Zum Inhalt springen

Görlsdorf (Vierlinden)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Görlsdorf
Gemeinde Vierlinden
Koordinaten: 52° 32′ N, 14° 18′ OKoordinaten: 52° 31′ 54″ N, 14° 18′ 17″ O
Höhe: 29 m
Einwohner: 184 (1. Dez. 2015)[Ohne Beleg]Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/NoEinwQuelle
Eingemeindung: 1. Januar 1962
Eingemeindet nach: Vierlinden
Postleitzahl: 15306
Vorwahl: 033477
Görlsdorf (Brandenburg)
Görlsdorf (Brandenburg)
Lage von Görlsdorf in Brandenburg
Dorfkirche

Görlsdorf ist ein Ort im Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg und gehört seit dem 26. Oktober 2003 zur Gemeinde Vierlinden. Zusammengeschlossen mit vier weiteren Gemeinden werden die Amtsgeschäfte durch das Amt Seelow-Land getätigt.

Das Dorf wurde vom Augustiner Chorherren-Kloster in Naumburg am Bober (heute Nowogród Bobrzański) schon vor 1226 angelegt.[1] 1342 wurde der Ort als Gerlachstrop schriftlich in einem Steuerregister erstmals erwähnt. Die Bauern in Görlsdorf mussten 60 Schock Groschen an den Bischof von Lebus als Steuern abführen. Lehnsherr bis 1367 war der Ritter Hermann von Wulkow. Ab 1398 waren die Brüder Peter, Tamme und Klaus Bernfeld (auch Beerenfelde) zu Rosenthal Besitzer des Gutes. 1424 wurde Klaus Beerenfelde Lehnsherr.[2] Vor 1900 bestehen die beiden Rittergüter Görlsdorf, Ober-, mit 314 ha, Besitzer Familie Seidel; und Görlsdorf,-Nieder-, mit 517 ha, Besitzer Aug. Wurl.[3]

1914 bestehen zwei Rittergüter auf der Gemarkung von Görlsdorf. Das Gut Nieder-Görlsdorf mit 523 ha gehörte noch immer der Familie Wurl, dem Rittmeister d. R. Johannes Maximilian Wurl in Alt-Rosenthal bei Trebnitz. Das Gut Obergörlsdorf mit 325 ha, welches zum Gutskomplex Diedersdorf zugehörig war, wurde vom 1909 geadelten Politiker Ludwig von Seidel bewirtschaftet.[4]

Das heutige Görlsdorf entstand im Zuge der Ende 1927 festgelegten neuen brandenburgischen Kommunalgliederung.[5] Diese wurde dann 1928, wie in allen preußischen Provinzen, durchgeführt. Die vormals juristisch eigenständigen Gutsbezirke wurden mit den Dörfern vereinigt, hier aus dem einstigen Vorwerk Görlsdorf (Nieder-Görlsdorf) und Obergörlsdorf.[6][7]

Das Rittergut Obergörlsdorf besaß dann 1928, schon vor dem Erbgang 1933, der Offizier Hans-Georg von Seidel. Vor 1930 beinhaltete dieser Besitz einen Umfang von 368 ha, davon 76 ha Wald. Als Gutsverwalter war Georg Paul bei der Familie von Seidel angestellt.[8] Die Familie von Seidel wohnte teils an den Militärstandorten des Besitzers, als Hauptwohnsitz galt mindestens bis 1940, in der alten Schreibweise, Obergörlsdorf.[9]

Während des Zweiten Weltkriegs besetzte die Sowjetarmee im April 1945 den Ort.

Am 1. Januar 1962 wurde Görlsdorf nach Worin eingemeindet.[10] Worin gehört zusammen mit Alt Rosenthal und Görlsdorf seit dem 26. Oktober 2003 zur Gemeinde Vierlinden.[11]

Einwohnerentwicklung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Jahr 1933 1946 2006
Einwohner[12] 338 527 233


EinwohnerJahr200250300350400450500550193019401950196019701980199020002010Görlsdorf


Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Vierlinden stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale des Ortes Görlsdorf. Dazu gehören:

Commons: Görlsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. Siegmund Wilhelm Wohlbrück: Geschichte des ehemaligen Bisthums Lebus und des Landes dieses Nahmens. Dritter Theil, Selbstverlag, Berlin 1832, S. 220.
  2. Siegmund Wilhelm Wohlbrück: Geschichte des ehemaligen Bisthums Lebus und des Landes dieses Nahmens. Dritter Theil, Selbstverlag, Berlin 1832, S. 220.
  3. Paul Ellerholz, E. Kirstein, Traug. Müller, W. Gerladn, Georg Volger: Handbuch des Grundbesitzes im Deutsche Reiche. I: Das Königreich Preußen. I. Lieferung: Provinz Brandenburg. 3. Auflage, Nicolaische Verlags-Buchhandlung, Berlin 1896, S. 75 f.
  4. Ernst Seyfert: Güter-Adreßbuch für die Provinz Brandenburg. [1914]. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter, Güter und Höfe über 20 ha. Nach amtlichen Angaben. Handbuch der Königlichen Behörden. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band VII, 2. Auflage, Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1914, S. 284–299.
  5. Vgl. Amtsblatt der Regierung Frankfurt a. O. [1928]. Trowitzsch & Söhne, Frankfurt a. O. 1928, S. 276–277.
  6. Wolfgang Blöß: Kommunale Strukturen im Spannungsfeld gesellschaftlicher Umwälzungen. Die Grenzen von Gemeinden und Kreisen in Brandenburg 1945–1952. Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-3751-9, S. 480. Anm. 961.
  7. Vgl. Falko Neininger: Brandenburgische Kirchenduplikate 1794 - 1874. Ein Verzeichnis der Überlieferung im Brandenburgischen Landeshauptarchiv (BLHA). In: Quellen, Findbücher und Inventare des BLHA. Band 23, Verlag Peter Lang, Frankfurt-Main 2008, ISBN 978-3-631-58057-8, S. 125.
  8. Vgl. Ernst Seyfert, Hans Wehner, Alexander Haußknecht, Ludwig Hogrefe: Landwirtschaftliches Adreßbuch der Rittergüter, Güter und Höfe der Provinz Brandenburg. [1929]. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter, Güter und Höfe von ca. 20 ha aufwärts, Mit Unterstützung von Staats- und Kommunalbehörden, sowie des Brandenburgischen Landbundes zu Berlin, sowie der Kreislandbünde. Nach amtlichen Quellen und auf Grund direkter Angaben bearbeitet. in: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band VII, 4. Auflage, (Letzte Ausgabe-Paul Niekammer-Reihe), Verlag Niekammer’s Adreßbüchern GmbH, Leipzig 1929, S. 241.
  9. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil B (Briefadel). 1942. Vierunddreißigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1941, S. 497 f.
  10. Statistisches Bundesamt (StBA) (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  11. StBA-Wiesbaden (Hrsg.): Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003.
  12. Görlsdorf im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 23. Juli 2025.