Porte des Lilas (Métro Paris)

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Metro-M.svg Porte des Lilas
Georges Brassens, Station der Linie 11
Tarifzone 1
Linie(n) 03bisParis m 3bis jms.svg 11Paris m 11 jms.svg
Ort Paris XIX, XX
Eröffnung 27. November 1921
Station A der Linie 3bis mit einem Zug der Baureihe MF 67
Mittelbahnsteig der Linie 11
Streckenplan – die Station B ist als Porte des Lilas - Cinéma bezeichnet
Bahnsteig der stillgelegten Station B (Porte des Lilas - Cinéma)
Blick in Richtung Wendeschleife der Linie 3bis

Porte des Lilas ist ein unterirdischer Umsteigebahnhof der Pariser Métro. Er wird von den Linien 3bis[A 1] und 11 bedient.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof befindet sich im 19. und 20. Arrondissement von Paris unter dem östlichen Ende der Rue de Belleville. Er besteht aus drei unabhängigen Stationen, von denen eine derzeit stillgelegt ist.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die namengebende Porte des Lilas führte in die Gemeinde Les Lilas, die 1867 aus der Teilung der Gemeinde Romainville hervorging. Sie bezog ihren Namen von den Fliedersträuchen (fr: lilas) der nahen Gärten, die dort von der Zeit des Zweiten Kaiserreichs bis ins 20. Jahrhundert existierten.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei der Stationen wurden am 27. November 1921 mit Eröffnung der Linie 3 in Betrieb genommen. Deren nach wie vor genutzte Station A liegt vor einer Endschleife und wird aktuell von der Linie 3bis bedient. Die Station B war für den gemeinsamen Verkehr mit der Linie 7 (seit 1967: 7bis)[2] gedacht, die über die Strecken Voie navette und Voie des Fêtes angebunden wurde.[3] Ein durchgehender Verkehr zwischen diesen Linien erfolgte dann aber nicht, stattdessen verkehrte ein Pendelzug (fr: navette) über die Voie navette zur Station Pré Saint-Gervais.[4] Im Zuge der Mobilmachung zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde diese Betriebsform am 3. September 1939 aufgegeben, seitdem ist die Station B für Fahrgäste geschlossen. Anfang der 1950er Jahre diente die Voie navette mit der Station B für die Erprobung des gummibereiften Protoypfahrzeugs MP 51. Wiederholt wurde die Station B auch für Filmaufnahmen genutzt und wird deshalb auch als Porte des Lilas - Cinéma bezeichnet.

Die Station Porte des Lilas der Linie 11 wurde am 28. April 1935 eröffnet. Bis zum 17. Februar 1937 war sie Endpunkt dieser Linie.[5] Am 27. März 1971 wurde die Linie 3 ab Gambetta nach Gallieni weitergeführt und der bisherige Endabschnitt zwischen Gambetta und Porte des Lilas zur von ihr unabhängigen Linie 3bis.[6]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Südosten her teilt sich die Strecke der Linie 3bis kurz vor dem Bahnhof in die Zweige zu den Stationen A und B. Von der stillgelegten Station B kommt derzeit nur das westliche Streckengleis, das in das Gleis Richtung Gambetta mündet. Das Gleis Voie navette der Gegenrichtung beginnt stumpf südlich der Station B, es ist über einen einfachen Gleiswechsel erreichbar.

Zu beiden Seiten der Station A existieren ebenfalls einfache Gleiswechsel, deren südlicher das Kopfmachen von Zügen ohne Durchfahren der zweigleisigen Wendeschleife erlaubt. Letztere schließt sich nördlich der Station an, aus dem äußeren Gleis zweigt ein Betriebsgleis zur Voie navette aus.

Alle drei Stationen wurden bergmännisch errichtet und weisen gewölbte Decken auf. Die Stationen A und B haben Seitenbahnsteige an zwei Streckengleisen, die dreigleisige Station der Linie 11 einen Seiten- und einen Mittelbahnsteig in zwei getrennten Hallen. Für Pariser Verhältnisse liegen die Stationen A und B mit 19 bis 25 Meter unter der Oberfläche sehr tief. Dies ist deren Profil geschuldet und machte den Bau von Aufzügen erforderlich. Aufgrund dieser Tiefenlage konnte die Station der Linie 11 über den vorhandenen Anlagen angelegt werden.[7]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Linie 3 war 1967 die erste im Netz der Métro, die Fahrzeuge der Baureihe MF 67 erhielt. Diese Baureihe ist, abweichend von den anderen Strecken als 3-Wagen-Zug, nach wie vor auf der kurzen Linie 3bis unterwegs.

Die Linie 11 wurde ab 1954 für gummibereifte Züge hergerichtet. Im November 1956 kam, zunächst ein knappes Jahr lang im Mischverkehr mit herkömmlichen Sprague-Thomson-Zügen, die Baureihe MP 55 zum Einsatz.[8] Seit Januar 1999 verkehrt auf der Linie 11 die Baureihe MP 59.

Der Pendelverkehr zur Station Pré Saint-Gervais, auch als Linie 3ter bezeichnet,[3] wurde mit einem einzigen Kurzzug durchgeführt. Dieser war zunächst aus zwei 10,85 Meter langen Triebwagen des Typs Sprague multiple gebildet, die vorher auf der Linie 2 gelaufen waren. 1926 kam dann ein neuer, einzeln laufender Sprague-Thomson-Triebwagen der Serie M 1005-1022 (Typ „Petite loge“) mit Führerständen an beiden Fahrzeugenden auf die Strecke.[9]

Ausblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Zeit nach 2030 ist geplant, die Linien 3bis und 7bis zu vereinigen, wobei die Station B für den Fahrgastverkehr reaktiviert würde.[10]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 3bis, auch 3 bis oder 3bis, entspricht dem deutschen 3a, 3ter dem deutschen 3b.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Gérard Roland: Stations de métro d'Abbesses à Wagram. Christine Bonneton, Clermont-Ferrand 2011, ISBN 978-2-86253-382-7, S. 174.
  2. Jean Tricoire: Un siècle de métro en 14 lignes. De Bienvenüe à Météor. 2. Auflage. La Vie du Rail, Paris 2000, ISBN 2-902808-87-9, S. 226.
  3. a b Jean Tricoire, op. cit., S. 166.
  4. Jean Tricoire, op. cit., S. 167.
  5. Jean Tricoire, op. cit., S. 284.
  6. Jean Tricoire, op. cit., S. 168.
  7. Jean Tricoire, op. cit., S. 286.
  8. Jean Tricoire, op. cit., S. 282.
  9. Jean Tricoire, op. cit., S. 90.
  10. Fusion des lignes 3 bis et 7 bis du métro de Paris bei viadeo.com, abgerufen am 24. April 2016
  11. Julian Pepinster: Le métro de Paris. Éditions La Vie du Rail, Paris 2010, ISBN 978-2-918758-12-9, S. 249.
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Paris m 3bis jms.svg Endstation
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Paris m 11 jms.svg Mairie des Lilas
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Koordinaten: 48° 52′ 38″ N, 2° 24′ 23″ O