Freedom Ride

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Dieser Artikel beschreibt die Bewegung in den USA. Für die davon inspirierte Bewegung in Australien, siehe Freedom Ride (Australien).

Der Freedom Ride ist die Bezeichnung einer Widerstandsform, die aus der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung entstand. Die sogenannten Freedom Rider beteiligten sich an der Abschaffung der staatlich sanktionierten Rassentrennung, indem sie in Überlandbussen in die Südstaaten der USA fuhren, um die Umsetzung der höchstrichterlichen Entscheidung (364 U.S. 454 1960) des Supreme Court über das Verbot der Rassentrennung in öffentlichen Verkehrsmitteln, Gaststätten und Wartesälen zu testen.

„At the bus station.“, May 1940, Jack Delano

Der erste Freedom Ride verließ Washington, D.C. am 4. Mai 1961 und sollte New Orleans am 17. Mai erreichen. Das Ziel der Fahrt war, mit einer gemeinsamen Fahrt von Weißen und Schwarzen den Status quo und die örtlichen Gesetze zu testen und einzuklagen. Die Fahrt und die gewaltsamen Proteste, die hervorgerufen wurden, gaben der Bürgerrechtsbewegung Aufwind und machten erst die amerikanischen Bürger und später die ganze Welt auf das Problem aufmerksam. Die Teilnehmer wurden zum Teil wegen unbefugten Betretens (trespassing), ungesetzmäßiger Versammlung und der Verletzung von Staats- und örtlichen Gesetzen verhaftet.

Die Freedom Rider hatten sich vor der Fahrt dem gewaltfreien Widerstand verpflichtet, waren sich aber bewusst, dass sie Verhaftungen und Aufruhr ausgesetzt sein könnten.

Die erste Fahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 4. Mai 1961 verließen sieben schwarze und sechs weiße Fahrgäste Washington DC in Greyhound- und Trailways-Bussen. Die Taktik war es, gemischt zu sitzen, mit mindestens einem Schwarzen in der für Weiße reservierten Zone im vorderen Bereich. Mit kleineren Schwierigkeiten fuhren die Busse durch Virginia, North Carolina und Georgia.

Vor Anniston, Alabama wurden die Busse am 14. Mai von einem Mob angegriffen und ein Bus in Brand gesteckt.[1] Der Mob versuchte die Türen zuzuhalten, damit die Insassen lebendig verbrannten. Als jedoch der Fahrzeugtank explodierte, konnten die Fahrgäste aus dem Bus fliehen, wurden aber wieder angegriffen. Nur die Warnschüsse eines Polizisten der Highway Patrol konnten das Lynchen verhindern.[1] Später in das lokale Krankenhaus eingelieferte Freedom Rider wurden vom Krankenhauspersonal um 2 Uhr nachts vor die Tür gesetzt, weil man Übergriffe des Mobs fürchtete. Mit von Pastor Fred Shuttlesworth besorgten Autos wurden die Verletzten in Sicherheit gebracht.

Als die Trailways-Busse Birmingham (Alabama) erreichten, wurden sie von Mitgliedern des Ku-Klux-Klans angegriffen. Unter Anordnung und Mithilfe des Polizeikommissars Bull Connor wurden die Freedom Rider mit Baseballschlägern, Eisenstangen und Fahrradketten brutal zusammengeschlagen. Besonders die weißen Teilnehmer wurden abgesondert und verprügelt.

Da die Busfahrer aus Angst das Weiterfahren und auch andere Transporte der Freedom Rider ablehnten, wollten die verbliebenen Teilnehmer nach New Orleans fliegen. Nach Bombendrohungen und Angriffen im Flughafen gelang dies.[2]

Weiterfahrt der Studenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zehn Studenten versuchten den Freedom Ride fortzusetzen und fuhren am 17. Mai 1961 nach Birmingham, wo sie von Bull Connor verhaftet wurden. Zwei Tage später fuhren weitere Freedom Rider unter Angriffen des Ku-Klux-Klans Richtung Montgomery (Alabama). Die unter Druck der US-Regierung anwesende Highway Patrol verließ den Konvoi am Stadtrand, und wieder wurden die Teilnehmer erbarmungslos angegriffen. Auch hier ließ die anwesende Polizei die Ausschreitungen zu.[2]

Als in der Nacht auf den 21. Mai die mit 1.500 Sympathisanten besetzte First Baptist Church des Pastors Ralph Abernathy angegriffen wurde, in der Martin Luther King, Jr. eine Rede hielt, setzte Gouverneur John Malcolm Patterson die Nationalgarde ein. Die Regierung Kennedy hatte gedroht, Bundeseinheiten zu schicken.[2]

Nachdem die Freedom Rider am 22. Mai Montgomery erreichten, fuhren sie am 24. Mai Richtung Mississippi weiter. Die Bundesregierung und die Gouverneure von Alabama und Mississippi kamen überein, dass Nationalgarde und Staatspolizei die Fahrt schützen sollten, die Bundesregierung jedoch nicht einschreiten würde, wenn Teilnehmer wegen der Verletzung der Segregationsgesetze verhaftet würden. Diese Verhaftungen hätten jedoch gegen das Bundesgesetz verstoßen. Bei ihrer Ankunft in Jackson wurden die Teilnehmer, darunter auch William Sloane Coffin, verhaftet, als sie das Busdepot betreten wollten.[2]

In der Zeit von Juni bis September 1961 fanden etwa 60 verschiedene Freedom Rides statt, mit über 300 Verhaftungen allein in Jackson.

Australien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Anlehnung an den Freedom Ride in den USA führten Studenten der Universität Sydney in Australien vom 12. bis 26. Februar 1965 gewaltfreie Aktionen, die sie ebenfalls Freedom Ride nannten, gegen die Rassendiskriminierung von Aborigines in abgelegenen Orten im Bundesstaat New South Wales durch.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

He Was My Brother von Simon and Garfunkel ist ein Lied über die Freedom Rider.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Freedom Rides – Sammlung von Bildern, Videos und AudiodateienVorlage:Commonscat/Wartung/P 2 fehlt, P 1 ungleich Lemma

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Terry Gross: Get On the Bus: The Freedom Riders of 1961. National Public Radio, 12. Januar 2006, abgerufen am 21. Mai 2016 (englisch).
  2. a b c d Bruce Hartford: Civil Rights Movement Timeline. Civil Rights Movement, abgerufen am 10. April 2009 (englisch).