Frotteur

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Ein Frotteur (franz. se frotter „sich reiben“) ist ein Mensch, der dadurch sexuell stimuliert wird, dass er sich an anderen Menschen reibt.

Störung der Sexualpräferenz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klassifikation nach ICD-10
F65.8 Störung der Sexualpräferenz
ICD-10 online (WHO-Version 2016)

Der Begriff wird häufig in der Weise eines „anonymen und diskreten Reibens an öffentlichen Orten“ gebraucht wie zum Beispiel in einer überfüllten U-Bahn. Dies ist jedoch nicht zwingend. Wenn es oft ohne Willen des Gegenübers geschieht oder es sich zu einer Vorliebe entwickelt, die anderes Verhalten verdrängt, wird es als Paraphilie betrachtet. In diesem Fall wird Frotteurismus in der ICD-10 unter dem Code F65.8 als Störung der Sexualpräferenz eingeordnet.

In Japan hat es als sexuelle Belästigung in der U-Bahn eine merkliche Größe angenommen und wird Chikan genannt. Zu Hauptverkehrszeiten gibt es schon eigene Frauenwaggons. In Japan ist es auch bei erotischen Rollenspielen ein immer wieder gewähltes Thema. Mit Prostituierten wird es auch in nachgebauten Abteilen von Nahverkehrszügen in Bordellen nachgespielt.

Sexualpraktik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frotteurismus wird, dann mitunter als Frottage bezeichnet,[1] auch als Form des Safer Sex zwischen verschiedengeschlechtlichen oder gleichgeschlechtlichen Personen, angezogen oder auch nackt praktiziert. Direktes Reiben ohne Gleitflüssigkeit kann nach einiger Zeit Hautirritationen und im Extremfall kleine Verletzungen hervorrufen, was die absolute Sicherheit einschränkt.

Wenn zwei Männer ihre Penisse und/oder Hoden aneinanderreiben, kann man diese Sexualpraktik mit der Abkürzung Frot bezeichnen. Am beliebtesten ist dieser spezifische Ausdruck im englischen Sprachraum, wo es auch als frictation bezeichnet wurde. Durch die nicht kleine Zahl an Aids-Fällen und aus Betroffenheit über den Tod seines Freundes im Jahre 1995 startete der Aktivist Bill Weintraub 1999 eine Initiative gegen den „kulturellen Todesgriff“ und die „kulturelle Tyrannei des Analverkehrs“, die sich teilweise aus der gesellschaftlichen Sicht ergibt, nicht-penetratives Sexualverhalten oft nicht als „wirklichen Sex“ zu betrachten. Dazu veröffentlichte er im Jahre 2000 den Artikel Frot: The Next Sexual Revolution, wo er Frot als Gegenmittel propagiert, schuf The Man2Man Alliance – Frot Men und eine weitere Webseite unter dem Namen Heroic Homosex mit Verweis auf Männlichkeit und heroische Gestalten.

Bei zwei Frauen wird die entsprechende Sexualpraktik als Tribadie bezeichnet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andere Wortbedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe frottieren.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Frottage in: Sex von A–Z, SpiZ Sexualpädagogik in Zürich, abgerufen am 24. Dezember 2015