Hure

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Freudenmädchen)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Lückenhaft In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen noch folgende wichtige Informationen:
Wenn Freudenmädchen schon weiterleitet, sollte der Begriff bzw. seine Herkunft auch erklärt werden --Flominator 12:52, 27. Nov. 2016 (CET)
Hilf der Wikipedia, indem du sie recherchierst und einfügst.
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Hure (Begriffsklärung) aufgeführt.

Hure (ahd. huora, mhd. huore) ist die gemeingermanische, oft abwertende Bezeichnung für eine Prostituierte. In der Umgangssprache wird dieser Begriff auch für Frauen mit häufig wechselnden Sexualpartnern gebraucht. Abwertende Synonyme sind die Wörter Nutte, Dirne und Metze.

Etymologie und Begriffsgeschichte

Das Wort leitet sich von der indogermanischen Wurzel *qār „begehrlich, lieb“ ab, aus der sich auch das lateinische cārus „lieb, teuer“ entwickelt hat. Im Althochdeutschen bezeichnete huor nicht nur die Prostitution im Besonderen, sondern den außerehelichen Beischlaf im Allgemeinen; huora wurde so auch in der Bedeutung „Ehebrecherin“ gebraucht. Eine Entsprechung für ehebrüchige Männer ist nur im Gotischen (hôrs) und Altnordischen (hórr) bezeugt.[1]

Das Wort Hure wurde und wird auch als Schimpfwort für Frauen benutzt, insbesondere wenn diese sexuell selbstbestimmt bzw. aktiv waren. In den letzten Jahren hat das Wort Hure (früher auch „Lohnhure“[2] im Gegensatz zur „Gelegenheitsbuhlerin“[3]) durch die Aktivitäten verschiedener Hurenvereinigungen (Bundesverband Sexuelle Dienstleistungen, Huren wehren sich gemeinsam), die sich bewusst so nennen, eine gewisse Aufwertung bzw. Neutralität erhalten. Die Mitglieder der niederländischen Prostituierten-Gewerkschaft benennen sich sogar mit einem gewissen Stolz als Huren (siehe Dysphemismus-Tretmühle).

Variationen

  • „Hurenbock“ ist eine veraltete Bezeichnung für Männer, die wahllos Sexabenteuer mit vielen verschiedenen Frauen eingehen („herumhuren“), ohne sich an eine Frau emotional binden zu wollen.
  • In der Typografie wird ein bestimmter Setzfehler als Hurenkind bezeichnet.
  • Der Ausdruck Hurensohn hat sich seit den 1990er Jahren in der Sprache Jugendlicher von seiner ursprünglichen Bedeutung gelöst und gilt nun als allgemeine Beleidigung unabhängig vom familiären Hintergrund.
  • Im Schweizerdeutschen ist Huere, huere- eine seit dem 19. Jahrhundert bezeugte Verstärkungspartikel, etwa Huereglück „unverdientes Glück“, huereschön „sehr schön“.[4][5]

Literatur

Quellen zur Etymologie und Begriffsgeschichte

 Wiktionary: Hure – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Kluge. Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. Bearbeitet von Elmar Seebold. 25., durchgesehene und erweiterte Auflage. De Gruyter, Berlin/Boston 2011, S. 431; Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. Erarbeitet unter Leitung von Wolfgang Pfeifer. Akademie, Berlin 1989 (und weitere Auflagen), Artikel Hure.
  2. Kruenitz: Oeconomische Encyklopädie
  3. Anita Winkler: Prostitution – ein Fall für die Sittenpolizei
  4. Christoph Landolt: huereguet. Wortgeschichte vom 1. Juni 2016, hrsg. von der Redaktion des Schweizerischen Idiotikons.
  5. Schweizerisches Idiotikon, Band II, Spalte 1590, Artikel Huer, unter Bedeutung 2 (Digitalisat).