Galinden

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Altpreußische Landschaften und Stämme

Galinden war ein Gau der Prußen in Ostpreußen, heute auf dem Gebiet der Republik Polen. Es lag südöstlich von Pogesanien, östlich von Sassen (die Grenze verlief etwa am Fluss Omulef), westlich von Sudauen und nördlich vom polnischen Masowien (die Grenze verlief etwa am Fluss Narew).

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name bedeutet „die am Ende wohnen“ und steht zu lit. gãlas, lett. gals "Ende"[1]. Die Landschaft wird durch die masurische Seenplatte geprägt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stamm der Galinder (gr. Galindoi, latinisiert Galindae) wurde bereits bei antiken Autoren erwähnt, so etwa von Claudius Ptolemäus in seiner Geographike Hyphegesis mit zutreffender geografischer Positionierung ihres Siedlungsgebietes.[2] 1231 wurde dieser Gau erstmals als Galindo erwähnt. Galinden wurde erst relativ spät von Kreuzburg aus erobert. Wegen der teilweise sehr schwer zugänglichen Landschaft mussten die von den Ordensrittern bereits eingenommenen Gebiete wieder aufgegeben und später erneut erobert werden: 1285 und 1348 Lötzen, 1335 und 1396 Angerburg, 1345 Johannisburg und schließlich 1360 Ortelsburg. Ein großer Teil der Galinder soll mit den Goten weggezogen sein. In den fast menschenleeren Räumen siedelten sich friedlich masovische Familien an. Reste dieses Stammes gingen zusammen mit anderen prußischen Stämmen, deutschen Siedlern und späteren polnischen Einwanderern in den Masuren auf.

Ost-Galinder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In altrussischen Chroniken taucht für das Jahr 1058 erstmals ein Stamm der Goljad (голядь) (englisch Eastern Galindians) auf. Dieser Stamm lebte in der Umgebung von Moskau. Sein Name wird auf die Galinder zurückgeführt und er gilt als baltischer Stamm. Seine Spuren lassen sich noch bis in das 19. Jahrhundert verfolgen.[3]

Legende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einer vom sehr umstrittenen Historiker Simon Grunau erfundenen Sage, war es Galindo, der achte Sohn des Königs Widowuto, der das Land von Kaboso bis an die Grenzen der Masau erhielt. Er errichtete sich eine Feste Galindo, die später Galinderberg hieß. Sein Volk wurde später sehr mächtig und führte viele Kriege mit den Masuren.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Gerullis: Die altpreußischen Ortsnamen, Berlin, Leipzig 1922, S. 35

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Galindien – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gerullis, Georg: Die altpreußischen Ortsnamen, Berlin, Leipzig 1922, S. 35
  2. A. Spekke: The Ancient Amber Routes and the Geographical Discovery of the Eastern Baltic. engl. Ausgabe, Stockholm 1957
  3. R. Wixman: The peoples of the USSR - An Ethnographic Handbook. New York 1984