Gambetta (Métro Paris)

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Metro-M.svg Gambetta
Ein Zug der Linie 3
Tarifzone 1
Linie(n) 03Paris m 3 jms.svg 03bisParis m 3bis jms.svg
Ort 20. Arrondissement
Eröffnung 27. November 1921
Der Abfahrtsbahnhof (heute Endbahnhof der Linie 3bis) im Bau
Endbahnhof der Linie 3bis und Umsteigetunnel (ehemaliger Streckentunnel) zur Linie 3
Station Gambetta von 1969, im Hintergrund die aufgelassene Station Martin Nadaud

Gambetta ist ein unterirdischer Umsteigebahnhof der Pariser Métro. Er wird von den Linien 3 und 3bis bedient.

Lage[Bearbeiten]

Der Bahnhof befindet sich im 20. Arrondissement von Paris.

Name[Bearbeiten]

Namengebend war die Avenue Gambetta, unter der sich die Bahnhofsanlage befindet. Léon Gambetta war ein französischer Staatsmann der Dritten Republik und Abgeordneter des 20. Arrondissements. Im Deutsch-Französischen Krieg war er 1870/71 als Minister der Regierung der Nationalen Verteidigung Leiter des Widerstands in der Provinz.[1]

Geschichte und Beschreibung[Bearbeiten]

Erster Bahnhof[Bearbeiten]

Die Linie 3 wurde zwischen Villiers und Père Lachaise am 19. Oktober 1904 in Betrieb genommen. Am 25. Januar 1905 erfolgte die Verlängerung um zwei Stationen von Père Lachaise über Martin Nadaud bis Gambetta. Der Endbahnhof Gambetta lag an einer gegen den Uhrzeigersinn befahrenen Endschleife. Kurz hinter deren Anfang befand sich unter der Rue Belgrand der Ankunftsbahnhof, ein Mittelbahnsteig zwischen zwei Gleisen. Ebenso aufgebaut war der Abfahrtsbahnhof kurz vor dem Ende der Schleife. Die Zweigleisigkeit der Teilstationen resultierte aus dem Umstand, dass bereits mögliche Streckenverlängerungen eingeplant wurden. Unter der Rue Belgrand führte der Tunnel etwa 300 Meter weiter bis zum Betriebshof Ateliers de Saint-Fargeau.[2]

Am 27. November 1921 wurde die Linie 3 von Gambetta bis Porte des Lilas verlängert. Dafür entstand ein kurzer eingleisiger Tunnel, der die Endschleife etwa ab deren Mitte mit dem neuen Streckentunnel verband.[3] Die Schleife wurde somit weitgehend von den regulären Zügen nach wie vor durchfahren. Die ursprünglich angedachte Verlängerung über den neuen Endbahnhof hinaus bis in den Vorort Les Lilas wurde allerdings zu Gunsten des Baus der Métrolinie 11 verworfen.

Zweiter Bahnhof[Bearbeiten]

Am 27. März 1971 wurde die Linie 3 ab Gambetta unter der Rue Belgrand über den Betriebshof hinaus bis zur Station Gallieni verlängert. Der schwach genutzte Zweig zwischen Gambetta und Porte des Lilas wurde im Zuge der Verlängerung vom Hauptast der Linie 3 getrennt, der ursprüngliche Abfahrtsbahnsteig wurde zur Endstation der neugeschaffenen Pendellinie 3bis (deutsche Entsprechung: 3a). Die direkte Verbindung zwischen den beiden Linien wurde aufgegeben und der Tunnelabschnitt für Fußgänger umgebaut, nur das 1921 geschaffene Gleis stellt als Betriebsgleis seitdem die Verbindung her.

Für die Linie 3 wurde die nahe gelegene Station Martin Nadaud um eine Bahnhofslänge nach Osten verschoben. Die bisherigen Seitenbahnsteige dienen nun als Zugänge zu den neuen, auch der bisherige Eingang und die Schalterhalle blieben erhalten. Die am 23. August 1969 eröffnete neue Anlage erhielt aber den Namen Gambetta. Einschließlich der Bahnsteige der aufgelassenen Station Martin Nadaud ist die Station der Linie 3 mit 196 Meter die längste im Pariser Métronetz.[4]

Der frühere Ankunftsbahnsteig der alten Station Gambetta wich einem Abstellgleis zwischen den Streckengleisen und einem schmalen Betriebsbahnsteig.[5]

Fahrzeuge[Bearbeiten]

An der Station verkehrten konventionelle Fahrzeuge, die Bauart Sprague-Thomson wurde 1967 von der Baureihe MF 67 abgelöst. Diese Züge sind im Jahr 2014 nach wie vor auf der Linie 3 im Einsatz.

Weblinks[Bearbeiten]

Vorherige Station Métro Paris Nächste Station
Père Lachaise
← Pont de Levallois – Bécon
Paris m 3 jms.svg Porte de Bagnolet
Gallieni →
Endstation Paris m 3bis jms.svg Pelleport
Porte des Lilas →

Literatur[Bearbeiten]

  •  Gérard Roland: Stations de métro. D’Abbesses à Wagram. 2003, ISBN 2862533076.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Gérard Roland: Stations de métro d'Abbesses à Wagram. Christine Bonneton, Clermont-Ferrand 2011, ISBN 978-2-86253-382-7, S. 108 f.
  2.  Jean Tricoire: Un siècle de métro en 14 lignes. De Bienvenüe à Météor. 2. Auflage. La Vie du Rail, Paris 2000, ISBN 2-902808-87-9, S. 163.
  3. Jean Tricoire: Un siècle de métro en 14 lignes. De Bienvenüe à Météor, S. 167 f
  4.  Brian Hardy: Paris Metro Handbook. 3. Auflage. Capital Transport Publishing, Harrow Weald 1999, ISBN 1-85414-212-7, S. 36.
  5. Jean Tricoire: Un siècle de métro en 14 lignes. De Bienvenüe à Météor, S. 168 ff

48.8652.3983333333333Koordinaten: 48° 51′ 54″ N, 2° 23′ 54″ O