Głąbowo

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Głąbowo
Głąbowo führt kein Wappen
Głąbowo (Polen)
Głąbowo
Głąbowo
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Giżycko
Gmina: Ryn
Geographische Lage: 53° 58′ N, 21° 33′ OKoordinaten: 53° 57′ 35″ N, 21° 33′ 16″ O
Einwohner: 190 (2006)
Postleitzahl: 11-520[1]
Telefonvorwahl: (+48) 87
Kfz-Kennzeichen: NGI
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 642: Sterławki WielkieRynWoźnice
Schienenweg: kein Bahnanschluss
Nächster int. Flughafen: Danzig



Głąbowo (deutsch Glombowen, 1938 bis 1945 Leithof) ist ein Ort in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren und gehört zur Stadt- und Landgemeinde Ryn (Rhein) im Powiat Giżycki (Kreis Lötzen).

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Głąbowo liegt am Westufer des Orlener Sees (1938 bis 1945 Arlener See, polnisch Jezioro Orło) in der östlichen Mitte der Woiwodschaft Ermland-Masuren. Bis zur Kreisstadt Giżycko (Lötzen) sind es 17 Kilometer in nordöstlicher Richtung, die Stadt Ryn ist zwei Kilometer in nördlicher Richtung entfernt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gründungsjahr des Gutsdorfs Glombowen war das Jahr 1416[2]. Damals erhielt Jacob Leitzmann, Kundschafter des Ordens, das Gut als Geschenk[3].

Gutsbesitzer waren im 17. und 18. Jahrhundert: Familien Borowski, von Dönhoff, von Packemohr. Letzter Eigentümer war Georg Freyensänger. Das Gutsgebäude befindet sich heute im Privatbesitz. Im Gutshaus aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit 23 Zimmern erinnern noch einige Räume mit Kreuzgewölben an die Entstehungszeit[3].

Im Jahre 1785 wurde Glombowen als „adliges Gut“ mit acht Feuerstellen erwähnt, 1818 als „Hauptgut“ mit drei Feuerstellen bei 31 Seelen.[4] Im Jahre 1874 kam das Dorf zum neu errichteten Amtsbezirk Orlen[5] (polnisch Orło).

Dieser – zwischen 1938 und 1945 „Amtsbezirk Leithof“ genannt – gehörte bis 1945 zum Kreis Lötzen im Regierungsbezirk Gumbinnen (1905 bis 1945: Regierungsbezirk Allenstein) in der preußischen Provinz Ostpreußen.

Zwischen 1874 und 1931 gehörte Glombowen zum Standesamt Orlen, 1913 bis 1945 zum Standesamt der Stadt Rhein (polnisch Ryn)[4].

111 Einwohner wurde 1910 in Glombowen gezählt[6]. Am 30. September 1928 verlor das Dorf seine Eigenständigkeit und wurde in die Landgemeinde Orlen (1938 bis 1945 Arlen) eingemeindet, und seit dem 3. Juni (amtlich: 16. Juli) 1938 trug es den veränderten Namen „Leithof“.

In Kriegsfolge kam das Dorf 1945 mit dem gesamten südlichen Ostpreußen zu Polen und heißt seitdem „Głąbowo“. Heute ist es eine Ortschaft im Verbund der Stadt- und Landgemeinde Ryn (Rhein) im Powiat Giżycki (Kreis Lötzen), vor 1998 der Woiwodschaft Suwałki, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugeordnet.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1945 war Glombowen in die Evangelische Pfarrkirche Rhein[7] in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union sowie in die Katholische Pfarrkirche St. Bruno Lötzen[4] im Bistum Ermland eingepfarrt. Heute ist Głąbowo Teil der evangelischen Kirchengemeinde in Ryn in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen sowie der katholischen Pfarrkirche Unbefleckte Empfängnis Mariä in Ryn im Bistum Ełk (Lyck) der Römisch-katholischen Kirche in Polen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Głąbowo liegt verkehrsgünstig an der Woiwodschaftsstraße DW 642 unmittelbar vor den Toren der Stadt Ryn (Rhein).

Ein Bahnanschluss besteht nicht mehr. Bis 1971 war der Ort selber Bahnstation an der Kleinbahnverbindung (Rastenburg–) Reimsdorf–Rhein der Rastenburger Kleinbahnen, die dann mangels Rentabilität stillgelegt und deren Trasse demontiert wurde.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Polnisches Postleitzahlenverzeichnis 2013, S. 309
  2. Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Leithof
  3. a b Głąbowo - Glombowen/Leithof
  4. a b c Glombowen
  5. Rolf Jehke, Amtsbezirk Orlen/Arlen
  6. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Lötzen
  7. Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen, 1968, S. 492–493