Franz Müller (Mediziner)

Franz Robert Müller (* 31. Dezember 1871 in Berlin; † 1. Oktober 1945 in Fayence (Var), Frankreich) war ein deutscher Pharmakologe.
Leben und Wirken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Franz Müller war ein Sohn des Fabrikbesitzers Wilhelm Müller (1830–1887) und seiner Ehefrau Emma geb. Landau (1837–1908). Er studierte Chemie und Medizin in Berlin und Heidelberg. Nach seiner Promotion im Jahre 1898 wurde er Assistent von Rudolf Gottlieb im Heidelberger Institut für Pharmakologie.
Von 1900 bis 1914 war er in Berlin Mitarbeiter von Nathan Zuntz. Daneben begann er 1902 als Privatdozent an der Friedrich-Wilhelms-Universität, wo er 1912 außerordentlicher Professor für Pharmakologie wurde.
Ab 1914 war er im Ersten Weltkrieg als Arzt in verschiedenen Militärkrankenhäusern eingesetzt.
Nach der Scheidung seiner ersten Ehe im Jahr 1930 heiratete Müller am 18. April 1931 in Berlin-Charlottenburg die mehr als 30 Jahre jüngere Geschäftsführerin Susanne Bruck (geb. 1904 in Ratibor). Einer der Trauzeugen war der Zahnarzt Fedor Bruck, ein Bruder der Braut.[1] Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde Franz Müller im Jahr 1933 wegen seiner jüdischen Herkunft die Lehrbefugnis entzogen. Seine zweite Ehefrau wurde 1942 im KZ Auschwitz ermordet.
Franz Müller starb am 1. Oktober 1945 im Alter von 73 Jahren in Fayence (Var),[2][3] dem Wohnort seiner Tochter.
Familie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ab Dezember 1901 war Franz Müller in erster Ehe mit der Malerin Gertrud Munk (1880–1963), einer älteren Schwester der Juristin und Frauenrechtlerin Marie Munk, verheiratet. Aus dieser Ehe gingen zwei Kinder hervor, darunter der 1904 geborene bekannte US-amerikanische Industrie-Designer Peter Müller-Munk. Nach der Ehescheidung wanderte Gertrud Müller-Munk im Jahr 1939 in die Vereinigten Staaten aus, wo ihr Sohn Peter bereits lebte.
Veröffentlichungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- mit Hans Aron: Über die Lichtabsorption des Blutfarbstoffes: Erwiderung an R. v. Zeynek. In: Zeitschrift für Physiologische Chemie. Band 50, S. 443–444.
- Zur Kritik des Miescher’schen Hämometers. In: Archiv für Physiologie. Nr. 5/6, 1901, S. 443–458.
- Ein Beitrag zur Methodik der Bestimmung der Gesammtblutmenge. In: Archiv für Physiologie. Nr. 5/6, 1901, S. 459–465.
- mit Nathan Zuntz, Adolf Loewy, Wilhelm Caspari: Untersuchungsmethoden. [w:] Höhenklima und Bergwanderungen in ihrer Wirkung auf den Menschen: Ergebnisse experimenteller Forschungen im Hochgebirge und Laboratorium. Bong, Berlin 1906, S. 150–171.
- Beiträge zur Toxikologie des Ricins. In: Naunyn-Schmiedeberg’s Archives of Pharmacology. Band 42, 1899, S. 2–4.
- Beiträge zur Analyse der Cholinwirkung. In: Pflüger’s Archiv für die gesamte Physiologie des Menschen und der Tiere. Band 134, 1910, S. 6–8 doi:10.1007/BF01680349.
- mit Emil Abderhalden: Die Blutdruckwirkung des reinen Cholins. In: Zeitschrift für Physiologische Chemie. Band 65, 1910, S. 420–430.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Walther Killy und Rudolf Vierhaus (Hrsg.): Deutsche Biographische Enzyklopädie. Band 7. K.G. Saur Verlag GmbH & Co. KG, München 1996, ISBN 3-598-23163-6, S. 256.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Standesamt Berlin-Charlottenburg III, Heiratsregister-Eintrag Nr. 263/1931 vom 18. April 1931.
- ↑ Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf: Stolperstein Kastanienallee 39
- ↑ Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik: Biografie von Franz Müller, abgerufen am 9. Juni 2013.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Müller, Franz |
| ALTERNATIVNAMEN | Müller, Franz Robert (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Pharmakologe |
| GEBURTSDATUM | 31. Dezember 1871 |
| GEBURTSORT | Berlin |
| STERBEDATUM | 1. Oktober 1945 |
| STERBEORT | Fayence (Var) |