Flottenmanagement

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IDD-212G Tracker mit integriertem Beschleunigungssensor und externer GPS-Antenne für OBD II. Die gesammelten Daten werden über das interne GPRS Modul gesendet.

Flottenmanagement, Flottensteuerung oder Fuhrparkmanagement beschreibt das Verwalten, Planen, Steuern und Überwachen von Fahrzeugflotten (Fuhrpark). Dabei werden Wegstrecken von Fahrzeugen (Lkw, Pkw, Schiff, Bahn, Bus), unter Einbeziehung bestimmter Einflussparameter, aufeinander abgestimmt und festgelegt. Probleme sollen von einem Flottenmanagement frühzeitig erkannt, behoben oder von vornherein umgangen werden. Sonderformen stellen der Huckepackverkehr, der intermodale und der multimodale Verkehr dar, welche mehrere Verkehrsmittel für das Verbringen von Ware miteinander kombinieren.

Heute wird oft vom digitalen Flottenmanagement gesprochen, gemeint ist damit eine Software oder eine Anwendung auf einem Webserver, die mit Daten aus dem Global Positioning System (GPS), technischen Daten zum aktuellen Fahrzeugzustand sowie rechnergestützten Auftragsvorschlägen den Disponenten unterstützt. Entlastung der Disposition, optimierte Wegstreckenplanung und damit einhergehende Kostensenkungen sind Hauptziele des Flottenmanagements.

Anwendungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Funktionsprinzip der Geolokation: GPS-Daten werden per GPRS, GSM oder Satellit vom Fahrzeug gesendet. Über ein Datennetzwerk (zum Beispiel das Internet) werden die Daten an ein Rechenzentrum übertragen. Zusammen mit einem Kartendienst können die Daten dann grafisch aufbereitet werden.
Aufgezeichnete Fahrstrecke mit Markierung von Alarmmeldungen und Wiedergabe der Fahrgeschwindigkeit und Motordrehzahl

Für den Begriff „Flottenmanagement“ gibt es keine feste Definition. Anbieter von Flottenmanagement-Diensten haben unterschiedliche Begriffs-Auffassungen. In aller Regel beinhaltet Flottenmanagement die Fuhrparkverwaltung und das Controlling. Im Fahrzeug kann dazu ein Gerät installiert werden, welches regelmäßig Daten aufzeichnet und diese entweder in einem internen Speicher ablegt, von dem sie dann später ausgelesen werden können, oder die Daten automatisch in Intervallen per GPRS oder SMS an einen Datenserver sendet. Eine einfache Gerätekonfiguration sammelt lediglich die Positionsdaten des Fahrzeuges per GPS. Wird der Datenlogger zusätzlich mit dem Fahrzeugdiagnosesystem verbunden, können auch Daten der On-Board-Diagnose abgefragt und gesammelt werden. Von wesentlicher Bedeutung ist hierbei der FMS-Standard, der regelt, welche Daten von einem Flottenmanagementsystem vom Fahrzeug-CAN-Bus ausgelesen werden können/dürfen.[1] So ergibt sich nicht nur ein Profil der zurückgelegten Fahrstrecke, sondern es kann auch die jeweilige Fahrsituation und der Betriebszustand des Fahrzeuges überwacht werden. Ein zusätzlicher Beschleunigungssensor kann Daten über extreme Brems- und Beschleunigungsmanöver liefern und so ggf. auf einen Unfall hinweisen. Werden zuvor definierte Grenzwerte überschritten, kann dem Betreiber eine Alarmmeldung per SMS oder über den Datenserver (Machine to Machine) zugestellt werden. Zu den interessanten Werten gehören:

Bei älteren Fahrzeugen ohne CAN-Bus kann aus verschiedenen Messwerten dann der Kraftstoffverbrauch näherungsweise errechnet werden. Um die Flexibilität zu verbessern, bieten moderne Systeme für Flottenmanagement (Telematiksysteme) die Möglichkeit, einzelne Sensoren nachzurüsten und per Funk an das System anzuschließen, beispielsweise einen Temperatursensor für einen Auflieger.

Hauptsächlich kommt Flottenmanagement in Firmen mit einem größeren Bestand an Dienstwagen, Speditionen, Taxidiensten, Autovermietungen, Rettungsorganisationen und in der Schifffahrt zum Einsatz. Grundsätzlich spricht man von Flottenmanagement, wenn täglich viele Fahrzeuge gewartet, instand gesetzt und koordiniert werden. Auch die Bereitstellung von Ladungssicherungssystemen im Güterkraftverkehr fällt in diesen Aufgabenbereich, ebenso der Austausch von Zurrgurten nach der Ablegereife. Zunehmend setzen sich webbasierende Lösungen durch. Diese sind u. a. auch für Serviceorganisationen im Umfeld des Handwerks interessant.

Fuhrparks in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland gibt es rund 1,6 Millionen Firmenfuhrparks mit fast vier Millionen Fahrzeugen (2011). Zu dem Aufgabengebiet der Fuhrparkverantwortlichen gehören einige komplexe Themen wie die Organisation der Flottenversicherung und des Schadenmanagement oder die Zusammenarbeit mit Leasing- und Fuhrparkmanagement-Anbietern. Die Interessen der Fuhrparkmanager und Fuhrparkverantwortlichen werden unter anderem durch den Bundesverband Fuhrparkmanagement e.V. vertreten.[2] Weiterbildungen zum Fuhrparkmanager bieten unter anderem die Dekra Akademie und die TÜV Rheinland Akademie.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Möglichkeiten des Flottenmanagements ermöglichen zusammen mit einem Datenlogger die Vollüberwachung des Fahrers. Dies kann zu einer persönlichkeitsrechtlichen Beeinträchtigung führen. Für den Betroffenen ist keine unbeobachtete Bewegung mehr möglich, da er unter dem Druck steht, sich angepasst und wie (zum Beispiel vom Arbeitgeber) erwartet, zu verhalten.[3] Es muss deshalb eine Interessensabwägung zwischen den Kontrollinteressen des Betreibers und den Datenschutzinteressen des Betroffenen stattfinden. Die Rechtsgrundlage für den Einsatz einer Überwachungslösung kann zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber u. a. durch die Einwilligung des Arbeitnehmers im Arbeitsverhältnis oder eine Betriebsvereinbarung geschaffen werden. Auch sind die Rechte von georteten Personen zu beachten, die nicht Vertragspartner des Dienstanbieters sind (zum Beispiel Fahrgäste in einem überwachten Taxi oder Bus). Das heimliche Tracking (zum Beispiel eines Ehepartners) ist datenschutzrechtlich unzulässig.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Telematikwissen.de | http://telematikwissen.de/funktionen/technisches-fahrzeugmanagement/
  2. Bundesverband Fuhrparkmanagement
  3. Meike Kamp und Maren Raguse: Orientierung ja, Überwachung nein! Location based services auf dem Prüfstand@1@2Vorlage:Toter Link/www.datenschutzzentrum.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 204 kB) Unabhängiges Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein
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