Gabriel Stern

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Gabriel Stern, früher auch Gerhard Gabriel Stern (* 27. Oktober 1913 in Attendorn; † 5. Mai 1983 in Jerusalem) war ein jüdischer Schriftsteller und Journalist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gerhard Gabriel Stern wurde als Sohn von Henriette und Hermann Stern 1913 in Attendorn geboren. Seine Eltern besaßen das damals weit über Attendorn hinaus bekannte Kaufhaus Lenneberg. Gabriel Stern besuchte die Volksschule und anschließend das Gymnasium in Attendorn, wo er am 14. März 1933 sein Abitur mit Auszeichnung ablegte. Er war damit vor dem Zweiten Weltkrieg der letzte Deutsche mit jüdischem Glauben, der in Attendorn die Reifeprüfung absolvierte. Seinen ursprünglicher Plan, in Freiburg Philosophie zu studieren, gab er wegen der nationalsozialistischen Zulassungsgesetze auf. 1933 floh er vor dem NS-Regime nach Holland, wo er als Bauer arbeitete. 1936 wanderte er von dort nach Jerusalem aus und studierte dort Judaistik, Arabisch und Islamkunde, konnte aber keinen Abschluss erreichen. In der Zeit von 1940 bis 1949 arbeitete er als Redakteur bei einer Zeitschrift für jüdisch-arabische Verständigung. Von 1947 bis 1949 diente er außerdem im jüdischen Selbstschutz. Ab 1949 war er hauptberuflich als Journalist tätig, ab 1951 als Hauptstadtkorrespondent. 1973 verlieh ihm die Stadt Jerusalem den Pressepreis. 1979 war er auf Einladung des Auswärtigen Amtes für 14 Tage auf einer Vortragsreise in Deutschland. Dabei besuchte er auch Attendorn. 1981 wurde ihm wegen seiner Verdienste um die Menschenrechte der Ehrenpreis der Association of Civil Rights verliehen. 1982 besuchte er die Welttagung des International Council of Christians und Jews. Gabriel Stern starb an den Folgen eines Herzanfalls.[1]

Leistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gabriel Stern gilt neben Martin Buber als einer der Gründerväter Israels.[2] Er setzte sich stets für die Verständigung zwischen Juden, Christen und Moslems ein. Für seine Verdienste auf dem Gebiet der Menschenrechte erhielt er 1981 den Emil-Grünzweig-Menschenrechtspreis. Die Stadt Attendorn hat außerdem eine Straße nach ihm benannt.

Aktuelles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang 2014 erschien eine Biographie über Gabriel Stern[3], geschrieben vom Attendorner Hartmut Hosenfeld.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jüdisches Leben in Attendorn zur NS Zeit. Stadt Attendorn, Attendorn, abgerufen am 18. Juni 2011.
  2. Attendorner Geschichten: Über 100 Teilnehmer beim „Friedensweg der Religionen“. FreyMedia, Attendorn, abgerufen am 18. Juni 2011.
  3. Gabriel, ein unbekannter Stern aus Attendorn auf der Seite des Kreises Olpe