Friedrich Oppler

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Friedrich Oppler (* 2. Juli 1888 in Oppeln; † 6. September 1966 in Berlin) war ein deutscher Jurist und Autor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oppler studierte Rechtswissenschaft an der Universität Rostock und promovierte zum Dr. jur. Als Jude wurde er 1934 mit den Mitteln des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums als Landgerichtsdirektor aus dem Justizdienst entfernt. Er war 1938 für zwei Monate im KZ Sachsenhausen inhaftiert.

Zusammen mit seiner 1936 geheirateten, wie er zum Christentum konvertierten Frau Ilse (* 1902), der Schwester von Edwin Maria Landau, gelang es ihm, noch im August 1940 über die Sowjetunion nach Brasilien zu emigrieren. Sein Schwiegervater starb 1941, seine Schwiegermutter Julie Landau entschied sich in Berlin angesichts der drohenden Deportation am 7. Juli 1942 für den Freitod. Oppler arbeitete in Brasilien in Exilantenorganisationen, schrieb politische Zeitschriftenartikel und ein Buch, das zunächst in der portugiesischen Übersetzung erschien.

Oppler konnte erst 1952 nach Deutschland zurückkehren und wurde in West-Berlin noch Oberlandesgerichtsdirektor und Vorsitzender einer Wiedergutmachungskammer. Im Jahr 1966 veröffentlichte er seine „Betrachtungen über das deutsch-jüdische Problem“, die als politisch naiv scharf kritisiert wurden.[1]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Auflassungsvormerkung in der Zwangsversteigerung, insbesondere im Verteilungsverfahren. Noske, Borna-Leipzig 1911 (Rostock, Jur. Diss. v. 30. Nov. 1911, Ref. Wachenfeld.).
  • Bestrafung Kriegsgefangener wegen vor ihrer Gefangennahme verübter Straftaten., Zeitschrift für die gesamte Strafrechtswissenschaft. Band 37, Heft 1 1916
  • mit Reginaldo Sant’Anna, Os Judeus e o Mundo de Hoje. Livraria Agir Editôra, Rio de Janeiro 1946[2]
  • Judenfrage und Welt von heute, Rio de Janeiro, Livraria Agir Editora, 1948.
  • Das falsche Tabu. Betrachtungen über das deutsch-jüdische Problem. Seewald, Stuttgart 1966

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hermann Lewy: Verwirrte Gefühle. Ein untauglicher Versuch zur Bekämpfung des Antisemitismus. In: Die Zeit, Nr. 40/1966
  2. zu Reginaldo Sant’Anna siehe portugiesischsprachige Wikipedia