Frida Wesolek

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Frida Wesolek geb. Hübner (* 3. September 1887 in Sommerfeld/Niederlausitz; † 5. August 1943 in Berlin-Plötzensee) war eine deutsche Widerstandskämpferin gegen den Faschismus.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frida Wesolek war von Beruf Näherin. Ursprünglich war sie wie ihr Vater Emil Hübner Mitglied der SPD. 1919 trat sie zusammen mit ihrem Vater und ihrem Ehemann Stanislaus Wesolek zur KPD über.

Ab Ende der 1920er Jahre arbeiteten die drei für den geheimen Apparat der Kommunistischen Internationale (Komintern), der im Laufe der 1930er Jahre zunehmend mit den staatlichen sowjetischen Nachrichtendiensten verschmolzen wurde. Dadurch erhielten sie Kontakt zu den Widerstandsgruppen um Adam Kuckhoff, Wilhelm Guddorf und John Sieg sowie auch zur Gruppe Gerhard Kegel/Ilse Stöbe.

Die Familie Hübner/Wesolek verfügte über technisches Gerät für die illegale Organisation wie auch über funktionsfähige Funkgeräte. Im Gegensatz zu Hans Coppi und Karl Böhme waren sie im Umgang mit diesen Geräten geschult. Wegen der weit zurückgezogenen militärischen Front und der kriegsbedingten Desorganisation in der Sowjetunion brach aber auch ihr Kontakt zur Sowjetunion im Sommer 1941 ab.

Im Sommer 1942 verschafften sie deutschen Kommunisten, die als Fallschirmspringer aus der Sowjetunion zurückkehrten, Unterkunft, unter anderem in ihrer Laube in Rudow, und im Umfeld von Widerständlern aus der Berliner Gruppe der Roten Kapelle. Dadurch gerieten sie in den Sog der Anfang September 1942 einsetzenden Verhaftungswelle.

Im Laufe des folgenden Monats wurden dann auch Frida Wesolek, Emil Hübner, Stanislaus Wesolek sowie ihre beiden Söhne Walter Wesolek und Johannes Wesolek verhaftet.

Frida Wesolek wurde zusammen mit Stanislaw Wesolek im Frühjahr 1943 vom Reichskriegsgericht unter dem Ankläger Manfred Roeder zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde am 5. August 1943 zusammen mit den Todesurteilen gegen Adam Kuckhoff und vielen anderen der Berliner Roten Kapelle in der Hinrichtungsstätte Plötzensee vollstreckt.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gert Rosiejka: Die Rote Kapelle. „Landesverrat“ als antifaschistischer Widerstand – mit einer Einführung von Heinrich Scheel. ergebnisse-Verlag: Hamburg 1986, ISBN 3-925622-16-0
  • Gilles Perrault: L'Orchestre Rouge (div. Auflagen und Ausgaben)
  • Leopold Trepper: Die Wahrheit. Autobiographie (div. Auflagen und Ausgaben)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Toten der Roten Kapelle (Memento vom 30. Juni 2009 im Internet Archive) in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand