Günter Rosenfeld

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Günter Rosenfeld (* 2. September 1926 in Osterode, Ostpreußen; † 16. April 2015) war ein deutscher Historiker. Er war bis 1991 Professor für Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Schwerpunkte seiner Arbeit waren die Geschichte der Sowjetunion sowie die Beziehungen zwischen Sowjetrussland und Deutschland.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rosenfeld gehörte von 1959 bis zu seiner Emeritierung 1991 dem Institut für Geschichte der Völker der Sowjetunion an der Humboldt-Universität an und war von 1966 bis 1979 ihr Direktor. In der 1957 gegründeten gemeinsamen Kommission der Historiker der UdSSR und der DDR arbeitete Rosenfeld aktiv mit. „Er scheute sich dabei nicht, auch die von politisch Verantwortlichen verordneten »weißen Flecken« (so die Zusammenarbeit zwischen Reichswehr und Roter Armee in den 20er Jahren sowie die Problematik des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakts 1939) in seine Forschungen mit einzubeziehen.“ [1]

Er war Vorsitzender der Hochschulgruppe der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft (DSF) an der Humboldt-Universität Berlin.

Rosenfeld starb im Alter von 88 Jahren.[2]

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

bis 1990
  • Sowjet-Russland und Deutschland 1917–1922. Akademie Verlag, Berlin 1984 (2. Auflage) und Pahl-Rugenstein, Köln 1984, ISBN 3-7609-0867-5.
  • Sowjetunion und Deutschland 1922–1933. Akademie Verlag, Berlin 1984 (2. Auflage) und Pahl-Rugenstein, Köln 1984, ISBN 3-7609-0868-3.
  • mit Horst Schützler: Kurze Geschichte der Sowjetunion 1917–1983. Dietz Verlag, Berlin 1985.
  • Kurt Pätzold, Günter Rosenfeld (Hg.): Sowjetunion und Hakenkreuz 1938 bis 1941. Dokumente zu den deutsch-sowjetischen Beziehungen. Akademie Verlag, Berlin.
  • mit Günter Gorski, Alfred Anderle (Hrsg.): Deutsch-sowjetische Freundschaft. Ein historischer Abriß von 1917 bis zur Gegenwart. Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1975.
  • Mitherausgeber: Die Sowjetgesellschaft. Studien zu ihrer Geschichte und Gegenwart. Verlag der Wissenschaften, Berlin. 1984.
  • Autorenkollektiv unter Leitung von Günter Rosenfeld: Geschichte der UdSSR. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1977.
seit 1990
  • Die Oktoberrevolution in Russland. Zu ihren Möglichkeiten und Grenzen, in: Historikergesellschaft der DDR. Wissenschaftliche Mitteilungen, Heft 1990/II-III.
  • Sowjetstern und Hakenkreuz 1938 bis 1941. Dokumente zu den deutsch-sowjetischen Beziehungen. Herausgegeben und eingeleitet von Kurt Pätzold und Günter Rosenfeld, Akademie Verlag, Berlin 1990.
  • Nachwort und Glossar in: Wladimir Nabokow, Petrograd 1917. Der kurze Sommer der Revolution, Rowohlt Berlin 1992.
  • Kultur und Wissenschaft in den Beziehungen zwischen Deutschland und der Sowjetunion von 1933 bis Juni 1941, in: Berliner Jahrbuch für osteuropäische Geschichte, Jg. 1995, Teil 1.
  • Pavlo Skoropads’kyj, Erinnerungen 1917 bis 1918. Herausgegeben und bearbeitet von Günter Rosenfeld (= Quellen und Studien zur Geschichte des östlichen Europa, Bd. 55), Franz Steiner Verlag, Stuttgart 1999.
Herausgebertätigkeit

Mitglied des Herausgebergremiums der Reihe „Quellen und Studien zur Geschichte Osteuropas“ (Neue Folge) für die Bände XXX–XXXIV (1993–1995) im Akademie Verlag, Berlin. – Das Erscheinen der Reihe wurde nach der Übernahme des Akademie-Verlags durch den R. Oldenbourg Verlag eingestellt.

Vgl. auch den Abdruck von Rezensionen und Artikeln, die in der Zeitung Neues Deutschland erschienen sind, in: Osteuropakunde an der Leipziger Universität und in der DDR, Osteuropa in Tradition und Wandel, Leipziger Jahrbücher, Nr. 8/2 (2006), S. 619–685.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aus dem Nachruf in: junge Welt, 20. April 2015, S. 11.
  2. Traueranzeige in der Berliner Zeitung, 25. April 2015, S. 11.
  3. Neues Deutschland, 30. April/1. Mai 1988, S. 3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]