerber übertragen.[4] Bender ließ sich später als Rechtsanwalt in Karlsruhe nieder. Dort starb er im Alter von 89 Jahren.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In Anerkennung seiner Verdienste für die Universitätskliniken ehrte ihn die Universität Freiburg mit der Ehrendoktorwürde in Medizin.
  • 1957 wurde ihm die Ehrenbürgerwürde der Stadt Freiburg verliehen.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Am 6. April 1933 etwa schrieb Der Alemanne in seiner Nummer 96: Herr Oberbürgermeister Dr. Bender, die Mehrheit von Freiburgs Bevölkerung wünscht, daß sie verschwinden. Freiburger Zeitung, 9. April 1933, 2. Blatt, S. 2 [1]
  2. s. auch: Oberbürgermeister Dr. Bender beurlaubt. Freiburger Zeitung, 10. April 1933, 1. Morgenausgabe, S. 3 [2]
  3. so: Stadtrat in der NS-Zeit. Geschichte des Freiburger Gemeinderats unter dem Nationalsozialismus (Digital).
  4. vgl. Freiburger Zeitung, 12. April 1933, 1. Morgenausgabe, S. 2 [3]
  5. Ulrich P. Ecker/ Christiane Pfanz-Sponagel: Die Geschichte des Freiburger Gemeinderats unter dem Nationalsozialismus. (= Stadt und Geschichte. Neue Reihe des Stadtarchivs Freiburg im Breisgau Heft 21). Freiburg 2008, ISBN 978-3-89155-336-7, S. 17f.
Vorgänger Amt Nachfolger
Emil Thoma Oberbürgermeister von Freiburg im Breisgau
1922–1933
Franz Kerber